11.07.2018 - 12:05 Uhr
BrandOberpfalz

Kein "Hochsicherheitstrakt"

Ungewöhnlicher heftiger Schlagabtausch zwischen den beiden Bürgermeistern zum Thema Bolzplatz.

von Bertram NoldProfil

(ld) Bald werden die Brander Kinder einen neuen Platz zum Austoben haben; die ehemalige Kindergartenwiese eignet sich dafür bestens. Lage zentral im Dorf und gleich neben dem Kinderspielplatz. Im Mai stand das Thema auf der Tagesordnung. Bürgermeister Ludwig König (CSU) hatte von einer Fachfirma ein Konzept erstellen lassen, das allen Sicherheitsvorschriften gerecht wird und somit auch allen möglichen Vorkommnissen vorbeugt.

Der typisch deutsche Hinweis „Und wenn was passiert?“ hätte bei Umsetzung dieses Konzepts wahrscheinlich kaum mehr Relevanz gehabt. Aber ein 80000 Euro teurer Käfig aus Zäunen und Netzen wäre es geworden. Da wollte keiner mitgehen, und zweiter Bürgermeister Christian Drehobel (CSU) hatte sich damals vehement gegen eine solche Lösung gewandt und das nicht nur wegen der Kosten. „Endlich den Kindern wieder mehr zutrauen. Einfach gestalten“, hatte er seine Ratskollegen aufgerufen. Die würden das schon machen!

Er hatte eine Rechnung aufgestellt und war zu einem verträglichen Ergebnis gekommen: 7500 Euro, das Tor wird gesponsert. Ein entsprechender Beschluss wurde gefasst und beinhaltete drei Punkte: ein vier Meter hoher Ballfangzaun mit Durchgang zum Spielplatz, ein festverankertes Tor, maximal Handballtor-Größe und der sowieso geplante Holzzaun zum Grundbach hin. Mit diesem Ergebnis wandte sich der Bürgermeister an das Fachbüro IBB in Pfreimd. Das Ergebnis trug er dem Gemeinderat vor. Nach zusätzlichen Sicherheitseinrichtungen standen unterm Strich wieder Kosten von fast 20 000 Euro. Vor allem hatte der Bauhof einen Zaun zum Bauhofgelände hin für nötig gehalten.

Da platzte dem zweiter Bürgermeister deutlich hörbar und sichtbar der Kragen. „Keine Luxusversion, so einfach wie möglich wollten wir das machen, einen günstigen Ballfangzaun und kein Stabgitter.“ Er sei froh gewesen, endlich von 80 000 Euro weit heruntergekommen zu sein. Eigentlich hätte er zu Hause bleiben wollen, weil er wusste, dass er sich ärgern muss, ließ er den Bürgermeister wissen. „Wir bauen doch für 18 000 Euro keinen Zaun, man lacht uns aus. Wenn es nicht anders geht, dann könne man hier keinen Bolzplatz errichten, dann sei da hier der falsche Platz! Über das Bauhofgelände würden doch jetzt auch Kinder laufen, da muss man halt ein bisschen aufpassen. Nein, einen „Hochsicherheitstrakt“ wolle er nicht.

Dann gab es einen weiteren Aspekt, den Ludwig König ansprach: „Ich übernehme die Verantwortung nicht!“ „Das wirst du wohl müssen, du musst viel verantworten! Auch das“, entgegnete Drehobel. Markus Philipp (FW) meldete sich zu Wort, stimmte den Ausführungen des zweiten Bürgermeisters zu und kommentierte: „Es ist schade, dass solche Auflagen gemacht werden!“ Der Vorschlag, um den Ludwig König bat, entsprach im Wesentlichen dem Beschluss vom Mai. Der Zaun zum Bach hin wird ein Tür bekommen, damit der Ball geholt werden kann, wenn er drübergeflogen ist. Und das Türchen zur Staatsstraße hin wird verschlossen. 7500 Euro rechnete Christian Drehobel vor. Dagegen stimmte nur der Bürgermeister Ludwig König. Seinem Stellvertreter ließ sein etwas heftiger Auftritt wohl keine Ruhe. Am Ende des öffentlichen Teils entschuldigte er sich dafür. Kein Problem für Ludwig König und der Rest des Gremiums wertete ihn wohl als besonderes Engagement für eine gute Lösung.

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