18.05.2021 - 10:22 Uhr
BrandOberpfalz

Neue Heimat für Brander Waldkindergarten: Umzug in ein neues Paradies

Eine neue Heimat hat der Waldkindergarten "Goldbachtaler Wurzelzwerge" gefunden: Im sogenannten "Saugraben" fühlen sich die Buben und Mädchen schon wohl.

Die Eingewöhnungsphase ist fast schon vorbei. Die "Goldbachtaler Wurzelzwerge" sind umgezogen. Jetzt steht das Tipi in der Waldabteilung "Saugraben".
von Bertram NoldProfil

Es gibt sie noch, die „Goldbachtaler Wurzelzwerge“, den Waldkindergarten, der einmal in Brand im Birket unterhalb des Sportplatzes angesiedelt war, wo Eltern und Gönner sich große Mühe gegeben hatten, für die Kinder ein schönes zu Hause in freier Natur zu schaffen. Der Vertrag für das Areal wurde nicht verlängert, und nun ist der Kindergarten umgezogen. Dorthin wo die „Waldoma“ wohnt und sich über die Anwesenheit der Kleinen freut; wo „Opa Hans“ immer wieder einmal gerne mit Säge und Axt vorbeischaut, um gröbere Arbeiten zu erledigen. Im sogenannten „Saugraben“ - beim Parkplatz in Frankenreuth direkt in den Wald hinein - ist die Einrichtung gelandet.

„Vom kleinen ins große Paradies“, fasst Leiterin Sabine Reindl zusammen. „Lichter, heller, weiträumiger, sonniger und auch die Zufahrt ist gut. Von allen Seiten ist das Areal begehbar und auch Besucher kommen hier öfter vorbei, wenn sie im Wald spazieren gehen oder wandern.“

"Waldoma" als Nachbarin

Die „Waldoma“ wohnt hier; die Kinder nennen Gerlinde König, die hier das einzelne Haus bewohnt, so. Sie findet die Einrichtung in ihrer Nähe einfach schön und freut sich drüber. „Opa Hans“ hat den Kindern die Treue gehalten, muss jetzt leider fahren - denn aus Fuhrmannsreuth war für Hans Heise, der gerne hilft, wo es nötig ist, ein Fußmarsch ins Birket möglich.

Was sich fast schon romantisch und wie die Beschreibung eines kleinen Paradieses anhört, ist durch aufopfernde Arbeit von Personal, Eltern, Helfern und Gönnern in einer aufwendigen Aktion entstanden. Sabine Reindl hätte mit ihrem Team die Riesen-Aktion wohl nicht so erfolgreich über die Bühne gebracht, wäre die Hilfsbereitschaft nicht derart groß gewesen.

Sporadisch gearbeitet wurde hier bereits ab 1. April, die Betriebserlaubnis kam erst am 1. Mai. „Alles komplett von vorne! Alles war wieder nötig: Begehung, neue Baugenehmigung für Tipi und Bauwagen.“ Und das dauerte wieder fünf Monate. Ein Architekt war nötig, weil ohne Fachpersonal so etwas nicht gemacht werden darf. Ein gewaltiger Akt, der hinter dem Begriff „Standortwechsel“ steht.

Natürlich habe das auch die Vereinskasse, belastet und das sei gar nicht so einfach gewesen. Stundenlang mussten Anträge ausgefüllt werden. Sie sei oft nur am Sonntag zu Hause gewesen, sonst war sie immer da, erzählt Sabine Reindl. Und dabei war die gesamte Entwicklung des Waldkindergartens unter den erschwerten Bedingungen durch Corona geschehen. Nun aber ist es geschafft und die „Goldbacher Wurzelzwerge“ haben eine neue Heimat.

