(rdo) Gerade beim metastasierten Hautkrebs mit bisher schlechter Prognose helfen Immuntherapien, die das körpereigene Immunsystem "scharf" machen, um gegen die Tumorzellen zu kämpfen. Auch bei anderen Erkrankungen, wie Nierenkrebs und anderen bereits metastasierten Tumoren können diese neuen Behandlungsmöglichkeiten mit großem Erfolg eingesetzt werden. Diesen Zusammenhang erläuterte Dr. Claudia Niewenhuys bei der Selbsthilfegruppe Leukämie und Lymphome im Michaelszentrum.
Aufwendige Diagnostik
Nebenwirkungen resultieren aus einer starken Immunreaktion, die zu Entzündungen an verschiedenen Organen des Körpers führen können und daher streng überwacht werden müssen, um solche Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Weitere neue Substanzen werden bei Patienten mit bestimmten genetischem Muster des Tumors, die der Pathologe am Gewebe testen muss, eingesetzt. Hier kann durch die Testung am Tumorgewebe bereits vor der Therapie festgestellt werden, ob eine solche Substanz wirksam ist oder nicht.
Damit ist die Diagnostik wesentlich aufwendiger geworden, aber die Auswahl der Therapie für einen Patienten ist nicht mehr nur noch von der Tumorart und den Begleiterkrankungen des Patienten abhängig, sondern kann wesentlich besser "maßgeschneidert" werden. Da die Verträglichkeit der neuen Substanzen insgesamt besser ist als bei den meisten herkömmlichen Chemotherapeutika, ist die Behandlung auch älterer Patienten durchaus möglich. Sogar über 90-Jährige können ohne große Probleme eine gezielte Therapie erhalten, erläuterte Dr. Niewenhuys. Aber die Entwicklung betrifft nicht nur die soliden Tumore.
Auch bei Leukämien, bösartigem Lymphdrüsenkrebs und Knochenmarkserkrankungen werden durch neue Medikamente, die nicht zur Chemotherapie zählen, Erkrankung mit bis dahin ungünstiger Prognose effektiv und zum Teil mit Infusionen, zum Teil sogar nur mit Tablettentherapie behandelt.
Wechsel im Vorsitz
Eine ganz neue Behandlungsmöglichkeit sind CAR-T-Zellen. Diese Therapie ist bisher noch wenigen Kindern und jungen Erwachsenen, überwiegend mit akuter lymphatischer Leukämie vorbehalten, die nicht auf die übliche Behandlung ansprechen. Insgesamt ist die Entwicklung für die Patienten und für Ärzte sehr erfreulich, wenn auch sicher der Weg zu einer Heilung aller Krebsarten als Ziel noch in weiter Ferne liegt. Zum fünften Geburtstag der Selbsthilfegruppe Lymphome und Leukämien Weiden übergab Pauline Fenzl die Leitung an den neuen Vorsitzenden Heinz Jürgen Ströher.













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