07.04.2020 - 18:45 Uhr
BurglengenfeldOberpfalz

Notwendige Therapien nicht hinauszögern

Die Ärzte der Asklepios-Klinik im Städtedreieck beobachten es mit Sorge: Patienten mit schweren und lebensbedrohlichen Erkrankungen vermeiden immer öfter aus Angst vor einer Corona-Infektion dringend notwendige Klinikbehandlungen.

von Externer BeitragProfil

"Dadurch bringen sie sich mitunter in Lebensgefahr, denn die Grunderkrankung ist oft weit gefährlicher als das Risiko einer Corona-Ansteckung. Besonders kritisch sind hier Herzkrankheiten, Schlaganfälle und Krebserkrankungen", heißt es in einer Pressemitteilung der Klinik.

"Bei allen sinnvollen Maßnahmen gegen die Corona-Infektion dürfen wir nicht die anderen schwer erkrankten Patienten aus dem Blick verlieren", sagt Dr Jörg-Heiner Möller, Chefarzt der Kardiologie am Burglengenfelder Krankenhaus. "Herzinfarkte, Rhythmusstörungen mit hohem Risiko für einen Herzstillstand oder Schlaganfälle sind lebensbedrohliche Krankheiten, die eine sofortige Behandlung erfordern. Wer aus Angst vor einer Infektion eine dringend notwendige stationäre Behandlung vermeidet oder auch nur verzögert, kann sich in Gefahr bringen", so der Kardiologe. Jeder könne versichert sein, "dass in der Klinik aufwändige Schutzmaßnahmen zur Infektionsvermeidung vorgenommen werden", so Dr. Möller weiter. Patienten hätten zudem die Möglichkeit, sich bei kardiologischen Fragen täglich zwischen 12 und 13 Uhr telefonisch an die Klinik zu wenden.

Ähnliche Risiken bestünden für Patienten, die an Krebs erkrankt seien. "Ohne Behandlung wachsen Tumore einfach weiter, dehnen sich in Bereiche aus, wo wir nicht mehr operieren können oder bilden Tochtergeschwülste", so Dr. Josef Zäch, Chefarzt Innere Medizin, und Dr. Albert Pronath, Leitender Oberarzt der Onkologie. Beide warnen dringend davor, anstehende Behandlungen einfach bis nach der Pandemie auszusetzen, oder begonnene Tumortherapien nicht fortzuführen.

Daher empfehlen die beiden Mediziner den Betroffenen, sich grundsätzlich untersuchen zu lassen und das Vorgehen mit dem behandelnden Arzt abzusprechen. "Viel hängt auch von der Tumorart und dem individuellen Zustand des Patienten ab", so Dr. Zäch weiter. Daher warnt er davor, notwendige Operationen oder sonstige Behandlungen zu vermeiden, um die Betten für Corona-Kranke frei zu halten: "Wir müssen versuchen, allen Patienten die sinnvolle Behandlung zu ermöglichen, selbstverständlich auch den Pandemie-Opfern, aber nicht ausschließlich."

Per Telefon:

Sprechstunde

Das Krankenhaus bietet für alle Fachbereiche Telefonsprechstunden an. Anmeldung zentral über Telefon 09471/705-6110. Die Klinik bittet Patienten, Vorbefunde und CT/MRT-Aufnahmen vorab per Post zu senden, an der Pforte abzugeben oder an anmeldung1.bul[at]asklepios[dot]com zu schicken.

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