„Vom kleinen ins große Paradies.“

Leiterin Sabine Reindl über den Umzug des Waldkindergartens

Dickes Lob und einen großen Dank gibt es für viele, die mitgeholfen haben. Die Staatsforsten, vertreten durch Winfried Pfahler und Martin Härtl, hätten alles kostenfrei ermöglicht. Die Kinder hätten sogar zuschauen können, als die Maschinen kamen, um den Weg zu schaffen. Josef Scherm, auch bei den Staatsforsten beschäftigt, machte kostenlos die Baumkontrolle, die Eltern haben einen neuen Bauwagen gebaut und alle "Wald-Eltern" haben mit Sachspenden dazu beigetragen. Keine Firmen waren notwendig - Personal, Eltern und Freunde haben zusammengeholfen, und wer einen Traktor hatte, brachte den mit. Aber auch andere Traktorbesitzer, die keine Kinder in der Einrichtung haben, beteiligten sich. Und wenn künftig der Bauwagen beheizt werden kann, ist das das Verdienst von Michael Philipp: Obwohl kein Vater eines Kindergartenkindes, baut er demnächst kostenlos einen Ofen ein, der irgendwo ausgebaut wurde und nicht mehr gebraucht wird. Kaminkehrermeister Josef Bauer hat bereits seine Zustimmung gegeben.

Ein dickes Lob hat Sabine Reindl auch für die Gemeinden Brand und Kulmain, die für die Anliegen des Waldkindergartens stets ein offenes Ohr haben. Obwohl das neue Areal auf dem Gebiet der Gemeinde Kulmain liegt, bleiben die „Goldbachtaler Wurzelzwerge“ ein Brander Verein. Brand liegt näher und hier wurde der Verein gegründet. Mit der Fichtelnaabtalschule und den umliegenden Kitas ist der Waldkindergarten gut vernetzt.

Förderung für alle Kinder

Nun ist das neue Paradies fertig und die Förderung gibt es für alle zwölf Kinder, inklusive zweier Integrativkinder, die eine weitere Fachkraft mit zehn Stunden möglich und nötig machen. Zurzeit absolviert Günther Kuhbandner ein mehrwöchiges Praktikum und ist eine wertvolle Unterstützung. Finanziell ist der Kindergarten nun leider etwas zurückgeworfen, aber alle sind voller Optimismus.

Corona meint es derzeit gut und lässt hoffen. Dann wird es im Oktober aller Voraussicht nach wieder den Großelterntag geben. Willkommen sind interessierte Eltern mit ihren Kindern immer, um einfach einmal vorbeizuschauen und sich einen Eindruck zu verschaffen. Ein neuer Flyer ist bereit erstellt, ihm können alle Einzelheiten entnommen werden.

Und auch eine betagte Waldkindergartenfreundin von Sabine Reindl, Frau Kastner, die die Kinder sehr ins Herz geschlossen haben, hat sich schon an die neue Strecke von Marktredwitz in den „Saugraben“ gewöhnt. Sie kommt immer wieder einmal vorbei und verwöhnt die Kinder mit kleinen Überraschungen. Nun freuen sich die "Wurzelzwerge" auf die warme Jahreszeit, wenn sie im Wurzelwald zusammen spielen, lachen und lernen.

„Lichter, heller, weiträumiger, sonniger und auch die Zufahrt ist gut. Von allen Seiten ist das Areal begehbar und auch Besucher kommen hier öfter vorbei, wenn sie im Wald spazieren gehen oder wandern.“

Leiterin Sabine Reindl

Infos zum Walkindergarten "Goldbachtaler Wurzelzwerge" gibt es hier

Anfang des Jahres ging es mit dem Umzug los

Brand
Hintergrund:

Der Trägerverein der Einrichtung

  • Im August 2019 gründete eine Elterninitiative den Verein Waldkindergarten „Die Goldbacher Wurzelzwerge“ e.V. und eröffnete im März 2020 den ersten vereinsgeführten Waldkindergarten im Landkreis Tirschenreuth.
  • Der Vereinsvorstand kümmert sich um bürokratische Angelegenheiten in enger Zusammenarbeit mit der Kindergartenleitung. Der Vorsitzende ist Ansprechpartner für die Eltern. Für den finanziellen Bereich hat der Verein eine Fachkraft aus der Betriebswirtschaft angestellt.
  • Mit einer Mitgliedschaft oder Spende kann man den Verein unterstützen.
  • Kontakt und Infos: verein[at]goldbacher-wurzelzwerge[dot]de
Den schmucken Bauwagen im Hintergrund haben die Eltern selbst gebaut, das Holz dafür hat ein Vater gespendet. Bald wird der Wagen auch beheizbar sein.
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