Brand (VG Neusorg)
15.12.2020 - 12:45 Uhr

Wie soll der Mehrzwecksaal künftig beheizt werden?

Bau- und Umweltausschuss beriet über Erdgas, Pellets und Hackschnitzel

Die Heizung im Mehrzwecksaal ist 31 Jahre alt. Man muss an einen Austausch denken. Das Thema stand auf der Tagesordnung der letzten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses; eine Grundsatzentscheidung sollte fallen. Bernhard Ott von der Verwaltungsgemeinschaft Neusorg hatte den Gemeinderäten die Vorbereitung leicht gemacht und eine umfangreiche Sitzungsvorlage ausgearbeitet. Bürgermeister Bernhard Schindler trug den Sachverhalt vor. Drei Alternativen standen zur Wahl: Erdgas, Pellets und Hackschnitzel. Der Sachvortrag des Bürgermeisters endete mit der Aufforderung, intensiv zu vergleichen und eine Empfehlung an den Gemeinderat zu erarbeiten.

Öl als fossiler Brennstoff kommt nicht mehr in Frage. Der Umstieg auf Erdgas (Gesamtkosten 48 800 Euro) wurde von Anfang an nicht diskutiert, weil Erdgas als ebenso fossiler Brennstoff keine Alternative darstelle. Außerdem war die Entwicklung der CO2-Steuer dargestellt, woraus eine erhebliche Verteuerung in den kommenden Jahren abgeleitet wurde. "Fünf Jahre läuft die alte Heizung noch", schätzte der Bürgermeister auf eine Frage von Robert Seitz, der Wasserstoff als künftige Alternative ins Spiel brachte. Es würden bereits Lkws mit Wasserstoff-Technologie fahren, die Entwicklung würde zügig vorangehen. So recht anbeißen wollte niemand im Gemeinderat. „Zu früh!“, meinte Wolfgang Doleschal. Die Wasserstofftechnologie stecke in den Kinderschuhen, was auch Werner Brunner bestätigte. Er nannte einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren bis zum möglichen Einstieg in diese Technologie.

Es blieben Hackschnitzel (Gesamtkosten 82 900 Euro) und Pellets (Gesamtkosten 51 600 Euro) zur Wahl. Hackschnitzel seien die aufwendigste Alternative, wurde im Gremium festgestellt. Bauliche Veränderungen seien nötig, ein Lager für 40 Kubikmeter müsse geschaffen werden. Eine solche Anlage sei auch sehr wartungsintensiv, weil erfahrungsgemäß immer wieder nachgeholfen werden müsse, wenn zum Beispiel der Nachschub nicht funktioniere und vieles mehr. Auch Pelletsheizungen seien wartungsintensiv, weniger jedoch als die mit Hackschnitzeln. Für Pellets plädierte auch Zweiter Bürgermeister Christian Drehobel und die Vorredner schlossen sich ihm an. Er erwähnte auch die vorhandene regenerative Energie, die man vor der Haustür habe. Wolfgang Doleschal sprach die Entstehung des Werkes der Firma Ziegler an und sah eine positive Preisentwicklung. Es blieb bei Pellets als Empfehlung an den Gemeinderat.

Die Theatergruppe wird ihr Zimmer im Mehrzweckgebäude räumen müssen und bekommt dafür ein anderes, hieß es in der Sitzung. Kurz vor der Abstimmung wurde auch noch die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit der Kirchenstiftung ins Feld geführt. Das war offenbar früher schon einmal in Zusammenhang mit Nahwärmeversorgung versucht worden. Das Interesse der Kirchenstiftung wurde als gering eingestuft. Es wäre auch eine andere Dimension nötig. Werner Brunner sah Probleme bei der Organisation. Mit den Vertretern der Kirchenstiftung soll dennoch gesprochen werden, um wenigstens den Wärmebedarf zu ermitteln.

 
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