27.04.2020 - 13:30 Uhr
BechtsriethOberpfalz

Urgesteine gehen in Ruhestand

Mit Abstand in den Ruhestand verabschiedeten sich fünf langjährige Gemeinderäte und dazu Bürgermeister Gerhard Scharl. Letzter Akt ihres Ehrenamts ist der Haushalt 2020 - mit teils unwägbaren Fakten aufgrund Corona.

Mit Abstand verabschieden sich Bürgermeister Gerhard Scharl, zweiter Bürgermeister Christian Steiner, Michael Pregler, Gabi Pittroff, Hans Gruber und Karl-Heinz Buchberger (von links) aus ihrem Ehrenamt als Gemeindevertreter.
von Ernst FrischholzProfil

Turnhalle Grundschule, die Gemeinderäte saßen weit verteilt und im Rund zwei Zuhörer. Darunter der neue Rathauschef Markus Ziegler. Bürgermeister Gerhard Scharl sprach bezüglich des Haushalts an, dass dieser von den laufenden Baumaßnahmen wie Dorferneuerung und Kindergartenerweiterung geprägt ist. Dazu kommt die im August beginnende energetische Sanierung der Turnhalle.

Unwägbarkeiten bezüglich Steuereinnahmen sind nicht abschätzbar. Darauf ging auch der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Sven Lederer ein. Er habe den Haushalt mit den anfangs des Jahres vorliegenden Daten erstellt. Große Unbekannte darin sind die Steuereinnahmen, die sich sicherlich im Laufe des Jahres negativ auswirken könnten. Sicherheit haben wir mit dem Haushalt aus diesen Zahlen heraus nicht, machte der Kämmerer deutlich. Dieser stellt sich in den laufenden Ausgaben im Verwaltungshaushalt mit einem Plus von 144000 Euro bei 2200952 Euro und im Vermögenshaushalt bei den Investitionen mit einem Minus zum Vorjahr bei 2044198 Euro dar. Hierin ist Fakt, dass ja schon laufende Maßnahmen der Dorferneuerung oder Kindergartenerweiterung letztes Jahr eingebucht sind. Erwähnenswert im Verwaltungshaushalt die Schulumlage der Grundschule, die bei 94 Schülern für Kinder aus Bechtsrieth/Trebsau/Irchenrieth bei 1006 Euro pro Kind liegt. Davon entfällt die Umlage für 62 Kinder auf die Gemeinde Irchenrieth. Die staatliche Förderung pro Kind liegt bei 900 Euro.

Zum Vergleich sind als Schulumlage an die Haupt- und Mittelschule in Pirk für sechs Schüler 20000 Euro eingeplant. Für die Schülerbeförderung fallen 22000 Euro an, die mit 16000 Euro gefördert werden. Die Leistung der Fotovoltaikanlage auf der Schule errechnet sich mit 7000 Euro. Die beiden großen Unbekannten sind die angesetzte Gewerbesteuer von 140000 Euro und die Einkommensteuerbeteiligung von 630000 Euro. Die Schlüsselzuweisungen des Landes mit 456500 Euro dürften sicher sein. An Umlagen an den Landkreis sind 401000 Euro und an die Verwaltungsgemeinschaft 168000 Euro abzuführen. Bei den derzeitigen Zahlen ist eine Zuführung vom Verwaltungshaushalt für Investitionen im Vermögenshaushalt von 392000 Euro Fakt.

Bei den Investitionen im Vermögenshaushalt schlägt die Sanierung der Schulturnhalle mit 973500 Euro zu Buche, wofür eine Förderung von 876000 Euro zugesagt ist. Für die Dorferneuerung stehen noch Kosten von 131000 Euro an, wobei eine rückwirkende Förderung von 250000 Euro gegeben ist. Für die Sanierung Brunnenstraße/Fasanenweg mit Straße, Wasser und Kanal sprach Kämmerer Lederer mit 950000 Euro von einem Ansatz. Ob das aber was passieren wird, ist fraglich. Nach den vorliegenden Gegebenheiten wäre keine Neuverschuldung geplant. Der derzeitige Schuldenstand liegt bei 544533 Euro, was pro-Kopf 520 Euro ausmacht.

