01.04.2021 - 10:38 Uhr
BrandOberpfalz

Aus dem Gemeinderat Brand: Ausbau der Nageler Straße

Die Mitglieder des Brander Gemeinderats befassten sich mit der Abwassereinrichtung. Eine Lösung für den Löschteich könnte gefunden werden.

Ein Foto, bei dem sich die Kapelle im Wasser spiegelt, ist nicht immer möglich. Seit Jahren ist das fehlende Wasser im Löschteich ein Problem. Eine Lösung kann bei der Sanierung der Nageler Straße vielleicht gefunden werden.
von Bertram NoldProfil

Die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Fuhrmannsreuth und Bernlohe, die Nageler Straße in Fuhrmannsreuth, soll ausgebaut werden. Eine der größeren Aufgaben dabei ist die Abwasserentsorgung. In der vergangenen Sitzung des Gemeinderats begrüßte Bürgermeister Bernhard Schindler (CSU) zu diesem Tagesordnungspunkt Harald Götz vom gleichnamigen Tiefbaubüro in Pullenreuth.

Keine Schäden gefunden

Das Tiefbaubüro hat den Zustand der bisherigen Abwasserentsorgung überprüft. Das Ergebnis war ausführlich beschrieben und lag der Sitzungsvorlage bei. Im Bereich der Nageler Straße wurde der Mischwasserkanal samt Anschlussleitungen 2019 mittels TV-Inspektion auf Schäden untersucht. Darauf wurde eine Bewertung der Kanäle und Schächte vorgenommen. Eine Erneuerung der Hauptkanäle im Bereich der Nageler Straße sei aufgrund der vorliegenden Schäden nicht erforderlich. Die aufgezeigten Mängel könnten mittels Reparaturverfahren behoben werden. Bei den Anschlussleitungen sollte in Einzelfällen eine Erneuerung - auch Teilerneuerung - im Zuge der Straßenbaumaßnahme erfolgen. Der Regenwasserkanal im Bereich der Nageler Straße ist ohne Mängel.

Der Anschlusskanal aus dem Bereich Weiherweg weist nach dem Bericht jedoch erhebliche Schäden auf und sollte zumindest im Bereich der Straßenbaumaßnahme in offener Bauweise erneuert werden. Einem Lageplan konnten Einzelheiten entnommen werden, auch Fotos waren beigefügt.

Nach Auswertung der TV-Inspektion sind Zuflüsse verschiedener Hausanschlüssen erkennbar, die vermutlich aus angeschlossenen Drainagen stammen. Der überwiegende Fremdwasserzulauf dürfte jedoch aus dem Seitenkanal Weiherweg stammen. Die vermutlichen Fremdwasserzuläufe aus Hausanschlüssen im Bereich der Nageler Straße waren in dem Lageplan markiert. Der Regenwasserkanal aus der Nageler Straße ist an den Regenwasserkanal an der Brander Straße angeschlossen. Für die Einleitung aus dem Regenwasserkanal Brander Straße existiert eine wasserrechtliche Erlaubnis.

Gemäß der Unterlagen, die der Firma Götz vorlagen, dient der Regenwasserkanal im Bereich der Brander Straße zur Ableitung der Außengebiete im Einzugsgebiet Fuhrmannsreuth. Die Dimensionierung des Regenwasserkanals Brander Straße wurde auf diese Außengebiete beschränkt.

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Der bestehende Anschluss aus der Nageler Straße inklusive Weiherweg wurde bei der Planung und Dimensionierung des Regenwasserkanals nicht berücksichtigt und ist somit nicht Bestandteil der wasserrechtlichen Erlaubnis. Ein Anschluss weiterer Flächen müsste erneut wasserrechtlich behandelt werden. Inwieweit ein Anschluss weiterer Flächen hydraulisch möglich ist, müsste überprüft werden.

Lage ausschlaggebend

Zusätzlich würden hierdurch Maßnahmen zur Rückhaltung und Behandlung erforderlich. Aufgrund der Höhenlage des Regenwasserkanals ist ein Freispiegelanschluss von Drainagen aus der Grundstücksentwässerung der talseitigen Gebäude nicht beziehungsweise nur sehr eingeschränkt möglich, es bestünde jedoch die Möglichkeit einer Ableitung in Richtung Mordbach.

Für die höherliegenden Anwesen könnte im Zuge der Straßenbaumaßnahme ein Drainagensammler errichtet werden. Dieser Sammler könnte dann an den vorhandenen Löschteich beziehungsweise Teichüberlauf angeschlossen werden. Grundsätzlich wäre eine Teilableitung aus dem Mordbach zum Löschteich denkbar. Diese Entnahme müsste wasserrechtlich genehmigt werden.

Der Bürgermeister hat hier jedoch Bedenken: Zum einen wäre es eine teure Angelegenheit, zum anderen sei eine wasserrechtliche Genehmigung fraglich. Der Mordbach führe wenig Wasser, und in trockenen Phasen sei eine Teilausleitung in den Löschteich, der offenbar nicht dicht ist, nicht möglich. Eine gesicherte Löschwassermenge in Trockenzeiten aus dieser Zuleitung sei nicht gewährleistet.

Hintergrund:

Ergebnis der Beratungen

Das Ergebnis der Beratungen wurde in fünf Teilen festgehalten, die auch so einstimmig beschlossen wurden:

  • Der Regenwasserkanal aus dem Weiherweg wird im Straßenbereich erneuert und bis zum Teich verlängert. Als Notüberlauf wird eine Verbindung zu einem Schacht in der Nageler Straße hergestellt. Zur Abflussregelung - Ableitung in den Teich oder in den Regenwasserkanal - soll ein Steckschieber eingebaut werden, der manuell bedient wird.
  • Neubau eines geschlossenen Drainagesammlers von der Einmündung des Regenwasserkanals aus dem Weiherweg bis zur nördlichen Einmündung des Weiherweges zur Ableitung der Fremdwassereinträge dreier Anwesen im Weiherweg sowie zum Anschluss der Straßensickerleitung. Die nordöstlichen Straßenanlieger haben die Möglichkeit, ihr Oberflächenwasser, also Fremdwasser, direkt in den Mordbach einzuleiten.
  • Die schadhaften Anschlussleitungen in der Nageler Straße werden innerhalb der Straßenbaumaßnahme in offener Bauweise erneuert.
  • Die in der Sanierungsplanung aufgezeigten Schadstellen am vorhandenen Mischwasserkanal sollen in einer gesonderten Maßnahme saniert werden.
  • Vor der Asphaltierung der Nageler Straße wird eine Kamerabefahrung des Mischwasserkanals zur Beweissicherung durchgeführt.
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