Brand (VG Neusorg)
31.03.2021 - 12:05 Uhr

Erfahrungspfad auf den Flurbereinigungswegen um Brand

Das "Hahnenfilz" in Brand ist ein Naturschutzgebiet. Früher wurde dort Torf gestochen, um heizen zu können. Heute soll dort ein Erfahrungspfad auf den Flurbereinigungswegen entstehen. Dafür sucht Gerald Hoch noch Bilder.

Das "Hahnenfilz" ist ein Naturschutzgebiet, das strengen Regeln unterliegt. Eine Verletzung wie etwa Müllablagerung, hätte schwerwiegende Folgen. Bild: ld
Das "Hahnenfilz" ist ein Naturschutzgebiet, das strengen Regeln unterliegt. Eine Verletzung wie etwa Müllablagerung, hätte schwerwiegende Folgen.

Wer am Gasthof "Waldfrieden" am Schneebergweg die Straße Richtung Wald verlässt, trifft nach wenigen Metern auf ein Naturschutzgebiet. Ein kleiner Weiher, auf dem eine einsame Wildente schwimmt, umgeknickte Bäume, die schon viele Jahre hier unberührt liegen, säumen ihn, und rundum sumpfiges Gelände. Es fällt schwer, sich von dem beruhigen Plätschern des Rinnsales zu trennen, das vor dem Einmünden in ein kleines Bächlein eine Schaumkrone bildet.

Auf dem Schild "Naturschutzgebiet" werden strenge Regeln gefordert, deren Missachtung mit einer Strafe von bis zu 50 000 Euro geahndet werden kann. Das "Hahnenfilz" heißt es umgangssprachlich. Der sächliche Artikel leitet sich ab vom ebenfalls sächlich gebrauchtem "Moor", das es hier einmal gab und wichtig war als Wasserspeicher.

Torf als Heizmittel

Aber nicht nur das: Hier wurde Torf gestochen zum Heizen. Für die Menschen, die vor einigen Jahrzehnten noch in ärmlichen Verhältnissen lebten, hatte das große Bedeutung. In der Chronik der Gemeinde Brand ist den ehemaligen "Lohen", wie diese Wasserspeicher hießen, ein Abschnitt gewidmet. Der ganze Bezirk um den ehemaligen Fichtelsee und dem Gregnitzbach bis nach Nagel sei von "Lohen" bedeckt gewesen, und diese seien eigentlich die beständigen Wasserbehälter, aus welchen die Flüsse ununterbrochen abfließen. Was also auf den hohen Schweizer und Tiroler Alpen der ewige Schnee bewirkte, wird erklärt, würde hier auf eine andere, ebenso einfache Weise durch diese Sümpfe erzielt.

Wasserspeicher am Versiegen

"Heute seien die Lager, insbesondere das mächtige Hahnenfilz, zum allergrößten Teil ausgebeutet, was seine Hauptursache im Brennstoffmangel während der Kriege 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945 hatte," heißt es in der Chronik. Die "Lohen" sind nun schon so weit ausgetrocknet, dass manche, wie zum Beispiel die Bernlohe, als solche gar nicht mehr zu erkennen sind. Die Wasserspeicher seien am völligen Versiegen, schreibt Chronist Hanns Schellein bereits in den 1950er Jahren, eingeleitet durch die fortschreitende Verdrängung des Waldes.

In Brand ist, federführend durch Gerald Hoch, ein Erfahrungspfad auf den Flurbereinigungswegen rund um Brand im Entstehen. An zahlreichen Stationen werden Themen behandelt und es wird zu Aktivitäten motiviert. Unter anderem soll eine solche Station den Themen "Moor - Wasser - Torf" gelten. Dafür werden Informationen und vor allem Fotos gesucht, die etwas zeigen von dem damaligen Hahnenfilz, vom Torfstechen und allem, was dazu gehörte. Wer etwas beitragen kann, findet bei Gerald Hoch im Lohweg in Bernlohe einen dankbaren Abnehmer. Die Fotos werden nicht einbehalten. Sie werden sofort gescannt und zurückgegeben.

Brand (VG Neusorg)30.03.2021
Ein Ort, der unbedingt geschützt und erhalten werden muss. Das "Hahnenfilz" im Wald bei Oberölbühl. Bild: ld
Ein Ort, der unbedingt geschützt und erhalten werden muss. Das "Hahnenfilz" im Wald bei Oberölbühl.
 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.