Vilseck
04.05.2026 - 17:51 Uhr
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Geschockt bis kämpferisch: Wie die Oberpfalz auf Trumps Truppen-Abzugspläne reagiert

5000 US-Soldaten sollen die Oberpfalz binnen eines Jahres verlassen. Vor allem die Standort-Stadt Vilseck würde das hart treffen. Der neue Bürgermeister gibt sich kämpferisch. Und er erhält Untersützungszusagen.

Nachdem sich abzeichnete, dass der von der US-Regierung angekündigte Truppenabzug vor allem den Standort Vilseck betrifft, reagierten die politischen Verantwortungsträger geschockt bis kämpferisch. Vor allem Vilsecks neuer Bürgermeister Thorsten Grädler sah sich einer großen Aufgabe gegenüber, wie er bereits am Sonntagabend bestätigt habe. Grädler war im März zum Nachfolger des langjährigen Stadtoberhaupts Hans-Martin Schertl gewählt worden. Am 1. Mai trat Grädler sein Amt an, ab dem 2. Mai zeichnete sich dann ab, dass der geplante Truppenabzug seine Stadt treffen dürfte.

Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien betonte Grädler am Sonntagabend, dass ein Abzug seine Stadt hart treffen würde. Er wolle deshalb alle Möglichkeiten prüfen, inwieweit sich die Planungen der Amerikaner noch beeinflussen ließen. Ansonsten müsse man Wege finden, um die Folgen eines Abzugs abzumildern. Grädler bat aber auch um Verständnis, dass er sich zunächst in seine neue Aufgabe einfinden müsse, um konkrete Schritte benennen zu können.

Tatsächlich ist es ein offenes Geheimnis, dass die Wirtschaft in der Stadt Vilseck und auch in den umliegenden Gemeinden stark von den US-Soldaten abhängig ist. Insbesondere die Gastronomie, aber auch der Einzelhandel und das Handwerk sind auf die Einnahmen im Geschäft mit den Amerikanern angewiesen. Entsprechend wichtig wäre es für die ganze Region, den Abzug doch noch zu verhindern.

Unterstützung verspricht dabei die Oberpfälzer Politik: Weidens CSU-Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht erklärte per Mitteilung, er habe „bereits den Kontakt zu allen entscheidenden Institutionen – vom Bundesverteidigungsministerium über das Kanzleramt bis hin zu weiteren relevanten Stellen – aufgenommen“. Er setze darauf, die Pläne noch abändern zu können. „Wir nehmen die Situation sehr ernst und bringen unsere Argumente aktiv und mit Nachdruck ein.“ Ähnliche Diskussionen habe es auch in der Vergangenheit gegeben. „Entscheidend war dabei stets, dass die überzeugenden Argumente für Grafenwöhr klar vorgetragen wurden und Wirkung entfaltet haben. Genau das tun wir auch jetzt – mit der gebotenen Sensibilität und mit Nachdruck.“

Auch der Europaabgeordnete Christian Doleschal reagierte am Montag auf die Planungen der Amerikaner. „Als Mitglied der EU-US-Delegation werde ich mich dafür einsetzen, den Dialog mit unseren amerikanischen Partnern zu intensivieren und die strategische Bedeutung der Standorte in der Oberpfalz auch auf europäischer Ebene deutlich zu machen“, schrieb der CSU-Politiker aus dem Landkreis Tirschenreuth. Die transatlantische Partnerschaft bleibe zwar unverzichtbar. „Gerade deswegen erwarten wir, dass solche Entscheidungen eng abgestimmt werden.“ Dennoch sei der mögliche Abzug auch als Weckruf zu verstehen. Europa und Deutschland müssten mehr Verantwortung für die eigene Sicherheit übernehmen und mehr in die militärischen Fähigkeiten investieren.

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Vilseck03.05.2026
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