Lena Schulwitz, 25 Jahre jung und Studentin in Heidenheim, kommt nach einem elfstündigen Flug bei ihren Großeltern, Irmgard und Gisbert Schulwitz, aus Amerika an. Die junge Frau hat Weihnachten bei ihrer Familie im Silicon Valley gefeiert. Dort leben ihre Mutter, ihr Stiefvater und ihr Bruder. Lena blieb in Beidl, als ihre Familie aus beruflichen Gründen nach Kalifornien ging. Jetzt sind ihre Großeltern auch ein wenig "Ersatz-Eltern".
Zum Bedauern von Gisbert und Irmgard Schulwitz blieb die Enkelin aber nur kurz. Bereits wenige Tage später folgte ein elfstündiger Flug ab München nach Kenia, wo Lena ein dreimonatiges Praktikum absolviert. Großmutter Irmgard Schulwitz sorgt sich ein wenig. Was wird wohl in Kenia alles auf ihre Enkelin zukommen? Denn sie wird, wie Lena beim Aufenthalt in Beidl berichtet, nur mit afrikanischen Ansprechpartner zu tun haben und ist damit weitgehend auf sich allein gestellt.
Auslandspraktikum
"Ich soll mit Kindern arbeiten, ihnen bei den Hausaufgaben helfen und sie in ihrem Alltag betreuen, mit ihnen spielen, kochen und mich auch sonst um sie kümmern", hat Lena ein Bild von ihrem künftigen Arbeitsumfeld. So sehe es ihr duales Sozialarbeit-Studium im Kinder- und Jugendhilfswerk Heidenheim vor. In Heidenheim betreut die Beidlerin jugendliche Asylanten im Alter zwischen 14 und 16 Jahren. Und sie wird voraussichtlich dort nach dem Studium auch arbeiten. "Ich habe aus Erzählungen meiner Schützlinge viel über Afrika gehört", sagt sie. Als sie erfahren habe, dass ihre Hochschule ein Kenia-Projekt unterstütze, habe sie sofort gewusst, wo ihr Auslandspraktikum hinführe.
Bis Ende März wird Lena in einem der ärmsten Länder der Welt gleich zwei Projekte für bedürftige Kinder mit betreuen: Im Camp for Social Development Mount Kenya arbeitet sie in der Community Based Organisation mit. Die Hochschule Heidenheim unterstützt dort das kleine Dorf Kairiri, wo sich die Bevölkerung weitgehend autark selbst versorgt. "Ich werde in der Vorschule und im Kindergarten arbeiten", so Lena. Ihre zweite Anlaufstelle ist "Makungu e. V.", wo sie im Waisenhaus "Care Home" sein wird. Die Gründerin habe das Waisenhaus fallen gelassen, so dass die Kinder ohne Hilfe auf der Straße leben müssten, hat Lena erfahren über eine Mitstudentin.
Hilfe durch Rotarier
Lena freut sich auf beide Wirkungsstätten und geht ihren neuen Aufgaben erwartungsvoll entgegen. "Es ist eine Bereicherung für mein Leben", weiß sie und will für sich und ihr Studium viele neue Erkenntnisse sammeln. Wenn sich die Großeltern auch sorgen, sind sie natürlich auch stolz. Gisbert Schulwitz, der Mitglied im Rotary Club Stiftland ist, hat im Club von seiner Enkelin berichtet. "Jetzt will der Rotary Club Dorf die Projekte finanziell unterstützen", freut er sich. Wie das in der Praxis ausschauen wird, werde noch besprochen. Lena fügte an, überall fehle es an Schul- und Spielmaterial. Das, so der Opa, sei gewiss machbar. Geplant sei unter anderem ein Bücherflohmarkt in Beidl. "Aber das machen die Rotarier erst, wenn's Wetter passt", hält Schulwitz den Ball flach.
Bis dahin ist Lena bestimmt wieder zurück und kann live von den schönen und traurigen Dingen aus Afrika berichten. Denn selbstverständlich will sie auch Schönes erleben. Lena will sich Zeit nehmen für eine Safari und die Naturparks besichtigen. "Das wird teuer", meint der Opa. Darum sorgt sich Lena aber nicht. Sie ist zuversichtlich, in Kenia viele Freunde zu finden, die sie vielleicht mit etwas Glück sogar fernab der üblichen Touristenrouten zu Afrikas aufregenden Naturwundern mitnehmen.













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