07.01.2020 - 10:56 Uhr
BrandOberpfalz

Riesiger Spielplatz in freier Natur

Tag der offenen Tür im Waldkindergarten in Brand: Das Erleben der Jahreszeiten wird zu nachhaltiger Erfahrung, Wintermärchen und Sommertraum

Viele interessierte Eltern und Großeltern ließen sich von den "Goldbacher WurzelZWERGEN" in ihren riesigen Naturspielplatz im Birket unterhalb des Sportplatzes einladen. Hier war auch der Tisch für die Gäste reich gedeckt. Das Personal war erfreut über den guten Besuch.
von Bertram NoldProfil

Großes Interesse zeigten junge Eltern, aber auch Großeltern aus der Umgebung am Waldkindergarten im Birket in Brand. Die Goldbacher Wurzelzwerge haben sich hier gemütlich eingerichtet. Die offene bunte "Waldtür" am Eingang verrät schon etwas von dem, wie und womit sich die Kinder hier im Wald mit ihren Erzieherinnen beschäftigen: Bunt ist die Welt und vor allem natürlich.

Aus dem, was der Wald bietet, lässt sich Vieles schaffen. "Wenn man genügend spielt, solang man klein ist, trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später sein ganzes Leben lang schöpfen kann", wird Astrid Lindgren im Flyer zitiert, den der Träger, der Verein "Die Goldbacher Wurzelzwerge" im Wald verteilt. Beim Lesen des Namens der beliebten Kinderbuchautorin fühlt man sich dann schon etwas an die Kinder von Bullerbü, an ihre Natürlichkeit, Unbefangenheit und Spontaneität erinnert.

In einer aus Paletten zusammengezimmerten "Waldküche" bereiten drei kleine Mädchen gerade eine "Moos-Suppe", gewürzt mit Tannennadeln und klein gemachter Rinde, zu. Sie tun das mit einer Ernsthaftigkeit, als würden sie in der nächsten Stunde willkommene Gäste erwarten. Eingeladen sind auch die zahlreichen Besucher, wobei der Tisch für Kaffee und Kuchen selbstverständlich aus den Schätzen des Waldes zusammengestellt ist. Schwer, sich dort zu bedienen, tut man sich nur, weil man dazu die Hände aus der Hosentasche nehmen oder die Handschuhe ausziehen müsste. In einem Haus ohne Dach und Wände, wie im Flyer beschrieben, ist das nun einmal so. Aber es gibt kein schlechtes Wetter, allenfalls unpassende Kleidung, und da kann man Abhilfe schaffen.

Der "riesige Spielplatz" in der freien Natur "weckt die Neugierde und das Erleben der Jahreszeiten wird zu einer nachhaltigen sinnlichen Erfahrung", wird für die Einrichtung geworben. "Die Wunderwelt Wald ist Wintermärchen und Sommertraum, Abenteuerland und Waldschule". Der dampfende Kessel inmitten des Platzes weckt Gemütlichkeit, und viele Eltern nehmen die Gelegenheit wahr, sich auszutauschen, Vor- und Nachteile abzuwägen und mit Hauskindergärten zu vergleichen. Sitzkreise gibt es in jeder der Einrichtungen, und sicher sind auch Phasen des Tagesablaufs wie gemeinsame Brotzeit und gemeinsames Singen und Vorlesen deckungsgleich.

Die Umgebung ist eine andere. Jeder wird nach dem Besuch des Waldkindergartens und einem intensiven Gespräch mit Eltern und Fachkräften zu einem anderen Ergebnis kommen. Wo ist die Toilette? Auch die gibt es! Etwas versteckt hinter einer niedrigen Baumgruppe wurde eine kleine Hütte mit einem Plumpsklo erstellt. Auch dafür ist also gesorgt. Derzeit besuchen vier Kinder und ein "Wichtelkind" aus einem Umkreis von zehn Kilometern den Waldkindergarten. 20 Mädchen und Buben nimmt die Einrichtung auf, betreut wird täglich von 8 bis 13.15 Uhr. Ein besonderes Angebot für kleinere Kinder gibt es immer mittwochs: Zwischen 9 und 12 Uhr trifft sich die "Wichtelgruppe" im Wurzelwald; Kinder ab zwei Jahren mit einem Elternteil sind in dieser Zeit willkommen.

Bis zum Schluss der Veranstaltung wurde die liebevoll zubereitete Moos-Suppe nicht mehr fertig. Die Gäste waren auch mit aufgetischtem Kaffee und Kuchen mehr als zufrieden.
Auch daran muss gedacht werden: Etwas abseits in einer niedrigen Baumgrupppe wurde ein Toilettenhäuschen aufgebaut.
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