01.04.2019 - 15:49 Uhr
Beidl bei PlößbergOberpfalz

Jüdische Spurensuche

60 Teilnehmer aus dem Landkreis Tirschenreuth waren im Flosser Amt unterwegs, um sich über die Geschichte der Juden zu informieren.

Anton Eismann bei seinem Vortrag in der Flosser Synagoge.
von Fred LehnerProfil

Das hatten die Verantwortlichen der Katholischen Erwachsenenbildung der Pfarrgemeinschaft Beidl-Plößberg nicht unbedingt erwartet: Die Ankündigung, ins Flosser Amt zu fahren und sich über die jüdische Geschichte zu informieren, fand starke Resonanz. Mit Pfarrer Thomas Thiermann gingen über 60 Personen auf Reisen.

Der frühere Marktrat und Zweite Bürgermeister Anton Eismann hatte sich der Aufgabe gestellt und hieß die Gäste aus dem Nachbarlandkreis herzlich willkommen. Aus eigenem Erleben und aus seinem geschichtlichen Wissen über die bewegte jüdische Vergangenheit erzählte Eismann den überaus interessierten Gästen. Die Rückschau reichte von der Ansiedlung der ersten Juden, die aus Neustadt/WN im Jahr 1684 nach Floß kamen, über den Bau der ersten hölzernen Synagoge, die beim Großbrand 1813 in Floß ein Raub der Flammen wurde, bis zum Neubau der neuen Synagoge, die 1917 eingeweiht wurde. Dass es in der Mitte des 19. Jahrhunderts über 30 Jahre ein jüdisches Ghetto in Floß gab und mehr als 400 Juden hier lebten, ein Großteil jedoch nach Nordamerika auswanderte, war für die Teilnehmer ebenso interessant zu erfahren wie Details zur 250-Jahr-Feier, die 1934 unter schwierigsten Bedingungen begangen wurde. Anton Eismann erwähnte die Pogromnacht 1938 und die Zerstörung des Gotteshauses, ebenso die nach zähem Ringen beschlossene Wiederinstandsetzung mit der Einweihungsfeier am 9. November 1980 unter dem damaligen Bürgermeister Fred Lehner.

Eine zentrale Veranstaltung, die im christlich-jüdischen Dialog durchgeführt wird, ist die "Woche der Brüderlichkeit". Sie findet in diesem Jahr am 28. April um 15 Uhr in der Synagoge statt. Die Besucher waren sehr angetan von den vielen Informationen, die Anton Eismann vermittelte.

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