Deutschland und die Welt
01.03.2020 - 19:37 Uhr

Coronavirus: Hamsterkäufe sind Anzeichen von Panik und nicht nötig

Am Wochenende kam es zu den ersten Hamsterkäufen in Deutschland und Bayern. Ein Anzeichen für eine beginnende Hysterie. Das ist nicht gut und angesichts der Lage in Deutschland auch nicht nötig. Ein Kommentar von Julian Trager.

Kommentar von Julian Trager
Leeres Regal im Supermarkt: In Deutschland kam es am Wochenende zu den ersten Hamsterkäufe wegen des Coronavirus. Bild: Rene Traut/dpa
Leeres Regal im Supermarkt: In Deutschland kam es am Wochenende zu den ersten Hamsterkäufe wegen des Coronavirus.

Seit dem Wochenende geistern Bilder von leergefegten Supermarkt-Regalen durchs Internet, sie erinnern an Zombie-Filme. Steht Deutschland vor der Apokalypse? Nein, tut es nicht. Bei aller Vorsicht und trotz unzähliger Coronavirus-Meldungen - Panik hilft nicht weiter.

Die ersten Hamsterkäufe in Deutschland und Bayern sind allerdings Anzeichen, dass die Menschen hysterisch werden. Dazu kommt: Hamstern kann gefährlich werden, auch wenn es am Anfang nur wenige tun. Bald machen dann aber Bilder von leeren Regalen die Runde, die andere Menschen verunsichern und zu Panikkäufen verleiten - eine "Teufelsspirale" droht, wie Ökonom Marcel Fratzscher warnt.

Hamsterkäufe sind aber nicht nötig. Der deutsche Handel ist gut vorbereitet. Hierzulande sind keine ganzen Städte, Regionen abgeriegelt. Selbst aus Italien, wo das der Fall ist, gibt es keine Meldungen, dass in den Sperrgebieten das Essen ausgeht. In Bayern wurden am Wochenende zwar 7 neue Fälle bestätigt, bislang sind aber erst 22 Menschen positiv auf das neue Virus getestet worden. Zu Erinnerung: Im Freistaat leben rund 13 Millionen Menschen.

Also Ruhe bewahren. Statt Lebensmittel zu hamstern, die Sache lieber mit Humor nehmen. So wie manch einer auf Twitter. Dort sind nicht nur Bilder von völlig leeren Regalen zu sehen. Sondern auch Bilder von fast leeren Regalen - nur die Dinkelnudeln blieben unangetastet. Und solange das so ist, scheint es doch gar nicht so schlimm zu sein.

 
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