25.08.2019 - 16:29 Uhr
BirglandOberpfalz

Beeindruckt von Flierls Spuren

Ein absolutes Muss bei jedem Besuch einer Gästedelegation aus Papua-Neuguinea ist der kleine oberpfälzische Weiler Buchhof - kam hier doch Johann Flierl zur Welt, der erste Missionar, der sich auf den Weg zu dieser entlegenen Insel machte.

Die Jugenddelegation aus Wantoat mit den Jugendlichen aus dem Dekanat Hersbruck, die vor zwei Jahren Papua-Neuguinea besucht hatten, beim Gedenkstein für Johann Flierl in Buchhof.

So erkannte auch die Jugenddelegation aus dem Dekanat Wantoat, die momentan ihr bayerisches Partnerdekanat Hersbruck besucht, aus welch kleinen Verhältnissen ihr hochgeehrter Missionar kam. Er war das siebte Kind einfacher Bauern und so schwach, dass man ihm bei seiner Geburt 1858 kein langes Leben voraussagte.

Als Schulkind musste er täglich eine halbe Stunde nach Fürnried laufen, und der Lehrer merkte bald, welch aufgeweckter Junge er war. In Ermangelung anderer Bücher bekam er vom Lehrer Missionshefte zu lesen, so dass für ihn schon mit neun Jahren feststand, dass er Missionar werden wollte.

Erstaunlich auch, dass seine Eltern den Wunsch ernst nahmen und der Vater den Dreizehnjährigen nach Neuendettelsau begleitete, teilweise mit dem Zug, doch überwiegend auf Schusters Rappen.

Mit 20 Jahren abgereist

Natürlich war er noch zu jung, aber mit 17 war es dann so weit. Schon mit 20 reiste er nach Australien aus und sechs Jahre später betrat er als erster Missionar Papua-Neuguinea.

Alle diese Fakten wurden der interessierten Gruppe von Gerda Stollner und Anni Weber vermittelt. Nach dem Weg auf Flierls Spuren nach Fürnried hielt Pastor John aus Wantoat in der Kirche eine kurze Andacht - sein kleiner Sohn heißt übrigens Johann Flierl - und die Papuas erfreuten ihre deutschen Partner mit zwei Liedern.

Ein Besuch im ehemaligen Schulhaus, das am 31. Oktober seine Pforten offiziell als Flierl-Museum öffnen wird, schloss sich an. Die Gruppe erhielt sozusagen eine exklusive "Preview". Ein großer Raum wird vom Leben Johann Flierls zeugen und auch das Leben der Menschen in Papua-Neuguinea thematisiert.

Besondere Anerkennung zollte die Gruppe dem Engagement Gerda Stollners, die sich in ihrer Funktion als Kirchenpflegerin Gedanken machte, welcher Schatz von ihr gepflegt werden sollte - so ist die Aufgabe eines Kirchenpflegers definiert.

In ihren Augen ist das Vermächtnis Johann Flierls der Fürnrieder Schatz, und so warb sie unermüdlich dafür, das alte Schulhaus in ein Museum zu verwandeln. Die Landeskirche bewilligte keine Gelder, aber bei der EU wurde ihre Idee wohlwollend aufgenommen, so dass mit der Sanierung begonnen werden konnte.

Am Dorfplatz findet man noch ein Rondell mit Informationstexten und -bildern. Die Geschichte dazu ist auch kurios, befand sich das Rondell doch im Lutherjahr 2017 bei der Ausstellung der Bayerischen Landeskirche in Wittenberg und wäre im Anschluss verschrottet worden. Doch die findigen Fürnrieder hatten eine nachhaltigere Idee, so dass man nun am Dorfplatz Informationen zu Johann Flierl nachlesen kann.

Nachkommen dabei

Ein besonderes Highlight für die Gäste war auch die Anwesenheit des Ehepaars Flierl während des ganzen Nachmittags. Die Nachkommen Johann Flierls waren extra angereist und blieben auch bis zum gemeinsamen Abendessen, das diesen interessanten Tag beschloss. Der Verabschiedungsgottesdienst für die Delegation fand in der Stadtkirche in Hersbruck statt.

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