Ganz im Zeichen Max Regers stand am Wochenende das kulturelle Leben in Brand. Mit einem außergewöhnlichen Konzert und einem inspirierenden Workshop gelang es dem Ensemble „Phoenix“ aus Pfaffenhofen, das Publikum für eine oft unterschätzte Seite des Komponisten zu begeistern.
Wo viele bislang vor allem komplexe, kontrapunktisch dichte Musik erwarteten, eröffneten die hochkarätigen Musiker eine poetische, klangschöne und überraschend leichte Klangwelt voller Charme, Eleganz und melodischer Fülle.
Mehrzwecksaal voll besetzt
Initiator Dr. Stefan Daubner verfolgte ein klares Ziel: Er wollte den „leichten Reger“ vorstellen und traf damit den Nerv des Publikums. Der Mehrzwecksaal war bis auf den letzten Platz besetzt, die Begeisterung war von Beginn an groß. Anlässlich des 110. Todesjahres Max Regers wollte das Ensemble das Bild des Komponisten bewusst erweitern.
Neben seinen monumentalen, kontrapunktisch anspruchsvollen Werken entstanden in allen Schaffensphasen melodische, eingängige und unmittelbar zugängliche Kompositionen, von den Kanons über Volkslieder aus der Studienzeit bis zu den „60 Schlichten Weisen“ und zur kurz vor seinem Tod entstandenen „Valse d’amour“.
Mit feiner musikalischer Dramaturgie verband das Ensemble diese Werke mit bekannten Operettenmelodien von Regers Zeitgenossen. Es musizierten Thomas Hofer und Kirsten Bosch (Violine), Christiane Sauer (Viola), Marie-Therese Daubner (Violoncello) sowie Stefan Daubner am Klavier und Kontrabass. Die Gesangspartien übernahmen Julia Rempe (Sopran) und Johannes Arzt (Bariton).
Das hervorragend abgestimmte Ensemble begeisterte mit technischer Souveränität, kultiviertem Klang und fein differenziertem Zusammenspiel. Besonders eindrucksvoll offenbarte sich Regers Musik rhythmisch beschwingt, tänzerisch elegant, auch von Innigkeit erfüllt. Außergewöhnlich feine dynamische Abstufungen und ein schwebendes Pianissimo, erzeugt durch den Einsatz von Dämpfern, verliehen dem Klang im „Lyrischen Andante“ besondere Transparenz und Zartheit.
Julia Rempe und Johannes Arzt begeisterten mit ausdrucksstarken Stimmen, natürlicher Bühnenpräsenz und lebendiger Gestaltung. Spielerische Gestik und charmante szenische Akzente verliehen ihren Interpretationen zusätzliche Frische. Vor allem Lehárs „Lippen schweigen“ sorgte für berührende Momente, während „Die Majestät ist anerkannt“ mit Witz und Spielfreude überaus gefiel.
Langanhaltender Applaus
Einen besonderen Einstieg hatte Regers „Valse d’amour“, ein eleganter, schwungvoller Walzer voller Esprit und tänzerischer Leichtigkeit am Anfang gesetzt. Ebenso erklangen mehrere Lieder aus den „Schlichten Weisen“, deren melodischer Reichtum und emotionale Tiefe eindrucksvoll zur Geltung kamen.
Charmant, kenntnisreich und mit feinem Humor führte Stefan Daubner durch das Programm. Seine kurzweiligen Erläuterungen vermittelten musikhistorische Hintergründe, schärften den Blick für Regers Tonsprache und eröffneten dem Publikum neue Zugänge zu seinem Werk.
Lang anhaltender Applaus und stehende Ovationen bildeten den verdienten Abschluss eines Konzerts, das eindrucksvoll zeigte, wie vielseitig, farbenreich und unmittelbar ansprechend Max Regers Musik sein kann.
Auch der Workshop am Sonntag, initiiert von Stefan Daubner, stieß mit 20 Teilnehmern auf großes Interesse, darunter auch junge Geigerinnen und ein zwölfjähriger Tubist. Die Teilnehmer erlebten, wie anschaulich und praxisnah sich Regers Musik erschließen lässt. Das Wochenende machte deutlich, dass hinter dem Klischee des schwer zugänglichen Komponisten ein fantasievoller, humorvoller und erstaunlich lebensnaher Künstler steht.














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