15.06.2021 - 09:11 Uhr
BrandOberpfalz

Hoher Besuch im Waldkindergarten "Goldbachtaler Wurzelzwerge"

Vertreter des Staatsforsts sowie die Bürgermeister von Brand und Kulmain besuchen den Waldkindergarten "Goldbacher Wurzelzwerge" in seiner neuen Heimat. Nicht nur sie sind von der Einrichtung begeistert.

Vertreter des Staatsforstes, Försterin Miriam Lang und Leiter Winfried Pfahler (von rechts), sowie die beiden Bürgermeister von Brand und Kulmain, Bernhard Schindler und Günter Kopp (Dritter und Vierter von rechts), statteten dem Waldkindergarten einen Besuch in seiner neuen Heimat ab. Darüber freute sich auch der Vorsitzende des Trägervereins, Bernhard Reindl (Mitte), und zeigte sich in seinen Begrüßungsworten sehr dankbar für die tatkräftige Unterstützung.
von Bertram NoldProfil

Es ist wie ein Eintauchen in eine andere Welt: Eben hat man an der Parkbucht in Frankenreuth die Straße verlassen - und schon wenig später kein Lärm, keine Bebauung mehr, alles ist ruhig und still. Wären da nicht die zahlreichen Autos am Weg abgestellt, hätte man das Gefühl, ein Stück vom Paradies zu besuchen. An diesem Tag aber sind die Autos die Ausnahme: Der Waldkindergarten "Goldbacher Wurzelzwerge“ hat Besuch.

Fülle an Verwaltungsaufgaben

Nach großen Mühen, einer Fülle von Verwaltungsaufgaben, die sich in einem Stapel an Formularen widerspiegeln, nach zahlreichen Wochenenden und Abenden, die Eltern, Förderer, Gönner und natürlich auch das Personal hier in der Waldabteilung „Saugraben“ arbeitend verbracht haben, hat der Waldkindergarten seine neue Bleibe gefunden. „Umzug vom kleinen in ein großes Paradies“ hat Leiterin Sabine Reindl einmal formuliert und hat damit genau beschrieben, wie die zwölf Kinder das neue Areal erleben.

Großen Anteil am Gelingen des Umzugs haben vor allem der Staatsforst sowie die beiden Gemeinden Brand und Kulmain, die der neuen Einrichtung hier bei Ölbrunn von Anfang an offen gegenüberstanden. Von Anfang an wurde der Waldkindergarten tatkräftig unterstützt und gefördert. Auch der Landesverband für Natur- und Waldkindergärten in Bayern war aktiv eingebunden. Vorstand Franz Huber hat persönlich die Kontakte zu den Staatsforsten geknüpft. Dafür ist ihm der Verein von Herzen dankbar.

„Da möchte man nochmal Kind sein.“

Winfried Pfahler, Leiter des Forstamts Fichtelberg, über den Waldkindergarten

So war der Besuch der Vertreter des Forstamts Fichtelberg und der beiden Bürgermeister eine kleine offizielle Einweihung. Sie waren alle gerne gekommen. Sie sind erfreut und überrascht, was aus dem geworden ist, woran sie alle beteiligt waren. Gleich drei Vertreter des Forstamtes waren gekommen: Leiter Winfried Pfahler, sein Stellvertreter Martin Hertel und Försterin Miriam Lang, zuständig für das Revier. Die Bürgermeister Bernhard Schindler und Günter Kopp vertraten die beiden Gemeinden Brand und Kulmain.

Nach derart guter Unterstützung konnten die Begrüßungsworte des Vorsitzenden des Trägervereins "Goldbacher Wurzelzwerge e.V.", Bernhard Reindl, nur mit einem großen Dank beginnen, in den er nicht nur die anwesenden Vertreter von Forst und Kommunen einschloss; auch allen Eltern und Helfern galten seine Worte.

Ofen noch nicht fertig

Leiterin Sabine Reindl streifte noch einmal die Hürden, die bis zur Genehmigung der neuen Einrichtung zu überwinden waren. Doch nun sei alles geschafft. Lediglich der neue Ofen im Bauwagen müsse noch abgenommen werden. Dieses Prunkstück sei durch viele fleißige Hände in Eigenarbeit erstellt worden, die Materialien wurden gespendet. Noch fehle ihm die Verschalung aus Brettern, damit der Wagen wie ein „Stodel“ aussieht. Eigentlich müsste er mit Lebkuchen bestückt sein, denn man kann sich die märchenhafte Idylle aus Hänsel und Gretel gut vorstellen, wenn bei großer Kälte schwaches Licht aus dem kleinen Fenster fällt und mitten im Wald aus dem Häuschen Rauch aufsteigt und von heimeliger Wärme drinnen kündet.

Dort finden sich unter anderem Regale mit Boxen für Wechselkleidung, um sie der Witterung anpassen zu können. „Raus ist immer möglich“, sagt Sabine Reindel, und das ist der Grundgedanke eines Waldkindergartens: Draußen in der Natur mit ihr den Ablauf der Jahreszeiten zu erleben.

Hoffen auf Zulauf

Winfried Pfahler gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass die Einrichtung im Bezirk des Forstamtes eine neue und vor allem dauerhafte Heimat gefunden hat. Die Maßnahmen des Forstamtes seien für Kinder gemacht worden; auch weiterhin sei man für alle Anliegen offen. „Da möchte man nochmal Kind sein“, fasste er seine Eindrücke zusammen. Er vermute großen Zulauf. An Sabine Reindl gewandt, erklärte er: „Sie haben uns durch Ihr Engagement von Anfang überzeugt.“

Bürgermeister Bernhard Schindler sprach bezüglich Umzug von einem „lachenden und einem weinenden Auge“. Er habe stets den Mut und die Euphorie in der Einrichtung in Brand bewundert. Die Nachricht von der Kündigung habe alle getroffen, doch das neue Areal sei nicht weit weg von Brand. „Wir werden immer da sein, wenn wir gebraucht werden. Einfach 230 wählen.“ Er wünschte viel Erfolg und eine gute Zukunft. Günter Kopp lobte das Engagement der Staatsforsten: „Besondere Umstände! Unbürokratische Hilfe!“ In seinen weiteren Ausführungen ging er auf die Bedeutung der Waldkindergärten für das soziale Miteinander ein. Dies alles trage zur positiven Entwicklung bei. Die Natur sein ein großes Thema der Zeit, wenn man nur an das Klima denke. Waldkindergärten seien da ein besonderes Angebot.

Der Natur unterordnen

Das Unterordnen unter die Natur sei wichtiger als das „Was will ich?“. Der Mensch müsse lernen, sich auf das Wertvolle zu beschränken.

Das könne hier beginnen, formulierte Sabine Reindl, bevor sie zum Rundgang durch die Einrichtung einlud zu gekauften und selbstgebauten Tipis, in die Waldküche und in den Waldladen, wo es natürlich auch eine Kasse gibt. Sehr interessante Dinge erlebten die Gäste und beobachteten dabei Kinder, die frei und ganz ungezwungen damit umgehen.

„Wir werden immer da sein, wenn wir gebraucht werden."

Bernhard Schindler, Bürgermeister von Brand

Es fehlt noch ein Schild an der Straße, und dank Försterin Miriam Lang dürfen sich die Kinder nun auf ein kleines Highlight freuen: Ein paar Äste müssen in größeren Höhen noch entfernt werden. Das wird ein Baumkletterer in Anwesenheit der Buben und Mädchen erledigen. Miriam Lang versprach ihnen: „Das lässt sich organisieren!“

Vor kurzem ist der Waldkindergarten umgezogen

Brand
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