17.07.2018 - 16:55 Uhr
Oberpfalz

Ein bisschen Welt retten

Es ist nicht das erste Leitbild, das sich der Landkreis gibt, sondern eine Fortschreibung. Der Gedanke der Nachhaltigkeit ist der berühmte Rote Faden, der sich durch das 17-seitige Papier zieht. 2005 war es die regionale Energiewende.

Wer sich für die Reduzierung des Flächenverbrauchs im Landkreis ausspricht, muss sich angesichts dieser Bilder fragen lassen, ob derartige Ausbauprojekte wie die Verbreiterung der B 85 unterhalb von Pittersberg in diesen Dimensionen eine Notwendigkeit darstellt.

Amberg-Sulzbach. (zm) Auf diesem Gebiet wurde auch viel erreicht, bis die gesetzlichen Rahmenbedingungen eine neue Situation geschaffen haben, und das Thema Energiewende in die zweite oder gar dritte Reihe politischer Ziele rückte. Das am Montag vom Kreistag ohne Gegenstimme verabschiedete neue "Leitbild 2030 Amberg-Sulzbach - Deine Zukunft" wurde in enger Anlehnung an die von den Vereinten Nationen 2015 formulierte Agenda 2030 und deren 17 Ziele entwickelt.

Schon prämiert

Skizzenhaft zeichnete Manfred Lehner, Leiter der Volkshochschule des Landkreises, vor dem Plenum noch einmal den Werdegang des aktuellen Papiers nach. Rund zwei Jahre nahm dieser Prozess in Anspruch und alle Beteiligten zeigten sich jetzt mit dem Ergebnis zufrieden. Als unermüdlicher Motor der Fortschreibung wurden Lehner von allen Seiten mit Anerkennung dieser Leistung bedacht und es gibt auch schon eine öffentlichkeitswirksame Würdigung eines Aspektes des neuen Leitbildes.

Das "lokale Aktionsmosaik zur nachhaltigen Netzwerklandschaft" wurde von dem bundesweiten Projekt Nachhaltigkeit unter 450 Einsendungen als einer von zehn Gewinnern aus Bayern und Baden-Württemberg ausgezeichnet. Das Preisgeld beträgt 1000 Euro. "Ich weiß, wenn wir das jetzt beschließen, werden Sie das ständig einfordern", wandte sich vor der Abstimmung Landrat Richard Reisinger (CSU) an das Plenum. Der Kreistag solle sich zudem bewusst sein, dass hier kein Status quo formuliert werde "und wir in ein paar Jahren auch dieses Leitbild wieder fortschreiben werden".

Nicht nur Technik

Die jetzige Fassung unterscheidet sich - das thematisierte auch Lehner in seiner Kurzbeschreibung - von der ersten von 2005/06 hauptsächlich dahingehend, dass nicht nur die Nachhaltigkeit eines umweltverträglicheren Technologiewandels, sondern auch soziale, gesellschaftliche und politische Aspekte, sprich die Strukturen der Zivilgesellschaft, deutlich stärker thematisiert werden. Das begrüßten in kurzen Statements durchweg alle Fraktionen über Parteigrenzen hinweg.

Ein wichtiges Stichwort steuerte noch Stefan Braun als Sprecher der Christsozialen bei. Demnach könne sich dem Geist des neuen Leitbildes eigentlich kein vernünftiger Mensch mehr entziehen. Die relevanten Entscheidungen würden jedoch meist an der Basis, sprich bei den Kommunen, fallen. Angemerkt

Leitbild 2030:

n Präambel

„Das Leitbild nimmt neue Entwicklungen auf und ist als Momentaufnahme eines ständigen Prozesses zu betrachten.“

n Netzwerk-Gedanke

„Gemeinden und Städten kommt (...) eine Doppelrolle zu: Zum einen sind sie es, die die ‚Pioniere des Wandels‘ vor Ort ermutigen und unterstützen können und sollen. Zum anderen können sie (...) zu ‚Pionieren des Wandels‘ werden, indem sie (...) Entscheidungen anhand nachhaltiger Kriterien treffen und mit entsprechenden Projekten umsetzen.“ Dabei sind sie „auf die Mitarbeit der Menschen angewiesen“.

n Ziele

Bis 2021 Beteiligung der Bürger und Möglichkeiten zur Partizipation „in allen Handlungsfeldern“; bis 2030 CO2-Ausstoß im Verkehr um 30 Prozent verringern; ab sofort „stärkere Einsparung von Flächen“ bei Planungen des Landkreises, Unterstützung einer „Mobilitätswende“. (zm)

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