03.06.2019 - 14:42 Uhr
Burgtreswitz bei MoosbachOberpfalz

Landwirte für Erhaltung der Arten

Können das Volksbegehren Artenschutz und eine zukunftsfähige Landwirtschaft in Einklang miteinander gebracht werden? Um diese Frage drehte sich das Bürgergespräch mit Landtagsabgeordnetem Alexander Flierl in Burgtreswitz.

Bis in die Nacht hinein diskutiert Alexander Flierl beim Bürgergespräch mit Interessierten über das Volksbegehren Artenschutz und die Zukunft der Landwirtschaft.
von ENSProfil

Der CSU-Ortsverband und die Ortsvertretung des Bauernverbands luden ins Gasthaus "Zum Weißen Roß" in Burgtreswitz ein. Schnell zeigte sich, dass einiges an Gesprächsbedarf bestand. Auch interessierte Bürger mischten sich unter die zahlreichen Landwirte. Unter den Gästen war außerdem der Neustädter Kreisobmann des Bauernverbands, Josef Fütterer. Bevor allerdings diskutiert wurde, stellte Landtagsabgeordneter Alexander Flierl die problematischen Punkte des Volksbegehrens dar und ging auf mögliche Änderungsvorschläge ein. Flierl ist Mitglied des Umwelt- und des Landwirtschaftsausschusses im Bayerischen Landtag.

Erstaunlich sei, dass das Volksbegehren über ganz Bayern hinweg großen Zuspruch erfuhr. Einen klaren Unterschied zwischen Stadt und Land gibt es nicht. Gleiches gilt für die Zustimmung innerhalb verschiedener Parteien. Besonders unter CSU-Wählern ist diese sehr hoch. Das verdeutliche die enorme Bedeutung des Themas in der Gesellschaft. Allerdings dürfe man sich nicht von einer emotionalen Stimmung mitreißen zu lassen. Hinter dem Volksbegehren steckt mehr als nur der Slogan "Rettet die Bienen". Über einige Themen müsse diskutiert und an Lösungen gearbeitet werden. Gegenseitiges Beschuldigen verstärke nur das gegenwärtige Schwarz-Weiß-Malen.

Diesem fallen nach Flierls Empfinden momentan auch die Landwirte zum Opfer. Sie fühlen sich als Buhmann der Nation. Dabei, so Flierl, sei der Artenschutz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Er betreffe auch Gartenbesitzer, die heute häufiger zu Steingärten neigen, oder die Naturparks in der Region.

Die Beschränkung von Mäh- und Walzzeiten, wie sie der Gesetzentwurf fordere, sei so nicht umsetzbar. Auch die Landwirte meinten, dass dies vom Wetter abhängig sei und so jedes Jahre variiere. Außerdem sollen neue Biotope wie Streuobstwiesen angelegt und die Ufer von Gewässern besser geschützt werden. Flierl stellt hier allerdings Freiwilligkeit über Zwang. Durch Anreize werde die Landwirtschaft in die gewünschte Richtung gelenkt, ohne von einzelnen Betrieben kurzfristig zu viel zu fordern. Außerdem müsse es klare rechtliche Regeln geben, wie etwa eine Streuobstwiese auszusehen habe. Die Zuschüsse dürfen nicht zu Beliebigkeit führen.

Der Abgeordnete sieht das Volksbegehren als nachhaltige Chance für die Landwirtschaft. Darüberhinaus müsse sich das Ansehen der Landwirte wieder verbessern. Vielen sei nicht mehr bewusst, dass sie einen essentiellen Teil der Gesellschaft und eine Grundlage für die guten Verhältnisse in Deutschland sei. Zudem werden Artenschutz und Landwirtschaft in der Debatte häufig gegenübergestellt. Dabei würden sich genau die Landwirte für die Erhaltung der Arten einsetzen und jeden Tag mit der Natur arbeiten.

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