Birgland
06.02.2026 - 16:00 Uhr
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Theatergruppe Birgland feiert 50 Jahre Bühnenpräsenz mit neuem Stück

Aus volkstümlichen Schwänken hat die Theatergruppe Birgland 50 Jahre lang Unterhaltung gemacht. Das nächste Stück, „Deifi Sparifankerl“, soll wieder ein voller Erfolg werden. Doch wie läuft eigentlich die Vorbereitung auf das Ereignis ab?

Luziferius Sparifankerl soll den jungen Bertl zu Untaten anstiften, ein Kinderspiel für den Beelzebub. Wären da nicht nur allerhand Versuchungen und vor allem der verflixte Schnaps. Siebenmal steht die Theatergruppe Birgland im März mit dem Schwank „Deifi Sparifankerl“auf der Bühne. Es ist das 41. Stück, das die Laiendarsteller in den vergangenen fünfzig Jahren einstudiert haben. Zwei von ihnen schildern Geschichte und Geschichten. Seit November wird eifrig geprobt. „Entweder im 'Goldenen Hahn' in Fürnried oder beim Bär Udo in der Werkstatt“, schildert Björn Schötz, Chef der Theatergruppe, die Vorbereitungen. Denn es ist nicht mehr lang hin, dann stehen die erprobten Darsteller auf der Bühne des Gasthofes in Fürnried mit dem höllisch-heiteren Schwank „Deifi Sparifankerl“. Zum Gespräch mit Oberpfalz-Medien hat der Vereinsvorsitzende Schötz (38) seinen Vorgänger Hans Sieß mitgebracht und bescheinigt ihm: „Der Mirtelbauer-Hans aus Leinhof besitzt umfangreiche Aufzeichnungen, wertvolle alte Bilddokumente und kennt die Geschichte unseres Vereins wie kein anderer“.

"Gangerl von Berchtesgaden"

Hans Sieß (67) ist Gründungsmitglied der Theatergruppe Birgland, die 1975 offiziell ins Leben gerufen wurde. Schon vorher, 1959 und 1960, wurde im Gasthaus „Zum grünen Baum“ in Betzenberg Theater gespielt. Damals noch im Namen des wiedergegründeten Schützenvereins. Anneliese und Alfred Fuchs sind die einzigen noch lebenden Darsteller des ersten Stückes „Gangerl von Berchtesgaden“ im Jahre 1959. Was anfangs als finanzielle Unterstützung des Schützenvereins gedacht war, wurde bald zum Selbstläufer. „Wir wurden bekannt“, sagt Hans Sieß, "Theaterfreunde kamen und kommen auch heute aus nah und fern, sind uns treu geblieben in den fünfzig Jahren “.

Hans Sieß ist einer der 14 Vereinsgründer, von denen zwei bereits verstorben sind. Er hat 1987 den Vereinsvorsitz von Hans Keffel übernommen, der von der ersten Aufführung an fast 30 Jahre lang Initiator und Motor der Theatergruppe war. Bühnen wurden in Gasthäusern aufgebaut, beispielsweise im Wirtshaus „Zur Hohen Straße“ in Schwenderöd, in der „Waldlust“ in Ödhag und in der Birgland-Halle, bis deren Dach einstürzte. Seit 2012 ist der Spielort der Gasthof Laurer in Fürnried. Kleider wurden von den Spielern selbst angefertigt oder zusammengetragen, die ersten Bühnenbilder malte der Leinhofer Hans Gnahn. Hans Sieß blieb Vereinsvorsitzender bis 2011, hat in 24 Jahren zahlreiche Theaterstücke mit ausgesucht, einstudiert und zum Erfolg gebracht. Natürlich stand auch er auf der Bühne, rund zwanzigmal, erzählt er. „Es waren meist lustige Rollen“, erinnert er sich, „ein in die Magd verliebter Knecht, eine barfüßige Statue, so etwas halt“.

Stücke aus Oberbayern

Es waren ausschließlich volkstümliche Stücke aus Oberbayern, die damals auf Birgländer Bühnen aufgeführt wurden. Unter der Regie von Hans Keffel ging es da um die „Schwindelbraut“, das „Lehnerl vom Königssee“ oder „Das Glück vom Seehof“, erinnert sich Sieß und schmunzelt heute noch über das sprachliche Durcheinander von südbayerisch und oberpfälzisch. Aber: „Wir haben damit 1960 immerhin 650 D-Mark eingenommen und konnten sie dem Schützenverein aushändigen“. 2011 ging der Vereinsvorsitz in neue, jüngere Hände über. Der Betzenberger Björn Schötz, einer der langjährigen Laien-Schauspieler, führt seine Truppe erfolgreich von Auftritt zu Auftritt, unterstützt von Erwin Dehling, der die Stücke aussucht. „Natürlich spielen wir heute keine oberbayerischen Schwänke mehr“, lacht er, „wir sind moderner geworden, haben ein breites Spektrum an Stücken zur Auswahl“. Auch bei seinen Vereinsmitgliedern gibt es altersbedingte Fluktuation, aber die Mitgliederzahl ist über die Jahre hinweg mit 30 Frauen und Männern gleich geblieben. „Sie können alle spielen“, versichert Schötz, „es kommen aber nicht immer alle zum Einsatz“. Auch er selbst wird in diesem März nicht auf der Bühne stehen. Zwei Neulinge spielen dafür mit: Jonas Dehling als Nepomuk Stutz und Phillipp Schötz als Ferdi Graf von Falkenklamm.

Im März ist es dann also so weit: das 41.Theaterstück der Birgland-Gruppe wird unter der Regie von Erwin Dehling aufgeführt. Der heitere Schwank in drei Akten von Ralph Wallner geht im „Goldenen Hahn“ in Fürnried über die Bühne Die Premiere findet am Freitag, 6. März, um 20 Uhr statt. Weitere Aufführungen sind am am Samstag, 7. März, um 20 Uhr, am Sonntag, 8.März um 14.30 und 19.30 Uhr. Am, darauf folgenden Wochenende am Freitag 13. und Samstag 14. März jeweils um 20 Uhr und am Sonntag 15. März um 14.30 Uhr. Ein Teil der Einnahmen wird gespendet.

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