(ld) Er fällt auf an der Tankstelle, der rote Prinz älteren Baujahres, er wenn nur wenige Meter vorm Ortsschild Mühlbühl verlässt. Heckklappe geöffnet, kleine breite Reifen und kaum ein Stück Blech, das nicht einen Aufkleber trägt. Und diese sprechen Bände.
Logos von Automobilclubs und vor allem Hinweise auf Autorennen. Helmut Burner in Nagel ist der Eigentümer und vor etwa zehn Jahren hat er sich den NSU Prinz aus Holland geholt, aber nicht als Auto! Eine Karosserie hat er erstanden für einen Preis, den er nicht nennen möchte. Offenbar gehört Fachkenntnis und viel Erfahrung dazu, um aus einem Blechkäfig ein Auto zu basteln, das für Rennen und auch für die Straße taugt. Nicht umsonst hat Helmut Burner kürzlich an seinen Autos und an entscheidenden Stellen in der Werkstatt den Begriff „Oldtimerklinik“ angebracht. Und jemand, der seinen „Straßenkreuzer“ zu ihm bringt, baut auf diese Erfahrung. Rennen ist Helmut Burner schon in jungen Jahren gefahren, später auch seine Tochter und beim Betreten des Verkaufsraums stößt man unweigerlich auf eine Wand, die von dieser aufregenden Zeit zeugt: Programme, Ausschreibungen, Presseberichte. Und nun ist sein Hobby wieder neu aufgeblüht und das nicht nur bei ihm.
Eine Clique aus acht bis zehn Leuten, nicht selten Vater und Sohn, kennt sich seit Jahrzehnten und widmet sich den Oldtimer-Autorennen. An manchen Wochenenden sind sie gemeinsam unterwegs. Auf zehn bis 15 Ausschreibungen stößt man in Fachzeitschriften pro Jahr, drei Rennen werden besucht. Vergangene Woche waren die oberfränkischen Oldtimer-Rennfahrer aus dem Landkreis Wunsiedel in Ziegenbrück in Thüringen und das sehr erfolgreich. Drei erste Sieger in jeweils ihren Klassen: Helmut Bunner, Helmut Dostler und Gerhard Polster. Viele werden sich an die Bergrennen in Friedenfels erinnern. Dieses steht Ende August auf dem Programm. Helmut Burner erinnert sich an viele Erfolge in seiner aktiven Zeit und hofft nun für sich und seine Rennsportkollegen, an diese Erfolge wieder anknüpfen zu können.
Dabei sind nicht alle Kfzler wie Helmut Burger, der auch als Prüfer in der Handwerkskammer tätig ist. Männer aus allen Berufsgruppen finden sich unter den Oldtimer-Fans. Ein Rennen ist auch eine stressige Angelegenheit. Anreise am Freitag, Trainings- und Wertungsläufe am Samstag und das entscheidende Rennen am Sonntag. Wenn es dann so kalt ist wie in Ziegenbrück und die Strecke auch noch verregnet und damit gefährlich wird, wird es ungemütlich. „Ritt auf der Kanonenkugel“ nennt Burner das, auch wenn eine trockene Strecke am Sonntag für alle Probleme entschädigte. Das Fahrerlager mit Wohnwagen und Wohnmobilen gibt dann aber nach ausgiebigem Regen immer noch nicht die Stimmung her, die man gerne hätte. Dass Fachgespräche und Erfahrungsaustausch Rande intensiv geführt werden, versteht sich von selbst, wenn passionierte Rennfahrer zusammen stehen. Vielleicht wird Friedenfels anders!
Auf den Unterschied kommt es an
Oldtimer-Rennen unterscheiden sich bezüglich Durchführung und Wertung erheblich von anderen. Über allem steht Verkehrssicherheit. Immerhin werden Geschwindigkeiten bis 150 km/h gefahren. Darum wird jedes Auto einer Prüfung unterzogen, die „schlimmer ist als der TÜV“. Am Samstag dann ein Trainingslauf und ein Wertungslauf, bei dem der Fahrer die Zeit festsetzt, die er brauchen wird. Diese Zeit muss in einem weiteren Lauf wiederholt und bestätigt werden. Beim Wertungslauf am Sonntag muss der Fahrer dann möglichst nah an der vorgegebenen Zeit das Auto ins Ziel bringen. Das hat geklappt bei Helmut Burner am Sonntag. 0,09 Sekunden lag er daneben und das bedeutete den Sieg.
















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