31.08.2020 - 14:48 Uhr
BayreuthOberpfalz

Bayernland investiert in neue Käserei

40 000 Tonnen Käse pro Jahr: Die Milchgenossenschaft Bayernland baut eine neue Schnittkäserei in Bayreuth. Amberg-Sulzbacher Firmen profitieren von den Aufträgen.

Bis zu 31 Meter ist das Hochregallager der neuen Schnittkäserei hoch. Nach der Fertigstellung im kommenden Jahr soll es als Reifelager für Käse dienen – die Milch dazu kommt von Kühen aus der gesamten Oberpfalz.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Die Molkereigenossenschaft Bayernland eG baut seine Produktion in Bayreuth kräftig aus. 55 Millionen Euro zahlt das in der Milchvermarktung führenden Unternehmen mit seinen Standorten in Amberg, Kemnath (Kreis Tirschenreuth) und Regensburg dort für eine neue Schnittkäserei. Planung und Bauleitung hat der Amberger Architekt Josef Pröls inne. Während die Milch hauptsächlich von Oberpfälzer Bauern bezogen wird, profitieren auch etliche Firmen aus dem Amberg-Sulzbacher Raum von dem Großprojekt.

Trotz Corona voll im Zeitplan

Die Käserei wird an das Bestandsgebäude in Bayreuth angebaut. Dazu gehört laut Pröls eine vollautomatische Salzbadanlage mit Brückenkran, ein Hochregallager zum Reifen der Käseprodukte, eine Durchlaufkühlung für Cagliata (Käse-Vorprodukt) sowie ein Versand- und Bürogebäude.

Trotz Coronakrise liegt das Projekt "voll im Zeitplan", sagt Pröls. "Ich hatte zunächst Bedenken, weil unser gesamter Stahl aus Italien geliefert wird und dort Corona stark gewütet hat. Aber es gab keinerlei Verzögerungen." Baubeginn war im Oktober 2019, im Oktober diesen Jahres ist der Innenausbau soweit abgeschlossen, dass mit dem Aufbau der Käserei-Technikanlagen begonnen werden kann.

Trotz Coronakrise in Italien - Bayernland exportiert weiter dorthin

Oberpfalz

Gouda, Edamer, Großlochkäse

"Im Endausbau ist geplant, bis zu 40 000 Tonnen Käse im Jahr zu produzieren", informiert der Architekt. Die Bayernland-Genossenschaft, der fast alle Milcherzeuger der Region angehören, wird dann allein am Standort Bayreuth jährlich rund 400 Millionen Liter Milch zu Gouda, Edamer, Großlochkäse, Cagliata und verschiedenen Spezialitäten verarbeiten. Die gewaltige Milchmenge wird hauptsächlich von Bauernhöfen aus Oberfranken und der Oberpfalz bezogen.

Für die Bauern selbst ändert sich durch die neue Käserei in Bayreuth aber nichts, sagt Pröls: "Die Milch wird ja von externen Dienstleistern von den Bauernhöfen abgeholt und dann nach Bayreuth gebracht." Auch der Molkerei in Amberg erwächst keine Konkurrenz. Weil in Amberg Mozzarella, Frisch- und Hartkäse produziert wird, unterscheide sich die Produktionslinie von jener in Bayreuth laut Pröls komplett.

Anders gestaltet sich die Lage in Kemnath (Kreis Tirschenreuth). Am dortigen Standort reduzierte Bayernland die Anzahl der Mitarbeiter massiv von 90 auf nur noch 7 - die Masse der Angestellten wechselt nach Bayreuth, um in der dort neu errichteten Käserei zu arbeiten.

Firmen profitieren

Die Wirtschaft im Kreis Amberg-Sulzbach hingegen profitiert durch das Bauprojekt. So kommt die Dacheindeckung von der Firma Schosser aus Hiltersdorf (Freudenberg), Metallbau Vollmuth und die Firma Schulte und Falk montieren Fenster, Türen beziehungsweise gestalten die Fassade. Auch nach Neumarkt, Weiherhammer und Weiden gingen Aufträge. Die Bayernland eG mit Hauptsitz in Nürnberg wurde 1930 gegründet und exportiert jährlich über 300 000 Tonnen Milchprodukte in die ganze Welt.

Der Bayerland-Milchhof in Kemnath bleibt doch erhalten - mit wenigen Mitarbeitern

Kemnath
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