03.12.2019 - 12:04 Uhr
BrandOberpfalz

Pool-Party und "Co-Working-Space"

"Co-Working-Space": Seit es die Städtebauförderung in Brand gibt, schwebt dieser Begriff über dem ehemaligen Freibad.

So kann man einem möglichen künftigen Investor die Freibad-Anlage nicht zeigen. Da muss noch allerhand geschehen, die Weichen sind gestellt.
von Bertram NoldProfil

Glastürme sollen dort entstehen und für große Firmen soll abseits der großen Hektik im Grünen entspannt gearbeitet werden. Türme, in denen man auch wohnt und deren einzelne Etagen von unten nach oben "immer privater" werden. Auch wohnen soll man dort. Da sind noch allerhand Vorarbeiten nötig, um das Projekt einmal möglichen Investoren zeigen zu können. So wie es jetzt aussieht, würde wohl keiner anbeißen. Das Architekturbüro Haimerl hat schon öfter seine Vorstellungen präsentiert und irgendwie soll ein Anfang gemacht werden: Ordnung schaffen!

Und das beginnt mit dem teilweisen Abriss einiger Gebäude. Dann will Haimerl dort eine Pool-Party zu starten, wozu er auch mögliche Investoren einladen wird. Für den Abriss gibt es Fördermittel. Dazu musste der Gemeinderat in seiner Sitzung einen Beschluss fassen für Arbeiten im Kostenrahmen von 175 000 Euro für den ersten Bauabschnitt. Dieser umfasst den Rückbau der Minigolfanlage und der Liegeterrassen, die Entrümpelung der zu erhaltenden Gebäude und Dachdecker-und Spenglerarbeiten. Mit 5000 Euro ist die Pool-Party veranschlagt. Somit ergeben sich 180 000 Euro förderfähige Kosten, die 18 000 Euro Eigenanteil für die Gemeinde bedeuten. Lang diskutieren konnte man darüber nicht, denn am 1. Dezember musste der Antrag gestellt sein.

Robert Seitz (FW) fasste es auf seine Weise zusammen: "18000 Euro! Dann hom ma amal des Glump weg!" Wahrscheinlich haben die anderen Gemeinderäte auch so gedacht. Florian Söllner (CSU) hatte nur ganz nebenbei Bedenken angemeldet, doch der Hinweis, dass man sich nichts vergibt, überzeugte immer wieder.

Was ist nun, wenn Haimerls Traum von einem "Co-Working-Space" nicht wahr wird? Nur dann nämlich akzeptiert die Leitende Regierungsdirektorin Regina Harrer das alles. Die Gebäude seien nicht verloren, meinte Zweiter Bürgermeister Christian Drehobel (CSU). Man müsse sie halt einer anderen Nutzung zuführen.

Ein anderer träumte - nicht unbedingt ernst gemeint - von einem "wunderschönen Bauhof", den man dann daraus machen könnte. Wolfgang Doleschal (CSU) bemerkte noch, dass man die ehemalige Wärmehalle für einen Abriss mit vorsehen sollte. Spielt keine Rolle und bleibt offen, denn Details werden erst noch besprochen.

Vorerst darf man sich in Brand den Winter über schon einmal auf eine tolle Pool-Party freuen, die der Gemeinde hoffentlich auch den nötigen Investor beschert. Dann würden sich ganz andere Perspektiven eröffnen. Das einstimmige Votum erfolgte.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.