24.11.2021 - 08:40 Uhr
BrandOberpfalz

Gemeinderat Brand: Bald Wohnen im "Lindenhof"?

Katharina Kopp stellte in der Sitzung den Entwurf für das Mehrgenerationen-Wohnen in der Fichtelberger Straße vor. Große Zustimmung gab es vonseiten des Brander Gemeinderats.

So könnte die Mehrgenerationen-Wohnanlage, die Planerin Katharina Kopp "Lindenhof" nannte, aussehen. Die Planung fand die Zustimmung aller Gemeinderäte.
von Bertram NoldProfil

Es ist durchaus möglich, dass in den kommenden Jahren Brander Bürger – Senioren und Familien – im „Lindenhof“ wohnen. Katharina Kopp hatte nämlich Recht mit ihrer Vermutung, dass der Name „Lindner“ etwas mit der Linde zu tun hat: Der Mann, der bei der Linde wohnte, war einmal „der Lindner“. Die Linde ist schon lange nicht mehr, der ehemalige Bauernhof der Familie Lindner am unteren Ende der Fichtelberger Straße stand lange Zeit leer und nun soll er im Rahmen der Wiederbelebung des Ortskerns eine neue Nutzung erfahren: Ein Mehrgenerationenhaus soll dort entstehen.

Erste Entwürfe im Oktober

Der Gemeinderat Brand hat in seiner nichtöffentlichen Sitzung im Juni 2021 den Auftrag für die Leistungsphasen 1 bis 3 an das Büro ARCHI_D, Brand, vergeben. Katharina Kopp hat für das Büro die Planung übernommen. Der Name des Projekts erschien ihr zu lang, weshalb sie ihm einen kürzeren Namen verlieh; mehrere Vorschläge für ein Logo hat sie gleich dazu geliefert. In der vergangenen Gemeinderatssitzung hat sie den Entwurf vorgestellt; mit durchgehend positivem Echo.

Bereits im Oktober hat Katharina Kopp Bürgermeister Bernhard Schindler und Bauamtsleiter Achim Scherm die ersten Entwürfe vorgestellt. Im November kam es zu einer hausinternen Besprechung mit dem Sozialteam Regensburg, das die Unterlagen auch erhalten hatte. Auch dessen Stellungnahme, die den Gemeinderäten vorlag, war sehr positiv. Bürgermeister Bernhard Schindler (CSU) zitierte daraus: „Gelungener Baustein der örtlichen Daseins-Vorsorge“.

Die Architektin begann die Vorstellung mit einer ausführlichen Schilderung der Ausgangslage, erklärte, dass nach Abriss der Scheune zwei Gebäude erhalten bleiben, zumindest teilweise. Der ehemalige Stall soll zum Seniorentrakt mit Funktionsräumen umgebaut werden, quer dazu soll ein eingeschossiger Anbau als Ergänzung zu einem Treffpunkt erfolgen. Bäume – selbstverständlich Linden – sollen zur Straße hin als städtebauliche Abrundung gepflanzt werden. Der Seniorentrakt wird über den Hof erreicht. Von hier gelangt man in den Empfangsraum, der zugleich Gemeinschaftsraum ist. Jede der beiden Etagen hat fünf Appartements, zwei Zwei-Raum-Wohnungen und drei Ein-Raum-Wohnungen. Ein Aufzug wird vorhanden sein, auf Wunsch des Bürgermeisters ist auf dem Geräteraum eine Dachterrasse vorgesehen. Das Gebäude wird etwa 1,2 Meter tiefer liegen als das Wohnhaus, was eine geschickte Gestaltung des Hofraums erfordert.

Im Wohnhaus, das für Familien gedacht ist, soll die vertikale Aufteilung erhalten bleiben. Der hintere Teil des Erdgeschosses ist nicht mehr nutzbar. Der frühere Stall hat zu starke Schäden verursacht. Dort wird die Technik untergebracht. Ins obere Geschoss des vorderen Teils gelangt man über die bestehende Treppe, für das Dachgeschoss gibt es eine innenliegende Treppe. In das Obergeschoss der hinteren Wohnung gelangt man über eine Außentreppe. Insgesamt werden im „Lindenhof“ 885 Quadratmeter Wohnfläche entstehen. 4000 Kubikmeter umbauter Raum haben ihren Preis: 2 Millionen Euro. Dazu kommen noch Außenanlagen, Ausstattung und Baunebenkosten. Grob geschätzt – plus/minus zehn Prozent – nannte Katharina Kopp Gesamtkosten von 2,5 Millionen Euro. Bürgermeister Bernhard Schindler ergänzte, dass es auch Anfragen von Paaren für den Seniorenbereich gebe; das würde etwas mehr Platz erfordern. Daran sei gedacht worden, erklärte die Planerin.

"Gefällig"

„Ein gelungener Entwurf“, fasste Wolfgang Doleschal (CSU) zusammen und sprach mögliche Änderungen an, die nur den Gemeinschaftsraum betreffen könnten. Das würde jedoch kaum Kostenersparnis bedeuten. „Gefällig, passt gut ins Ensemble des alten Dorfes“, formulierte Werner Brunner (FWG). Den Forderungen des Sozialteams sei entsprochen worden. Gerne hätte er die Entwürfe vorher digital gehabt und auch das Raum-Programm hätte er sich vorher gerne näher angesehen. Die Frage nach einer alternativen Förderung stellte Georg Zaus (FWG). Bauamtsleiter Achim Scherm meinte jedoch, dass die Städtebauförderung günstiger als die Wohnungsbauförderung sei. Um sie in Anspruch nehmen zu können, blieben die Mauern des Stalls erhalten. Michaela Schmidt (CSU) freute sich darüber, dass der Name „Lindner“ irgendwie mit einfließt und Bürgermeister Bernhard Schindler bat ums Handzeichen: Mit einem einstimmigen Votum wurde der Bürgermeister beauftragt, die Planungsunterlagen mit der Regierung der Oberpfalz abzustimmen.

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Info:

Wohnen im "Lindenhof": Eckdaten

  • Insgesamte Wohnfläche: 885 Quadratmeter
  • Umbauter Raum: 4000 Kubikmeter
  • Preis: 2 Millionen Euro (mit Außenanlagen, Ausstattung und Baunebenkosten Gesamtkosten 2,5 Millionen Euro)
  • Nach Abriss der Scheune bleiben (zumindest teilweise) zwei Gebäude erhalten
  • Ehemaliger Stall soll zum Seniorentrakt mit Funktionsräumen umgebaut werden
  • Fünf Appartements, zwei Zwei-Raum-Wohnungen und drei Ein-Raum-Wohnungen auf beiden Etagen
  • Im früheren Stall wird die Technik untergebracht

„Gelungener Baustein der örtlichen Daseins-Vorsorge.“

Aus der Stellungnahme des Sozialteams Regensburg

 

 

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