06.07.2020 - 15:49 Uhr
BrandOberpfalz

Unterschiedliche Ideen für Freibad-Brache in Brand

Der Brander Bauausschuss schaute sich die Freibad-Brache näher an, um ein Konzept für die weitere Nutzung erstellen zu können. Die Räte äußerten unterschiedliche Ansätze, doch in zwei Punkten waren sich alle einig.

Nach den Vorstellungen von Bürgermeister Bernhard Schindler (Mitte) soll ein Konzept für die Freibad-Brache entwickelt werden. Bei einer Besichtigung durch den Bauausschuss zeigten sich völlig unterschiedliche Ansätze. Es herrschte aber Einigkeit darüber, dass es eine Wasserfläche geben und der Sprungturm (im Hintergrund) erhalten bleiben muss.
von Bertram NoldProfil

1972 wurde das Freibad in Brand eingeweiht. Es erlebte in den Jahren danach eine wahre Blütezeit mit vollen Liegewiesen und restlos belegten Parkplätzen. Von nah und fern kamen große und kleine Badegäste, und bereits am Vormittag besuchte eine Gruppe Brander Frauen regelmäßig das beheizte Freibad. Sie hatten sich das Schwimmen am Vormittag zum festen Einstieg in den Tag gemacht. Doch das ist vorbei. Besucher, die den Werdegang des Bades miterlebt hatten0, müssen nun vom Eingangsbereich aus ihren Blick über die Wasserfläche, die Liegeterrassen, den Sprungturm und die verwilderten Flächen schweifen lassen.

So kann es nicht bleiben, es muss etwas geschehen. Die Frage ist nur: "Was soll geschehen?" Architekt Peter Haimerl - im Rahmen der Städtebauförderung in Brand unter Vertrag - spricht immer von einer "Achse Schlachthaus-Freibad", wobei die Einrichtungen die beiden Endpunkte markieren. Und er hat eine Idee entwickelt, die als "Coworking-Space" bekannt wurde, als Areal, auf dem Glastürme mit mehreren Stockwerken entstehen sollen, in denen große Firmen ausgelagerte Büros betreiben.

Architekt denkt an Parkanlage

Ob das in Brand klappt, wurde aber immer wieder bezweifelt. Seine Idee hat Haimerl immer wieder ergänzt und erweitert. Eine Parkanlage stellt er sich vor, in der auch die bestehende Wasserfläche einbezogen ist. Empfangs- und Seminarräume könnte es im ehemaligen Eingangs- und Umkleidebereich geben.

Die Umsetzung bedarf finanzstarker Investoren. Wenn es Corona zulässt, ist für September eine Poolparty geplant für mögliche Investoren als geladene Gäste; dafür muss die Anlage vorzeigbar sein und einladend wirken.

Bei einem öffentlichen Ortstermin des Bauausschusses tauchten all die Fragen und Zweifel wieder auf. Auch war am Rande von einer nichtöffentlichen Sitzung mit dem Architekten zu erfahren.

Beim im Freibad nannte Bürgermeister Bernhard Schindler bei der Begrüßung das Ziel der Zusammenkunft: Die Gemeinde solle ihre Vorstellungen schildern und ein Konzept entwickeln, so wie es den Brandern schmeckt. "Wir wissen, was Haimerl will, und heute sollten wir unsere Vorstellungen äußern. Was wollen wir?" Dann sollte es mit dem Architekten ein Gespräch geben, um ihm dieses Konzept vortragen.

Dabei ist die Gemeinde keineswegs am Anfang. Der Abriss einiger Gebäudeteile ist bereits beschlossen sowie beantragt und die Förderung von 90 Prozent für die Ausgaben von 180 000 Euro zugesagt. Der Bürgermeister ermöglichte allen Teilnehmern einen Blick in die Gebäude, die einmal mehr erkennen ließen, dass es sich hier um ein Projekt größeren Ausmaßes handelt. Die Wünsche, die dann geäußert wurden, waren mehr als unterschiedlich, doch waren sich alle einig, dass eine Wasserfläche unbedingt vorhanden sein muss.

Ein technisches Bad, das Robert Seitz immer wieder ansprach, wird es sicher nicht mehr geben. Wolfgang Doleschal sieht hier unüberwindliche finanzielle Grenzen. Zudem sind die Gemeinden rundum mit Bädern und Seen gut versorgt. Georg Zaus erklärte aus seinen Erfahrungen als Bürgermeister, dass ein solches Bad hohe Personalkosten verursacht. Dies sei einer der Hauptgründe für den damaligen Todesstoß gewesen. Werner Brunner möchte zuerst eine Basis schaffen und eine eigene Philosophie für das Areal entwickeln, die auf den Nutzen für die Brander zielt und nicht auf große Firmen.

Wenn sich junge Familien in der Anlage aufhalten sollen, ist eine Wasserquelle dringend erforderlich.

Michaela Schmidt

Viele Ideen wurden genannt und auf einem Flipchart festgehalten: Boccia-Bahn; kein Bad, sondern ein Naturgewässer und dabei das vorhandene Wasser nutzen, das hier in der Tiefe zu finden ist; öffentlicher Park, der auch gefördert werden würde im Gegensatz zu den Glastürmen, und keinesfalls soll der Sprungturm abgerissen werden. Der könnte sich nach einem Umbau als Kletterturm eignen.

Die Gestaltung muss so ausgelegt sein, dass die Anlage für alle zugänglich ist, keine Personalkosten verursacht und darum auch kein Eintritt verlangt werden muss. Sie sollte Teil der Identität der Gemeinde Brand als Ort im Fichtelgebirge sein. Und da hatte der Bürgermeister auch schon ein Schlagwort parat, unter dem das Projekt weiterentwickelt werden könnte: "Abenteuerspielplatz Fichtelgebirge".

Nicht vergessen wurde auch die Wiederbelebung des Campingplatzes. Dazu konnten sich Anwesende eine Sauna-Anlage und einen Wellness-Bereich vorstellen. Mehr noch: Robert Seitz betrachtete diese Einrichtung als unverzichtbar, sollte die Neugestaltung zur Attraktion werden. Vielleicht liefert das den Ausschlag, was Michaela Schmidt, Kindergärtnerin und Beauftragte für Jugend und Familien, für ihr Klientel formulierte und das auch als grundlegende Richtung für kommende Diskussionen gelten könnte: "Es wurden viele Details genannt. Wenn sich junge Familien in der Anlage aufhalten sollen, ist eine Wasserquelle dringend erforderlich."

Sprung- als Kletterturm

Bereits vor vier Jahren gab es ein Konzept für das Freibad.

Hier hat der Zahn der Zeit Futter gefunden und kräftig daran genagt. Bürgermeister Bernhard Schindler gab allen Anwesenden die Möglichkeit, einen Blick in die Gebäude zu werfen.
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