Bürgermeister Gerhard Scharl zieht Bilanz:

Letzter Akt von Bürgermeister Gerhard Scharl nach zwölf Jahren Amtsperiode. Eine kleine Bilanz und vor allen Dingen einen Dank an das Gremium für die sachlich und produktive Zusammenarbeit und die Unterstützung über die Fraktionsgrenzen hinweg. Feuerwehrhausbau, energetische Sanierung der Grundschule, Kinderkrippe, Sicherung der Wasserversorgung, Ausbau der Pirker Straße in Trebsau, die laufende Dorferneuerung, der begonnene Kindergartenanbau sowie auch die eingeleitete Sanierung der Turnhalle sind nur Auszüge aus all dem, was in den zwölf Jahren bewerkstelligt wurde. Besonderen Dank richtete Scharl an die Vereine und hier voran an die Feuerwehr, an die Schulleitung, die kirchliche Gemeinde, die Mitarbeiter des Bauhofes und der Verwaltungsgemeinschaft für die Unterstützung sowie an alle Bürgerinnen und Bürger für das stete Vertrauen. Es sind viele Weichen gestellt und um diese erfolgreich zu befahren, wünschte er seinem Nachfolger eine glückliche Hand.

Bei der Verabschiedung dankte der Bürgermeister den scheidenden Gemeinderäten für die entgegengebrachte Loyalität und das gute Miteinander. "Das Ehrenamt war nicht immer leicht aufgrund der vielen Maßnahmen, die auch Einschnitte für die Bürger mitgebracht haben."

Scharl begann mit Gabi Pittroff, die seit 2004 im Gemeinderat war und hier sachlich und produktiv an der Entwicklung der Gemeinde mitgearbeitet hat. Dann kam er zu Hans Gruber, der seit 2001 Gemeinderat war und sich besonders im Abwasserzweckverband und auch in der Trägergruppe der Dorferneuerung engagiert hat. Dritter war Michael Pregler, der gerade als Bauunternehmer in diesem Bereich viel beigetragen hat. Weiter kam Scharl zu Karl-Heinz Buchberger, der seit der Selbstständigkeit 1994 Gemeinderat war und hier in den Anfangsjahren viel Aufbauarbeit mit leitete. Dies auch dann in der Dorferneuerung und zudem als Verwaltungsrat der VG. In den letzten Jahren dann als Seniorenbeauftragter.

Christian Steiner war seit 1996 im Gemeinderat, davon die letzten zwölf Jahre als zweiter Bürgermeister. Der aktive Feuerwehrmann hat sich insbesondere ins Feuerlöschwesen und den Bau des Feuerwehrhauses eingebracht. Die Unterstützung, die er als Bürgermeister von Steiner bekommen habe, sei ganz besonders zu erwähnen, sagte Scharl.

Dem noch amtierenden zweiten Bürgermeister Steiner oblag dann die Laudatio für Scharl. Der ist seit 26 Jahren Gemeinderat, seit 2008 Bürgermeister und davor war er unter Hans Götz zweiter Bürgermeister. "Du hast die Gemeinde nach vorne gebracht und in einem ruhigen Fahrwasser geleitet", sagte Steiner zu Scharl.

Großes Engagement und Verantwortungsbewusstsein für die Gemeinde und deren Bürger standen dabei stets im Vordergrund. "Lieber Gerhard, du hast mehr als das notwendige getan und das uns allen gegenüber und der gesamten Bürgerschaft mit Anstand und Fairness, was nicht immer leicht war", schloss Steiner. Der persönliche Händedruck entfiel, nicht aber der Eintrag in das Goldene Buch der Gemeinde zum Abschluss. Aus dem Gemeinderat scheidet weiter Markus Zielbauer aus, der jedoch nicht anwesend war.

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