Von Brand aus direkt nach München fuhr Architekt Peter Haimerl, um dort den Bayerischen Architekturpreis in Empfang zu nehmen. Zusätzlich erhielt Haimerl aus der Hand von Bayerns Bauministerin Ilse Aigner die höchste Auszeichnung, die der Freistaat zu vergeben hat, den "Bayerischen Staatspreis für Architektur". "Gute Architektur ist kein Luxus. Gute Architektur ist ein klares Bekenntnis zur Baukultur und im Kulturstaat Bayern ein Muss. Mit Ihren Projekten überschreiten Sie auf ganz wunderbare Weise die Grenzen konventioneller Architektur und das von München bis Blaibach." Mit diesen Worten hat Aigner die Arbeit Peter Haimerls in der Münchener Freiheizhalle bei der Preisverleihung gewürdigt.
In Brand konnte das Montag keiner ahnen. Viele hatten mit ihm bei den Feierlichkeiten zum Spatenstich für das „schwebende Schlachthaus“ gesprochen, doch er hatte nichts verraten. Haimerl liebt es bei denen zu sein, für die er arbeitet. Er möchte das Lebensgefühl der Menschen kennenlernen, aber auch für seine Ideen begeistern oder sie wenigstens davon überzeugen. Und wer seinen Worten beim Spatenstich gelauscht hat, konnte nur das Gefühl haben, dass er es mit seinen Zielen ernst meint, dass ihm etwas daran liegt, den ländlichen Raum zu fördern, dessen Geschichte, Kultur und Architektur in Einklang zu bringen und vor allem sichtbar zu machen. Dahinter stehen Visionen von einem Dorf, das seine Ressourcen noch lange nicht ausgeschöpft hat, das aber genau darin seine Stärken hat. Haimerl möchte, dass viele Menschen die Werte der Region entdecken, sich darauf einlassen und mit ihm zusammen eine Region schaffen, in der es sich lohnt, zu leben.
Der gebürtige Viechtacher Architekt wurde bereits in die Berliner Akademie der Künste aufgenommen. Mit den beiden Preisen wurde nun sein Einsatz für die hohe Qualität der Architektur gewürdigt, vor allem auch das bürgerliche Engagement, das Wirkung über die Gebäude hinaus zeigt. In seinem Fall sei das wohl das Engagement für die Stadt Viechtach und insbesondere für die vielbeachtete Bürgerinitiative gegen den Abriss des dortigen Semmlerhauses gewesen, sagt Haimerl selbst.
Welche Bedeutung aber hat das für Brand? Mehrmals schon hat Haimerl seine Vision von einem neuen Brand geschildert; im Gemeinderat, bei Bauschau-Terminen, von den Zuhörern oft mit großem Vorbehalt aufgenommen. Einmal fasste er im Gemeinderat in Brand zusammen: „Ich kann euch nicht alles bis ins letzte Detail erklären. Ihr müsst mir einfach einmal glauben.“ Das taten die Gemeinderäte, fassten Beschlüsse, die nichts Anderes ausdrücken, als dieses Vertrauen in ihn und seine Arbeit zu bestätigen und diesen nicht bis ins letzten Detail beschriebenen Weg mit ihm zu gehen. Ein guter Weg, von dem immer mehr Brander überzeugt sind. Die Gemeinde Brand gratuliert „ihrem“ Architekten Peter Haimerl und wünscht sich eine lange gute Zusammenarbeit mit ihm.
Brand (VG Neusorg)
27.07.2018 - 09:47 Uhr
Höchste Auszeichnung Bayerns für Brander Architekt
von Bertram Nold
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