22.02.2021 - 10:57 Uhr
BrandOberpfalz

Neue Heizung für die alte Schule

Der Mehrzwecksaal in Brand bekommt eine neue Heizung: Ob mit oder ohne Brennwert-Technik, entscheidet das Ingenieurbüro, das das Projekt ausschreibt. Die Kirche beteiligt sich wegen der kürzlich erst erneuerten Erdgas-Therme nicht.

Vor 30 Jahren wurde der Mehrzwecksaal in der ehemaligen Schule eingebaut. Nun muss die Heizung ausgetauscht werden.
von Bertram NoldProfil

Der Brander Mehrzwecksaal bekommt eine neue Heizung. Unter der Maßgabe, fossile Brennstoffe wie Erdöl und Erdgas zu vermeiden, blieb im Gemeinderat in der Januarsitzung die Entscheidung für Hackschnitzel oder für Pellets. Letzteres fand wegen leichterer Handhabung die Zustimmung. Die Einbeziehung der Kirche gleich nebenan war ein Thema, was eine andere Auslegung der Heizung und auch umfangreichere Baumaßnahmen bedeutet hätte. Bürgermeister Bernhard Schindler hat angefragt, nach Wunsch der Katholischen Kirchenstiftung auch Zahlen vorgelegt. Ein Anschluss soll aber nicht erfolgen, weil wegen eines Defekts die Gastherme in der Kirche erst im Januar erneuert worden sei.

Nun ging es nur um die Erneuerung der Heizung der alten Schule, in der sich der Mehrzwecksaal befindet. Bernhard Ott von der Verwaltungsgemeinschaft Neusorg hatte perfekte und hilfreiche Vorarbeit geleistet. Seine detaillierten Berechnungen waren der Sitzungsvorlage beigefügt. Bürgermeister Bernhard Schindler trug den Sachverhalt in der vergangenen Sitzung vor. Rund 75 000 Euro sind veranschlagt bei einer Förderung von 50 Prozent. Der Mehrzwecksaal wird über eine Fußbodenheizung erwärmt, die anderen Räume mit Heizkörpern.

Vertrauen in Kaminkehrer

Zwei Punkte wurden ausführlich debattiert: Brennwert-Technik oder nicht und die Frage der Hinzuziehung eines Ingenieurbüros. Den ersten Punkt brachte Werner Brunner (Freie Wähler) aufs Tapet. Bezirks-Kaminkehrermeister Josef Bauer aus Pullenreuth hatte Brennwert-Technik empfohlen, weil sie günstiger im Verbrauch sei. Werner Brunner wollte einen Zusammenhang zwischen Fußboden-Heizung und Brennwert-Technik nicht erkennen und hielt dies für unnötig.

Im weiteren Verlauf wurden die eventuell höheren Aufwendungen für den Kamin angesprochen. Vielleicht müsste ein Rohr eingeschoben werden oder es seien ähnliche Maßnahmen nötig. Zweiter Bürgermeister Christian Drehobel (CSU) sah sich außerstande, das zu beurteilen. Josef Bauer sei seit Jahrzehnten mit solchen Fragen befasst und werde das sicher wissen. Er, Drehobel, sei für eine Entscheidung zu wenig Fachmann, wolle aber auch Brunners Wissen nicht in Frage stellen.

Den Mehrzwecksaal in Brand gibt es seit 30Jahren

Brand

Werner Brunner zog auch die Möglichkeit, ohne Ingenieurbüro auszukommen, in Betracht, was eine Ersparnis von 7000 Euro ausmachen würde. Große Heizungsfirmen in der Region bauten laufend solche Heizungen. Die könnten das sicher. Wenn man drei Angebote hätte, müsste das machbar sein, meinte er.

Honorar in Förderung inbegriffen

In der weiteren Debatte spielte die Vergleichbarkeit die entscheidende Rolle. Wolfgang Doleschal (CSU) meinte, diese Angebote würden sich oft in vielen Details unterscheiden. Jede Firma verbaue andere Teile, eine Vergleichbarkeit sei einfach nicht gegeben. "Was ist, wenn es Probleme gibt?" Ihm sei ein Fall bekannt, bei dem die Heizung wieder ausgebaut werden musste, weil man Fehler feststellte. Was sei dann? Das könne man im privaten Bereich machen, aber nicht mit öffentlichen Geldern, ergänzte Christian Drehobel. Ein Ingenieurbüro würde so ausschreiben, dass die Angebote vergleichbar seien, und die Umsetzung des Projekts auch überwachen. Bei Problemen sei dann das Ingenieurbüro zuständig.

Außerdem komme das Honorar des Büros auch in die Förderung. Vielleicht bringe die Ausschreibung ja eine Ersparnis von 3500 Euro. Dass es die Heizung geben wird, wurde einstimmig beschlossen, die Einschaltung eines Ingenieurbüros mit der Gegenstimme von Werner Brunner ebenso. Ob Brennwert-Technik oder nicht - das wird sich bei der Ausschreibung des Fachbüros ergeben.

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