„Nutzung gemeindlicher Dachflächen zur Energiegewinnung“ hieß das Thema, mit dem sich der Gemeinderat Birgland in seiner Sitzung in Riedelhof beschäftigte. Unternehmer Hardy Barth aus Schwend unterbreitete seine Vorschläge. Grob gesagt ging es um Folgendes: Er bestückt die Dachflächen von 15 Liegenschaften mit Photovoltaik, baut Wechselrichter, Energiespeicher, Notstromversorgung sowie optional eine Wallbox ein und leistet all diese Dinge finanziell selbst. Dafür liefert er den erzeugten Strom an die Gemeinde, mindestens 20 Jahre lang, für 20 Cent die Kilowattstunde Festpreis für die ersten zehn Jahre.
Barth hatte den Strombedarf der einzelnen Gemeinde-Immobilien erfasst und für jedes Dach schon mal eine PV-Anlage passender Größe kalkuliert. Diese soll dem Eigenverbrauch dienen, aber auch den internen Speicher füllen, damit bei einem Netzausfall die Stromversorgung gesichert bleibt. Was würde das für die Objekte bedeuten? „Bei den Kläranlagen sorgt das für eine Sicherstellung von Pumpen, Steuerung und notwendiger Anlagentechnik“, erklärte der Experte. Die Feuerwehren erhielten eine Sicherung von Einsatzbereitschaft, Kommunikation, Beleuchtung und Toranlagen. Die Aufrechterhaltung von Wasserversorgung und erforderlicher Pumpentechnik wäre der Vorteil für den Hochbehälter. Trinkwasser-Aufbereitung und UV-Desinfektion kämen dem Wasserhaus mit UV-Anlage zugute. Auch Warmwasser-Aufbereitung könne einbezogen werden, ebenso die Möglichkeit, E-Autos zu laden.
Einsparung von über 10.000 Euro
In seinem Vortrag erläuterte er das System am Beispiel des Wasserhauses in Schwend: 43.866 Kilowatt-Stunden sei der jährliche Verbrauch, der zur Zeit 10.975 Euro koste. Eine 23-kWp-Anlage habe hier eine Eigenverbrauchsquote mit Speicher von 74,15 Prozent. Damit benötige die Anlage nur mehr 16.760 Kilowattstunden pro Jahr, was nach Berücksichtigung von Netzeinspeisung und Strombezug für 20 Cent alleine hier eine Einsparung von 2421 Euro pro Jahr ergebe. Insgesamt kämen bei der Kalkulation Einsparungen von rund 10.300 Euro für die Gemeinde, inklusive BRK-Einrichtungen (Kindergärten) und Wasserzweckverband, heraus.
Die Diskussion drehte sich um verschiedene Einzelaspekte, etwa PV-Module an senkrechten Wänden, auf sanierungsbedürftigen Dächern, genaue Modalitäten der Notstromversorgung, Lösungen für die Birglandhalle und vieles mehr. Insgesamt jedoch zeigte sich der Gemeinderat inklusive Bürgermeister Elmar Halk durchaus positiv und aufgeschlossen gegenüber diesem Vorschlag. Insbesondere die Tatsache, dass für die Gemeinde keine Investitionskosten entstünden, machte Eindruck. Das Thema wird jetzt im Gemeinderat noch weiter vertieft und ausgearbeitet. Allerdings sollte die Entscheidung zügig fallen, denn, wie Hardy Barth betonte, muss das Ganze noch heuer eingereicht werden aufgrund der anstehenden Änderung des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG). Wie Oberpfalz-Medien abschließend erfuhr, würde der Unternehmer für das Gesamtprojekt rund 650.000 Euro an Eigenmitteln investieren, die sich allerdings erst langfristig amortisieren.




















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.