Burkhardsreuth bei Trabitz
12.08.2018 - 15:42 Uhr

Spiegelei und Männertreu

Den schönen Künsten und der prächtigen Flora geben sich die Mitglieder des Frauenbunds hin. In jedem Fall ist Bayreuth für sie eine Reise wert.

Auch Pfarrer Edmund Prechtl (links hinten) nahm am Bayreut-Ausflug des Burkhardsreuther Frauenbunds teil. Erstes Ziel war der 16 Hektar große Ökologisch-Botanische Garten der Universität mit 12.000 Pflanzenarten aus aller Welt. bjp
Auch Pfarrer Edmund Prechtl (links hinten) nahm am Bayreut-Ausflug des Burkhardsreuther Frauenbunds teil. Erstes Ziel war der 16 Hektar große Ökologisch-Botanische Garten der Universität mit 12.000 Pflanzenarten aus aller Welt.

(bjp) In Oregon wachsen Spiegeleier auf grünen Stängeln: Die gleichnamige nordamerikanische Mohnblume mit der leuchtend gelben Blüte war nicht die einzige Überraschung, auf die die 37 Ausflügler des Katholischen Frauenbunds Burkhardsreuth bei ihrem Streifzug durch den Ökologisch-Botanischen Garten der Universität Bayreuth stießen.

Inmitten der rund 12 000 Pflanzenarten aus allen Erdteilen zogen Perückenstrauch, Kiebitzei und Gummibärchenpflanze manchen erstaunten Blick der Teilnehmer auf sich. Brennende Liebe, Storchschnabel, Männertreu und Tränendes Herz erzählten Liebesgeschichten mit oder ohne "Happy End".

Viel Vertrautes hingegen bot der Nutzpflanzengarten mit Getreide-, Gemüse- und Gewürzpflanzen, Obstbäumen, Blumen und Wildkräutern. Zwei Beetreihen liefern sogar Küchenkräuter für die Universitätsmensa. Fast ehrfürchtig betrachteten die Spaziergänger den Ginkgo, eine der erdgeschichtlich ältesten Baumarten: Die Urahnen des ostasiatischen Tempelbaums sollen schon vor 200 Millionen Jahren die Erde begrünt haben.

Zweite Station des Frauenbundausflugs war das Markgräfliche Opernhaus in der Innenstadt von Bayreuth. Markgräfin Wilhelmine von Brandenburg-Bayreuth, eine Schwester Friedrichs des Großen, habe ab 1744 den Bau dieses "Musentempels" veranlasst, erfuhren die Besucher. Die selbstbewusste und hochgebildete preußische Königstochter, die 1731 mit dem "rangniedrigeren" Markgrafen Friedrich von Bayreuth vermählt worden sei, habe sich in ihrer neuen Heimat ein "Königreich der schönen Künste" schaffen und damit auch das vergleichsweise "provinzielle" Bayreuth im Norden Bayerns kulturell und baukünstlerisch aufwerten wollen.

1748, zur Hochzeit von Friedrichs und Wilhelmines einziger Tochter Elisabeth, sei das architektonisch anspruchsvolle barocke Bauwerk mit seiner damals "größten Opernbühne nördlich der Alpen" und einer vorbildlichen Akustik eingeweiht worden. Seit 2012 zählt es zum Unesco-Weltkulturerbe und ist in den folgenden sechs Jahren umfassend restauriert worden. Mit einem gemütlichen Abendessen in Speichersdorf klang der gemeinsame spannenden Nachmittag für die Gruppe aus.

 
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