30.12.2018 - 16:15 Uhr
Burkhardsreuth bei TrabitzOberpfalz

Bulle „Majestät“ gibt der Zucht Schwung

Die Hornloszucht in der Oberpfalz schreitet weiter voran. Ein Bulle gibt Hoffnung auf weitere Fortschritte in der Zuchtarbeit.

Dr. Stefan Paarmann vom Tiergesundheitsdienst Schwandorf (links) und Rudi Traxinger vom Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Schwandorf klären auf.
von Autor ISProfil

Bei Veranstaltungen des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schwandorf in Burkhardsreuth, Erpetshof und Oed informierten Rudi Traxinger, Dr. Stefan Paarmann und Clemens Spiegl vom Rinderzuchtverband Oberpfalz über Geburtshilfe und Geburtsmanagement im Kuhstall und über die Auswahl und Einsatzmöglichkeiten der Besamungsbullen.

Altbekannte Fleckviehvererber aus der Oberpfalz wie die Bullen „Impression“, „Warrior“ oder „Mogul“ seien laut Traxinger weiterhin Garanten für eine erfolgreiche Zuchtarbeit im Milchviehstall. „Sie versprechen Jungkühe mit genügend Leistung, die auch in der Eutergesundheit und Langlebigkeit überzeugen“ unterstrich Traxinger.

Auch die Zucht von hornlosen Milchkühen sei ein wichtiger Baustein in der Arbeit der Züchter geworden, unterstrich er.

Große Hoffnungen auf weiteren Zuchtfortschritt verspreche der aus dem Betrieb Wittmann in Ilsenbach stammende Jungbulle „Majestät“, der reinerbig veranlagt ist. Dies bedeutet, dass seine Nachkommen keine Hörner mehr ausprägen werden.

Mit dem Hinweis auf das überhöhte Angebot an weiblichen Zuchtkälbern am Markt verwies Traxinger auf die Möglichkeit, gesextes männliches Sperma einzusetzen. Trotz der höheren Besamungsgebühren verspreche der Mehrerlös des männliches Kalbes eine verbesserte Einnahme.

Mit dem Thema Geburtsmanagement und -hilfe setzte sich Dr. Stefan Paarmann vom Tiergesundheitsdienst in Schwandorf auseinander. Verschiedene Faktoren könnten das Abkalbeverhalten eines weiblichen Tieres beeinflussen, erläuterte Paarmann. Untersuchungen zeigen, dass das Erstkalbealter eine große Bedeutung hat, um Probleme zu vermeiden. Im Zeitfenster von 25 bis 28 Monaten Lebensalter sei der prozentuale Anteil an Tot- und Schwergeburten am geringsten.

Gezielte Auswahl der Besamungsbullen für die erste Trächtigkeit eines Jungrindes sei ein weiterer wichtiger Aspekt, um einen stressfreie Geburt zu ermöglichen. Auch die Ernährung des weiblichen Tieres ist nicht unerheblich im Verlauf der Entwicklung und dem Erreichen der Geschlechtsreife. Bei der erstmaligen Besamung sollte das Tier einen Brustumfang von etwa 190 Zentimeter haben und das Gewicht circa zwei Drittel des Endgewichtes von 650 Kilogramm.

Bei der Geburt des Kalbes sollte eine große, mit viel Stroh eingestreute Box vorhanden sein, und eine systematische Geburtsüberwachung stattfinden. Clemens Spiegl, Mitarbeiter des Rinderzuchtverbandes Oberpfalz, sprach über die Vermarktungssituation des vergangenen Jahres in Schwandorf. Demnach konnten die Erfolgszahlen des Geschäftsjahres 2016/17 nicht wiederholt werden. Hauptursache sei der Rückgang des Exportgeschäftes von Kalbinnen gewesen, gab Spiegl bekannt. Positiv habe sich laut Spiegl der Umbau des Rinderstalles in Schwandorf für die Vermarktung von weiblichen Großtieren ausgewirkt. Die Baumaßnahme startete im Sommer letzten Jahres. Der Verband habe hier einen sechsstelligen Betrag investiert. Die durch den Um- und Neubau neue Form der Vermarktung fand allgemeine Zustimmung bei den Zuchtbetrieben, freute sich Spiegl. Auch konnte der Absatz von Jungkühen wesentlich gesteigert werden.

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