(dob) "Preiset froh den König", stimmte der Kirchenchor unter fulminantem Orgelklang die Kirchenbesucher auf den großen Festtag ein. Am Feiertag Mariä Himmelfahrt begehen die Böhmischbrucker seit jeher das Kirchenpatrozinium ihrer wunderschönen barocken Pfarrkirche. "Wir haben Grund, Gott zu preisen." Mit einem langen Kirchenzug, ausgehend vom Feuerwehrgerätehaus, startete der Festtag. Die Kapelle "Bayrisch Blech" und der liturgische Dienst mit Bischöflich Geistlichem Rat, Pfarrer Alois Scherm, gingen voraus.
Weil es seit alters her Brauch ist, dass an diesem Marienfesttag Kräuter gesegnet werden, trugen die Ministrantinnen selbstgeflochtene Blumenkränze im Haar. Die Burschen hielten die Kräuterbuschen in den Händen. "Durch Maria bekommt unser Leben Sinn und hat ein Ziel", sagte der Geistliche. Pfarrer Scherm lud alle ein, an diesem Tag den österlichen Glauben zu erneuern und zu vertiefen. Unser aller Ziel müsse die Gemeinschaft mit Gott sein.
"Das ist einfach himmlisch, da hat man himmlische Gefühle oder Verliebte stehen im siebten Himmel", so oder ähnlich sind immer wieder Aussagen zu hören, sagte der Geistliche zu Beginn seiner Predigtgedanken. "Wir wollen damit zum Ausdruck bringen, das etwas wunderbar ist." Barockkirchen wurden während und nach dem 30-jährigen Krieg gebaut. Damit haben die Menschen dieser Zeit ein Stück Himmel auf die Erde geholt, versicherte Pfarrer Scherm.
Daheim in ihren Hütten erlebten die Menschen damals die ganze Woche nur Elend und große Not. Wenn sie aber am Sonntag in ihre Kirchen kamen, haben sie trotz aller Belastung aufgeatmet. Im Wort Himmel steckt die Sehnsucht nach Glück, Seligkeit, Herrlichkeit und nach Vollkommenheit, und das haben die Künstler versucht, in diesen Kirchen darzustellen. "Die Böhmischbrucker Kirche ist ein Kleinod und ich freue mich immer wenn ich hereinkomme und auf dem Altarbild das Geheimnis des heutigen Festes sehe, die Aufnahme der Mutter Maria in die Herrlichkeit des Himmels." Maria werde den Gläubigen mit einem vollendeten Leben vor Augen gestellt.
"Alle Mühsal, alle Leiden, alles Gescheiterte und Vergebliche ist bei Gott aufgehoben. Deshalb sind heute im Tagesgebet auch zwei Grundrechte für das Leben genannt: Hoffnung und Trost. Beides brauchen wir zur rechten Zeit", sagte der Pfarrer. Diese göttliche Hoffnung gibt uns Stärke und Mut. "Wir sollen das Höchste, das Größte und Wichtigste nicht aus den Augen verlieren. Wir brauchen in allen Niederlagen, in allem Scheitern und vor allem im Sterben, Hoffnung, das Gott für mich alles zum Guten wendet und dass ich in Gottes Händen geborgen bin. Wenn wir niedergeschlagen und enttäuscht sind, sehnen wir uns nach dem Trost eines anderen Menschen und um Verzeihung." Besonders die Trauer mache den Menschen dünnhäutig. "Maria ist ein untrügliches Zeichen der Hoffnung und des Trostes."
Auf dem Pfarrheimplatz war nach dem Ende des Gottesdienstes bereits alles vorbereitet. Als die Besucher aus der Kirche strömten, spielten die Musikanten von "Bayrisch Blech" bereits zünftig auf. Die Sonnenstrahlen tauchten den Platz in ein besonderes Festtagslicht. Und so nahmen viele Besucher die Einladung gerne an und feierten mit den Böhmischbruckern an diesem Tag.


















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