07.10.2021 - 14:28 Uhr
BrandOberpfalz

Freundschaft wieder aufleben lassen: Besuch aus Callenberg in Brand

Zwischen Brand und dem Callenberger Gemeindeteil Falken in der ehemaligen DDR war die Freundschaft zuletzt etwas eingeschlafen. Vergangenes Jahr besuchten die Oberpfälzer ihre Freunde, jetzt stand der Gegenbesuch an.

Besuch aus Callenberg empfingen die Brander am Tag der Einheit. Zu einem Gruppenbild versammelten sich Gäste und Gastgeber an der Max-Reger-Büste.
von Bertram NoldProfil

Der Tag der Einheit erfährt eine zunehmende Versachlichung, auch in der ehemaligen DDR sei von Feierlichkeiten kaum noch etwas zu spüren. Davon berichteten die Vertreter der Gemeinde Callenberg, zu der auch die ehemalige Gemeinde Falken gehört, die mit Brand einmal eine gute Verbindung hatte. Die begann mit dem Besuch der ehemaligen Bürgermeisterin Marlene Führer: Sie war 1989 in Brand zu Besuch und kaufte sich in der Bäckerei Pürner etwas zu essen, um dort nach dem Rathaus zu fragen, wo sie auf Bürgermeister Karl Söllner stieß. Dessen freundliche Aufnahme war der Beginn einer guten Freundschaft, die vor allem Söllner durch regelmäßige Besuche und Kontakte pflegte. Zwischen den Feuerwehren waren gute Beziehungen entstanden, doch richtig lebendig war die Freundschaft in den vergangenen Jahren nicht mehr. 2020 wurde eine Wiederbelebung gewagt und eine Gruppe um Bürgermeister Bernhard Schindler fuhr ins 160 Kilometer entfernte Callenberg, eine Gemeinde mit sieben Ortsteilen, zu denen die ehemalige Gemeinde Falken gehört. Selbstverständlich wurde eine Gegeneinladung ausgesprochen, die gerne angenommen wurde.

Infos zu Reger

So wurde der Tag der deutschen Einheit 2021 in Brand als ein Tag begangen, an dem zwei Gemeinden aus dem ehemals geteilten Deutschland einen gemeinsamen Tag verbrachten. Pünktlich um 10 Uhr fuhr ein Kleinbus am Rathaus vor. Bernhard Schindler hatte mit Jutta Graf einen Sektempfang vorbereitet. Mit herzlichen gegenseitigen Begrüßungsworten begann der Tag.

Erster Punkt des Programms waren Informationen über Max Reger. Der Teil, den Bertram Nold übernommen hatte, endete mit einem gemeinsamen Foto an der Büste neben dem Orgelbrunnen. Alle wichtigen Punkte von Brand zu besuchen, war einfach nicht möglich. Die von Wolfgang Doleschal für Heimatkinde 4.0 vorbereitete Computer-Präsentation war ein würdiger Ersatz. Er stellte die Gemeinde mit wunderbaren Bildern aus alter und neuer Zeit digital vor, was auch einen kurzen Blick in die Entstehungsgeschichte der Gemeinde mit alten Karten möglich machte - die Entstehung der Betriebe inklusive. Analog ging es weiter, um 12 Uhr stand das Mittagessen im Gasthof „Waldfrieden“ bereit.

Weitere Besuche geplant

Bei einer Busrundfahrt lernten die Gäste das Fichtelgebirge kennen, bestiegen mit den Gastgebern den Klausenturm und machten Station am „Hummelhardt“. Hier war nicht nur der Rundblick über Brand und seine Ortsteile interessant, auch die Ausführungen zum Rotvieh, das dort weidet. Bürgermeister Bernhard Schindler war es wichtig, dass die Gäste auch einen Eindruck von den anderen drei Gemeinden mit nach Hause nahmen. Schließlich galt ein Abstecher dem Kräuterdorf Nagel mit Besuch des Kräutergartens und der Feuerwehr in Brand. Die Frage nach der Zukunft der Gemeinde, die Wolfgang Doleschal bei der digitalen Vorstellung gestellt hatte, konnte am besten mit dem Besuch des „Schwebenden Schlachthauses“ gestellt werden. Hier steht das Gebäude, das das „neue Brand“ symbolisieren soll. Von hier aus soll der Ortskern seine Erneuerung erfahren. Bei Kaffee und Kuchen im Biergarten ließ man den Tag Revue passieren.

Mit einem Geschenk für alle Teilnehmer verabschiedeten sich die Gäste, nicht ohne auch über die Zukunft der wiederbelebten Freundschaft zu sprechen. Sie soll auf jeden Fall mit regelmäßigen Besuchen gepflegt werden und das müsse nicht unbedingt der 3.Oktober sein. Vielleicht kommt dann auch die ehemalige Bürgermeisterin Marlene Führer wieder einmal nach Brand. 2020 und heuer war sie urlaubsbedingt abwesend.

Die Gemeinschaftsversammlung der VG Neusorg

Ebnath
Info:

Die Gemeinde Callenberg

  • Die Gemeinde Callenberg liegt im Landkreis Zwickau, zu ihr gehören die Ortsteile Callenberg, Falken, Grumbach, Langenberg, Langenchursdorf, Meinsdorf und Reichenbach.
  • Bürgermeister ist Daniel Röthig.
  • Alle Ortsteile haben eine lange eigenständige Geschichte und wurden im Zuge der Gemeindegebietsreform am 1. Januar 1999 zur Gemeinde Callenberg vereinigt. In der Gemeinde wohnen 5632 Einwohner (Stand 31.12.2005). (Quelle: Homepage der Gemeinde)
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