Es war ein schöner und interessanter Nachmittag im Pfarrheim in Brand und die Wiedersehensfreude war groß. Asylanten, die in den letzten Jahren in Brand gewohnt haben, wollten gerne wieder einmal die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Helferkreises treffen. Den Wunsch erfüllten ihnen die Brander gerne und kümmerten sich um die Organisation. Über Irmgard und Georg Zaus, die noch immer gute Beziehungen zu einer Familie haben, kam das Treffen zustande; selbstverständlich über WhatsApp, das alle Asylanten und Helfern eine große Hilfe ist und die Verbindung aufrechterhält. Hatten sich die ersten schon eine halbe Stunde früher im Pfarrheim eingefunden, waren mehrere mit Autos unterwegs, um Ehemalige aus Marktredwitz, Mitterteich und Waldsassen nach Brand zu holen.
Das Wiedersehen war ein äußerst freudiger Anlass und manche Umarmungen zogen sich hin. Über eine Computerpräsentation wurden Fotos aus den letzten Jahren gezeigt. Schließlich begrüßte Bürgermeister Ludwig König seine Asylanten und lud zu Kaffee und selbstgebackenem Kuchen ein. Die Gespräche dabei waren mitunter sehr aufschlussreich. Alle sind gut untergebracht, haben große Fortschritte mit der deutschen Sprache gemacht. Manche sind gerade dabei, den Führerschein zu machen und einige haben auch Arbeit. Rauand ist bei der Stadt Wunsiedel beschäftigt, unterstützt dort den Bauhof und beklagt sich nicht, wenn er zu manchen Zeiten wie im Winter auch schon einmal zwölf bis 14 Stunden unterwegs ist. Er ist wohl Vorzeigeasylant, bei dem die Integration hervorragend geklappt hat.
Rauand und seine Frau sprechen perfekt Deutsch und das hilft ihnen sehr. Einen Deutschkurs aber haben die beiden nie besucht. Rashed ist beim DHL-Paketdienst beschäftigt und erlebt seine Tätigkeit jetzt in der Vorweihnachtszeit schon sehr, sehr stressig, aber: „Kein Problem, es macht mir Spaß.“ Auch Nalin, ehemalige Schülerin der Mittelschule Ebnath, hat sich gut entwickelt. Sie wohnt in Marktredwitz, hat dort viele deutsche und syrische Freunde und besucht die 8. Klasse der Mittelschule, wo sie sehr gelobt wird. „Nur eine 4, anderen Noten höchstens 3“ erzählt sie selbst.
Dann gibt es noch eine Überraschung! Nach einer Ankündigung zieht unter Musikbegleitung der Nikolaus ein. Längst kennen die Syrer die europäischen Traditionen und freuen sich, dass sie daran teilhaben dürfen. Er erzählt vom früheren Zusammenleben in Brand und von anderen gemeinsamen Veranstaltungen. Natürlich wissen die Syrer auch, dass der Nikolaus kommt, um die Kinder zu beschenken. Eine gut gefüllte Tüte gibt es aber nicht nur für die Kleinen, auch die Erwachsenen dürfen eine Tüte mit nach Hause nehmen.Asylantenbetreuerin Anita Heindl aus Immenreuth hatte sich wegen Krankheit entschuldigt. Sie wurden vertreten von David Runschke, der als Integrationslotse am Landratsamt in Tirschenreuth tätig ist.













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