28.03.2019 - 12:50 Uhr
BrandOberpfalz

Blick ins "schwebende Schlachthaus"

Marco Kellner aus Ebnath machte es möglich: Er erlaubte den Bürgern aus Brand einen virtuellen Einblick in das künftige "schwebende Schlachthaus".

Das Interesse an den Städtebau-Projekten in Brand wächst. Das zeigte der gute Besuch am Tag des Städtebaus.
von Bertram NoldProfil

Noch schwebt das Schlachthaus nicht und es wird auch nie tun. Der Ausdruck ist entstanden bei einem Bericht des Architekten Peter Haimerl, der das Gebäude einmal so nannte, weil es in nächster Zukunft auf Stelzen über einer Grube stehen wird.

Beim Tag des Städtebaus im Mehrzwecksaal aber hatten die Besucher schon einmal Gelegenheit, virtuell ins Innere zu schauen. Marco Kellner projizierte dafür eine 3-D-Ansicht auf die Leinwand. Und so konnte Haimerls Mitarbeiterin, Architektin Anna Firak, die Besucher durchs Haus führen und dazu Details schildern.

Ende April soll es losgehen. Dazu werden Mikropfähle in den Boden gebohrt: 29 Stück, 2 davon aus statischen Gründen schräg. Die Westwand des neueren Teils des Hauses wird dazu aufgebrochen, damit ein Bohrgerät durch die Öffnung ins Haus fahren kann, um dort die Löcher zu bohren und die Pfähle zu setzen. Sechs Meter tief werden sie dann im Boden stecken und zwei Meter werden später sichtbar sein.

Der Boden des Hauses wird herausgenommen und durch einen neuen Boden ersetzt. Später wird dann auch eine Rampe von der Öffnung aus über die Grube ins Freie führen. Bei der Innenausgestaltung soll mit vorhandenen Materialien gearbeitet werden, um möglichst die Identität des Hauses zu erhalten. Ein Mehrzweckraum wird entstehen, der eventuell auch als Büro für die Architekten während der Zeit der Städtebau-Projekte in Brand genutzt wird. Maximal 50 Leute werden dort Platz haben.

Zudem wird es noch einen Verkaufsraum und eine Küche geben. Als Selbstbedienungsladen ist das alles gedacht und die Bedenken eines Besuchers, dass hier Konkurrenz zum bestehenden Lebensmittelgeschäft entsteht, konnte Bürgermeister Ludwig König entkräften. Der Gemeinderat habe sich schon mit den Gaststättenbetreibern und Geschäftsinhabern zusammengesetzt und die Thematik erörtert. Das Angebot sei keine Konkurrenz, eher eine Ergänzung.

Es soll dort regionale Produkte geben. Zudem habe ein Anbieter schon Interesse bekundet. Die Fleischerhaken werden nicht weichen und auch die Lampen nicht. Der Kessel bleibt erhalten und wird restauriert. In allen Räumen wird man auf geschliffenem Estrich laufen.

Im Außenbereich ist an eine Aufweitung des Grundbachs mit einem Wasserspielplatz gedacht. Der Schornstein wird nicht mehr gebraucht und das Dach neu eingedeckt, der neuere Teil mit Blech, der Ziegelbau mit Schiefer. Die Außenanlagen sind in Planung und Ende August soll alles fertig sein.

Marco Kellner hat einen dreidimensionalen virtuellen Blick ins künftige Schlachthaus ermöglicht. So konnte Anna Firak die Besucher durch "fertige" Räume führen.
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