18.03.2020 - 12:31 Uhr
BechtsriethOberpfalz

Frauenpower reichte nicht aus

Eine ähnliche Konstellation gibt es bei den Wahlen im Landkreis nicht. Der bisherige Bürgermeister Gerhard Scharl tritt nicht mehr an. Aus drei "Neulingen" kristallisiert sich Markus Ziegler (CSU) mit einem überraschenden Ergebnis heraus.

Birgit Krug.
von Ernst FrischholzProfil

Mit Petra Baierl (FWG), Birgit Krug (SPD) und Markus Ziegler (CSU) stellten sich drei Kandidaten, die noch nie im Gemeinderat vertreten waren. Das Ergebnis mehr als deutlich: Ziegler (51,9) holte den Bürgermeistersessel auf Anhieb.

Seit 1978 gab es keinen aus Bechtsrieth stammenden Bürgermeister. Hans Götz und dessen Nachfolger Gerhard Scharl sind Trebsauer. Wahlgewinner Ziegler als Bürgermeister ab Mai sieht das erst einmal gelassen. Für ihn zählt die Gemeinde, das Gesamte.

Zieglers CSU wurde mit vier Sitzen stärkste Fraktion. Eine Mehrheit hat der neue Bürgermeister jedoch nicht. Mit drei Sitzen jeweils dahinter die SPD und die Freien Wähler mit den beiden unterlegenen Kandidatinnen Baierl (22,4)und Krug (25,7). Naheliegend also, dass eine der beiden Frauen zweite Bürgermeisterin wird. Das ist natürlich eine Option, aber nicht die einzige, sagte Ziegler auf Anfrage. Gedanken habe er sich einen Tag nach der Wahl noch nicht gemacht. Er werde mit allen Gemeinderäten zusammenarbeiten, zwecks Stellvertreter aber auch das Gespräch suchen.

Wie sieht es nun bei den beiden Kandidatinnen selbst aus? Was kommt nach der Enttäuschung? Sowohl Krug als auch Baierl hatten auf eine Stichwahl gegen Ziegler gehofft. Daraus machen beide auf Nachfrage der Oberpfalz-Medien keinen Hehl. Krug meint, dass die Großwetterlage mit der schlechten Stimmung für die SPD wohl auch hier etwas durchgeschlagen hat.

Zum Thema Zweite Bürgermeisterin mache sie sich keine Gedanken, da dies ja andere bestimmen würden. Krug will sich schnell in die Materie einarbeiten und freut sich, dass sie nun an den vielen Projekten in der Gemeinde mitgestalten kann. Nachtragend sei sie nicht. "Wenn mir ein Viertel der Wähler das Vertrauen geschenkt hat, dann ist das doch etwas." Die Sozialdemokratin will für alle Altersklassen in jeder Lage Ansprechpartnerin sein und ihr Bestmöglichstes einbringen.

Baierl geht etwas tiefer in der Ursachenforschung ihrer Niederlage. Die Freien Wähler und sie als politische Person gibt es erst seit einem Vierteljahr. Dazu ist sei sie keine „Eingeborene“, sondern eine „Zugroaste“ und damit schon mal im Nachteil gegenüber Ziegler und Krug. Angesprochen auf ihre frühere Position als Vorsitzende der Bürgerinitiative und die hier einmal gemachte Aussage bezüglich der Straßenausbaubeiträge – dass die Trebsauer zahlen müssen und die Bechtsriether nicht – weist sie nicht von der Hand, dass ihr da im Nachhinein die BI im Nacken hing und ihr vehementes Auftreten im Ortsteil Bechtsrieth nun kaum Stimmen zugetragen hat. Baierl kann sich nach ihren Worten aber mit dem Erfolg trösten, dass ihre Freien Wähler den Sprung von „null auf drei“ gemacht haben. Mit drei Sitzen habe man das Ziel mehr als erreicht. "Wir werden uns sortieren als neue Fraktion", kündigt Baierl an. Zudem gelte es, gemachte Versprechen einzuhalten und die vor der Wahl verteilten Bürgerschecks in die Gemeinderatsarbeit einbringen. "In Bechtsrieth muss was vorwärts gehen."

Ziegler hat sogar neben der SPD und FW noch eine dritte Option. Die Gemeinschaftsliste mit zwei Sitzen ergebe mit den vier der CSU und seiner Stimme als Bürgermeister eine Mehrheit von sieben Stimmen. Also könnte auch Michael Ederer als Zweiter Bürgermeister in die Personalrochade einfließen.

Petra Baierl.
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