21.02.2020 - 15:23 Uhr
BurglengenfeldOberpfalz

Für Katastrophen-Szenario gerüstet

Das Risiko für eine langanhaltenden Stromausfall ist deutlich angestiegen. Der Landkreis wäre für diesen Fall gerüstet - wie eine Großübung zeigt.

Bei einer Übung wurde ein großflächiger Stromausfall nach einem schweren Unwetter simuliert.
von Externer BeitragProfil

Gemeinsam mit den Nachbarlandkreisen Amberg-Sulzbach und Regensburg sowie der Regierung der Oberpfalz wurde eine großangelegte Stabsrahmenübung zum Thema Stromausfall erarbeitet. Wie der Pressesprecher der Landkreis-Feuerwehren, Hans-Jürgen Schlosser, mitteilte, lautete das Szenario: Blackout im Vilstal und im Naabtal mit elf betroffenen Gemeinden und 55 000 Einwohnern. Im Landkreis Schwandorf handelte es sich hierbei um das Stadtgebiet Burglengenfeld, das fiktiv einen Stromausfall erlebte.

Angenommen wurde eine - dem Januar 2020 entsprechende - milde, schneefreie Wetterlage. Das Übungsszenario sah vor, dass eine Unwetterfront über die betroffenen Teile hinweg zieht, die starke Windböen und intensive Niederschläge mit sich bringt. Durch das Unwetter werden zahlreiche Bäume umgeknickt. Sie blockieren Straßen und Schienenverbindungen. Die Pegel der Naab unterhalb Pfreimd steigen rasant an. Die Feuerwehren befinden sich zu diesem Zeitpunkt im Dauereinsatz. Überschwemmungen und umgestürzte Bäume erfordern Straßensperrungen.

Die Bahnstrecke Regensburg-Schwandorf ist durch umgestürzte Bäume blockiert, die Beseitigung der durch mehrere Orkanböen gefällten und verkeilten Bäume gestaltet sich schwierig. Eine Vielzahl von vollgelaufenen Kellern gilt es abzuarbeiten.

Doch damit nicht genug: Am frühen Nachmittag fällt zunächst aus unbekannten Gründen in Umspannwerken der Strom aus. Vermutet werden unwetterbedingte Schäden. Daraufhin fällt im Stadtgebiet Burglengenfeld flächendeckend die Stromversorgung aus. Die Katastrophenschutzbehörde hat daraufhin die sogenannte Koordinierungsgruppe zur Unterstützung der örtlichen Einsatzleitung einberufen. Das Personal der Kreiseinsatzzentrale (KEZ) im Landkreis wird ebenfalls alarmiert und eingesetzt. Die örtliche Einsatzleitung unter der Führung von Kreisbrandinspektor Thomas Schmidt ist im Feuerwehrgerätehaus Burglengenfeld mit 100 weiteren Einsatzkräften von BRK, THW, Feuerwehr, Polizei und Vertretern der Ordnungsämter Burglengenfeld und Maxhütte-Haidhof sowie des Fachberaters des Bayernwerkes und Beobachtern aus der Staatlichen Feuerwehrschule Regensburg. Dazu kommen auch Landrat Thomas Ebeling und Bürgermeister Thomas Gesche.

Die Führungsgruppe des Landkreises richtet sich in den Räumen des Landratsamtes ein. Dabei werden verschiedene Szenarien eingespielt, um die Belastungsfähigkeit der Einsatzkräfte zu erproben. Dabei wurde auch ein "Schichtwechsel" der Führungsmannschaft vorgenommen, um eine reibungslose Übergabe im Ernstfall sicherzustellen.

Nach mehreren Stunden wurde die Übung beendet. Die beiden Pressesprecher Michael Hitzek (Stadt Burglengenfeld) sowie Hans-Jürgen Schlosser (Feuerwehr Landkreis Schwandorf) unterstrichen, dass man die Übung aus allen Blickwinkeln noch einmal sehr genau betrachten würde, um die Abläufe punktgenau zu optimieren. Insgesamt konnte ein positives Feedback gezogen werden. Kreisbrandrat Robert Heinfling sowie Landrat Thomas Ebeling zeigten sich äußerst zufrieden mit dem Übungsverlauf.

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