Beim 125-jährigen Jubiläum der Feuerwehr Beidl wurde viel gefeiert, aber die Brauchtumspflege wurde nicht vergessen. Der Leonhardiritt am letzten Tag der viertägigen Feierlichkeiten war der absolute Höhepunkt. Weihbischof Josef Graf zelebrierte am Pfingstmontag den Feldgottesdienst und nahm die Pferdesegnung vor.
"Ich freue mich, dass hier die Tradition hochgehalten wird", sagte der Weihbischof, in dessen Predigt die Verbindung zum Heiligen Leonhard im Mittelpunkt stand. Der Geistliche betonte, dass man trotz widriger Umstände in der Katholischen Kirche den Glauben nicht verlieren dürfe. Graf gab sich sehr locker, den Menschen zugewandt.
Bei der Pferdesegnung nahm sich der Weihbischof viel Zeit und suchte mit den Reitern das Gespräch, er hatte für jeden ein paar persönliche Worte übrig. Der Leonhardiritt mit Kutschen und Pferden begann am Festplatz und führte durch die Fluren rund um Beidl. Fünf Kutschen – drei davon mit älteren Mitbürgern, den Ehrengästen um die neue Plößberger Bürgermeisterin und Schirmherrin Tina Zeitler sowie den Festdamen – 29 Pferde und Reiter sowie vier Esel nahmen teil.
Der Leonhardiritt in Beidl hat eine lange Tradition. Die Älteren werden sich an die Anfänge im Jahr 1935 erinnern. Von 1935 bis 1966 fand die Flurprozession jährlich im Juli oder August statt. Im Jahr 1949 nahmen 200 Reiter mit ihren Pferden teil. Mit zunehmender Technisierung in der Landwirtschaft wurden die Zugpferde immer weniger, 1966 war der letzte Leonhardiritt.
Nach einer längeren Pause wurde die Tradition anlässlich der 1000-Jahr-Feier der Ortschaft Beidl am Pfingstmontag 1977 wiederbelebt. Es folgten weitere Leonhardiritte in Beidl jeweils am Pfingstmontag: 1982 zum 80-Jährigen der Feuerwehr, 2001 zum 100-Jährigen der Feuerwehr, 2008 zum 125-Jährigen der Soldaten- und Reservistenkameradschaft und nun zum 125-Jährigen der Feuerwehr.


























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