28.05.2019 - 14:09 Uhr
MünchenOberpfalz

Bruttoinlandsprodukt in Bayern niedriger als erwartet

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (VBW) hat ihre Wachstumsprognose für 2019 nach unten korrigiert. Statt um 1,5 Prozent wird das Bruttoinlandsprodukt in Bayern nach der neuen Berechnung wohl nur noch um 0,9 Prozent steigen.

von Jürgen UmlauftProfil

Es wäre das niedrigste Wachstum seit dem Krisenjahr 2009. „Wir erwarten keine Rezession, aber ein deutlich langsameres Wachstum“, bilanzierte der neue VBW-Präsident Wolfram Hatz in München.

Zu kämpfen habe vor allem die Industrie. Dort könne man „nicht mehr von einer Abkühlung sprechen, sondern von einem Abschwung“, erklärte Hatz. Im ersten Quartal 2019 sank die Industrieproduktion in Bayern um 3,6 Prozent. Ursache ist vor allem die Schwäche der Autobauer. Nach einem Minus von 8,2 Prozent im zweiten Halbjahr 2018 folgte nun im ersten Quartal 2019 ein Einbruch um 17,2 Prozent. Als Gründe nannte Hatz die Verunsicherung von Herstellern und Kunden aufgrund ungeklärter Fragen zum Dieselantrieb und zum Schadstoffausstoß sowie die stagnierenden Exporte.

Der VBW-Index zur aktuellen Lage in der bayerischen Wirtschaft ist in der Frühjahrsumfrage des Verbandes mit 120 Punkten auf den niedrigsten Stand seit 2014 gefallen. Einen Dämpfer haben vor allem die Wachstumserwartungen der Unternehmen erhalten. Auch der Index für die Beschäftigung sank leicht ab. Viele Unternehmen würden weiterhin Mitarbeiter suchen, die Beschäftigungspläne seien aber nicht mehr so expansiv wie zuletzt, erläuterte Hatz. Der bayerische Arbeitsmarkt sei weiterhin robust, allerdings dürfe man „erste Schwächeanzeichen“ nicht übersehen. So erwögen erstmals wieder mehr Unternehmen, Kurzarbeit anzumelden. Momentan seien davon aber nur 10.000 der 880.000 Beschäftigten in den VBW-Mitgliedsunternehmen betroffen.

Vor dem Hintergrund der sich eintrübenden Konjunktur forderte Hatz die Politik auf, sich wieder mehr um die Wirtschaft zu kümmern. Die Zeiten des reinen Verteilens müssten vorbei sein. Konkret verlangte Hatz Steuersenkungen für Unternehmen und Bürger, um Investitionen anzuregen und den Konsum zu stützen, mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt und den Ausbau der Verkehrs-, Energie- und Digital-Infrastruktur.

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