19.08.2019 - 15:33 Uhr
Burgtreswitz bei MoosbachOberpfalz

Sturm im Landkreis Neustadt: "Glimpflich davongekommen"

In Burgtreswitz fegt der Sturmwind das Kreuz von der Kirche, Tännesberg ist für drei Stunden ohne Strom. Sechs Mal rückt die Feuerwehr wegen entwurzelter Bäume aus. Dennoch kommt der Landkreis insgesamt glimpflich davon.

"Gott sei Dank wurde niemand verletzt", sagt Pfarrer Josef Most. Aus schwerem Gusseisen sind Kreuz und Sockel, die sich am Sonntagabend, 18. August, vom Kirchturm lösten und im Grünstreifen landeten.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

"Gott sei Dank wurde niemand verletzt", sagt Pfarrer Josef Most zu dem Vorfall in Burgtreswitz am Sonntagabend, 18. August. Weil der Sturmwind zu stark war, löste sich an der Spitze des circa 15 Meter hohen Kirchturms der Steilsockel, in dem das Kreuz aus Gusseisen befestigt war. Anschließend stürzten sowohl Kreuz als auch Sockel auf das Kirchenschiff und landeten schließlich im Grünstreifen vor der Kirche Maria Unbefleckte Empfängnis. Das Gebäudeinnere wurde hierbei nicht beschädigt, allerdings rissen die herabfallenden Trümmer etliche Ziegel vom Hauptschiff und beschädigten ein Dachfenster.

THW-Statiker vor Ort

Die Feuerwehren Burgtreswitz und Vohenstrauß rückten mit der Drehleiter an und entfernten lose Ziegel, auch die Ortsdurchfahrt war kurzzeitig gesperrt. Ein Baufachberater prüfte die Statik des Gebäudes. Der Experte des THW Weiden gab aber Entwarnung, die Kirche darf weiter betreten werden. Weil Maria Unbefleckte Empfängnis seit Längerem renovierungsbedürftig ist, stehen nun laut Pfarrer Most möglicherweise nicht nur einzelne Reparatur- sondern größere Renovierungsarbeiten an (siehe Infokasten).

Auch in der Gemeinde Tännesberg waren die Auswirkungen des Sturms zu spüren. In der Straße Tanzmühle stürzte kurz vor 21 Uhr ein Baum auf eine Überlandleitung und riss diese von den Masten. Laut Jürgen Meyer, stellvertretender Dienststellenleiter der Integrierten Leitstelle Nordoberpfalz (ILS) in Weiden, waren deshalb Teile der Gemeinde bis Mitternacht ohne Strom. Die Feuerwehren Tännesberg, Großenschwand und Vohenstrauß eilten zum Einsatzort. Als die Leitung wieder unter Strom gesetzt wurde, kam es kurz zu einem Brand, die Einsatzkräfte brachten die Lage jedoch schnell unter Kontrolle.

Seit Sonntagabend, 18. August, ohne Kreuz: Der starke Sturmwind fegte Sockel und Kreuz aus Gusseisen vom Kirchturm von Maria Unbefleckte Empfängnis in Burgtreswitz. Die schweren Trümmer beschädigten beim Herabstürzen auch das Dach und ein Fenster.
Oberpfalz

Umgestürzte Bäume

Insgesamt fällt die Sturmbilanz laut Meyer jedoch nicht dramatisch aus. "Unser Einsatzgebiet reicht von Marktredwitz bis Wernberg. Neben den Vorfällen in Tännesberg und Burgtreswitz hatten wir noch sechs Einsätze wegen umgestürzter Bäume, die Straßen blockierten. Da haben wir schon Schlimmeres erlebt, wir sind glimpflich davongekommen."

Mit der Drehleiter deckte die Feuerwehr notdürftig das beschädigte Dach der Kirche Maria Unbefleckte Empfängnis in Burgtreswitz ab. Auch das Dachfenster wurde durch die vom Kirchturm herabfallenden Trümmer beschädigt.
Kirche Burgtreswitz :

Renovierung überfällig – Appell an Bürgermeister Hermann Ach

Der Sturmschaden durch das herabgestürzte Kreuz an der Kirche Maria Unbefleckte Empfängnis in Burgtreswitz hat keine Auswirkungen auf die Gottesdienste, denn das Kircheninnere wurde nicht beschädigt", sagt Pfarrer Josef Most. Dennoch zeigt sich der Geistliche besorgt: "Das wird was Größeres, denn hier muss man gründlich rangehen. Die Kirche wartet seit Langem darauf, dass sie generalsaniert wird." Zwar sieht Most keinen Zusammenhang zwischen einer etwaigen maroden Bausubstanz und dem herabgestürzten Kreuz, aber er hat einen Appell an Moosburgs Bürgermeister Hermann Ach: "Die Kirche gehört nicht der Pfarrei, sondern sie ist in Gemeindebesitz. Die Überlegung ist nun, die Reparatur des Sturmschadens gleich mit einer groß angelegten Renovierung zu verbinden. Bisher wurden hierfür aber von der Gemeinde keine Mittel zur Verfügung gestellt. Ich werde nun nochmal mit dem Bürgermeister sprechen. Der Turm ist eh schon schief, und es muss jetzt was getan werden."

Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien erklärte Ach jedoch, dass "nicht überstürzt gehandelt werden" darf. "Die Generalsanierung ist geplant, wir haben dazu im Haushalt bereits Mittel eingeplant." Weil mit Hilfe von Bohrungen jedoch erst die Bodenbeschaffenheit unter der Kirche geprüft werden müsse, könne noch kein Zeitplan genannt werden. "Bevor wir Gelder verschwenden, prüfen wir lieber erst gründlich."

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