06.10.2020 - 12:53 Uhr
BrandOberpfalz

Der Gemeinde Brand viel Zeit geopfert

Sie gehörten unterschiedlich lang dem Brander Gemeinderat an. Gemein haben die bisherigen Mandatsträger aber den Tag ihres Ausscheiden und des Abschieds.

Eine Festsitzung hatte Bürgermeister Bernhard Schindler anberaumt, die auch der Verabschiedung der ausgeschiedenen Gemeinderäte diente. Den Abend gestaltete Luisa Hofmann mit Klavierstücken musikalisch.
von Bertram NoldProfil

Eine Kommunalwahl ist für jene, die sich zur Wahl stellen oder bereits im Gremium mitarbeiten, immer sehr spannend: wiedergewählt oder nicht? Manche dürfen sich freuen, andere müssen die Entscheidung der Wähler oft mit einem Zähneknirschen zur Kenntnis nehmen. Für Ausgeschiedene gibt es dann irgendwann den Tagesordnungspunkt "Verabschiedung".

In der Oktober-Sitzung Gemeinderats ging dieser Akt im Mehrzwecksaal über die Bühne. Musik verleiht solchen Abenden ein festliches Gepräge. Luisa Hofmann hatte das übernommen und trug am Flügel neben zwei weiteren Stücken "Ballade pour Adeline" vor.

Durch dick und dünn

Bürgermeister Bernhard Schindler sprach von einem Wechsel im Gremium, der immer auch einen Abschied von Gemeinderatsmitgliedern mit sich bringe. Er bedauere das und nicht nur, weil die Kommune mit 71 Gemeinderatsjahren wahnsinnig viel Erfahrungswissen verliere. Auch schieden Menschen aus, mit denen man kommunalpolitisch gemeinsam durch dick und dünn gegangen sei und so manche schwierige Situation überwunden habe. An diese Menschen habe man sich gewöhnt, man habe sie schätzen gelernt, und sie haben sich mit ihren Fähigkeiten und Talenten in die anspruchsvolle Gemeinderatsarbeit eingebracht.

Da gelte zuerst ein großer Dank für viele Jahre bürgerschaftlichen Engagements; dies auch im Namen des Gremiums und der gesamten Bürgerschaft. Es werde oft verkannt, dass es sich bei dieser Aufgabe um eine freiwillige Tätigkeit handle, die überaus großen Einsatz erfordere: zeitlich, mental und oft auch finanziell, da die damit verbundenen Aufwendungen durch die Sitzungsentschädigungen nicht gedeckt seien, betonte der Rathauschef.

Hohes Maß an Toleranz

Der enorme zeitliche Einsatz umfasse auch die Teilnahme an Sitzungen in Verbänden und sonstigen Gremien. Ebenso nehme die Vorbereitung auf Sitzungen und die Fraktionsarbeit breiten Raum ein. Auch die Bürger erwarteten zurecht, dass man sich Zeit für Gespräche mit ihnen nehme und sich um ihre Anliegen kümmere. Im Einzelfall erfordere das mitunter auch ein "dickes Fell" und ein hohes Maß an Toleranz, denn "man kann es nicht allen recht machen". Die als Gemeinderat eingebrachte Zeit fehle oft für Partner und Familie - und manchmal auch für die Berufsausübung. Deshalb galt der Schindlers Dank ausdrücklich auch den Angehörigen.

Positive Bilanz

Er würdigte ebenso die Mitarbeiter in der Verwaltung und beim Bauhof: "Die Bilanz der Amtszeit, meine Damen und Herren, kann als ausgesprochen positiv und zukunftsweisend für unsere Gemeinde gewertet werden, betrachtet man die vielen Vorhaben, die mit Ihnen in den Beratungen zu einem guten Abschluss geführt werden und auch umgesetzt werden konnten." Der Bürgermeister nannte als Beispiele Investitionen in Bildung und Betreuung, in Kultur und Sport, aber auch in Wohngebiete, Infrastruktur und Feuerwehrwesen.

Zusammenarbeit vermissen

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge würden die Ehemaligen das Gremium verlassen: mehr Zeit zum einen, zum anderen könnten sie nun nicht mehr unmittelbar die Geschicke der Gemeinde Brand mitbestimmen. Sie würden vielleicht auch die Zusammenarbeit mit den Kollegen gelegentlich vermissen.

Auch der bisherige Rathauschef Ludwig König kam zu Ehren

Brand

Zu den Urkunden aus der Hand des Bürgermeisters gab es auch eine kleine Anerkennung: Dieter Suttner war als Nachrücker von Hubert König ein Jahr dabei, Christa Hautmann gehörte als Nachrückerin von Werner Brunner vier Jahre dem Gremium an. Florian Söllner brachte es in zwei Perioden auf zwölf Jahre und Markus Philipp, der entschuldigt war, war 18 Jahre Gemeinderatsmitglied. Auch bei Luisa Hofmann bedankte sich der Bürgermeister mit einem Geschenk.

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