21.01.2019 - 18:23 Uhr
Oberpfalz

Beim Tempolimit zählt der Verstand, nicht das Gefühl

Wenn es um das Thema Autofahren geht, entdecken viele, dass sie Benzin im Blut haben. Doch es zählt das Argument, nicht das Gefühl. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Straßenwärter montieren an der Autobahn ein Schild mit der Begrenzung auf Tempo 130.
von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

Mit dem Menschenverstand ist es in der politischen Debatte so eine Sache. Viele Politiker reklamieren ihn für sich. Sie versuchen, Argumente, die der eigenen Position entgegenstehen, als Widerspruch zu eben jenen Menschenverstand zu diskreditieren. Häufig wird die Berufung auf den Menschenverstand mit dem Zusatz "gesunder" versehen, um der vermeintlichen eigenen Argumentation besonderes Gewicht zu verleihen.

Auch in der jüngsten Debatte über ein Tempolimit wurde wieder Menschenverstand beschworen, wenn auch noch nicht der "gesunde Menschenverstand". Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat die Überlegungen innerhalb der Regierungskommission zu einem generellen Tempolimit auf Autobahnen sowie zu einer Angleichung der Diesel- und Benzinsteuer zurückgewiesen. Dies sei "gegen jeden Menschenverstand" gerichtet.

Bei der Frage, ob es ein Tempolimit auf Autobahnen geben soll und ob die Benzin und Diesel gleich besteuert werden sollen, spielt die Menschenverstand bei der Überprüfung von Daten und Untersuchungen eine Rolle. Entscheidend ist die Frage was als wichtig erachtet wird und was erreicht werden soll. Darüber gilt es zu diskutieren, das Für und Wider abzuwägen. Die reflexhaften Reaktion mancher legt nahe, dass es nicht ums bessere Argument geht, sondern ums Gefühl. Da ist dann tatsächlich der Verstand gefragt. Denn nicht alles was sich gut anfühlt, ist klug.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.