13.09.2021 - 20:02 Uhr

CSU-Schwäche: Oberpfälzer Direktmandate gefährdet

Ein Blick auf die Wahlkreise der Oberpfalz und die "roten" Städte Nürnberg und München Bild: INSA/Marina Gube
Ein Blick auf die Wahlkreise der Oberpfalz und die "roten" Städte Nürnberg und München

Der CSU drohen bei der Budnestagswahl am 26. September herbe Verluste. Eine Studie aus der vergangenen Woche legt dabei sogar nahe, dass die Partei nicht nur an Prozenten bei der Zweitstimme verliert. Erstmals seit langer Zeit werden wohl nicht alle Wahlkreise mit den jeweiligen Direktmandaten an die Partei gehen. In der Oberpfalz wackelt dabei der Wahlkreis Schwandorf, wo Martina Englhardt-Kopf für die CSU gegen die SPD-Abgeordnete Marianne Schieder antritt.

Laut einer Analyse des Forschungsinstituts INSA führt Englhardt-Kopf zwar im Wahlkreis mit der Nummer 234. Allerdings beträgt ihr Vorsprung laut der INSA-Prognose weniger als drei Prozentpunkte – ein Sieg Schieders ist demnach also durchaus noch im Bereich des möglichen. Englhardt-Kopf soll für die CSU den Abgeordneten Karl Holmeier übernehmen. Der frühere Bürgermeister der Gemeinde Weiding (Kreis Cham) war seit 2009 Mitglied des Bundestags, tritt nun aber nicht mehr an. Englhardt-Kopfs direkte Konkurrentin ist dagegen Bundestags-erfahren. Seit 2005 sitzt die Wernbergerin im Bundestag.

In den anderen Wahlkreisen der Oberpfalz sieht es dagegen besser für die CSU aus: Im Wahlkreis Weiden liegt Albert Rupprecht (CSU) klarer vor dem SPD-Kandidaten Uli Grötsch. In Amberg liegt Susanne Hierl aus dem Landkreis Neumarkt vor SPD-Kandidat Johannes Foitzik, der ebenfalls aus Neumarkt stammt. Im Wahlkreis Regensburg sieht die INSA-Prognose ebenfalls den amtierenden Wahlkreisabgeordneten Peter Aumer (CSU) vor SPD-Kandidatin Carolin Wagner.

Während die CSU in der Oberpfalz also zumindest drauf hoffen kann, doch noch alle Mandate zu holen, sieht es vor allem in den Großstädten anders aus. Laut INSA sieht es in Nürnberg, Augsburg und München derzeit so aus, dass die Christsozialen dort keinen der insgesamt sieben Wahlkreise holen kann.

Ebenfalls bemerkenswert ist dabei: Es scheinen nicht die Grünen zu sein, die von der Schwäche der CSU profitieren. Während bei der Landtagswahl 2018 zum Beispiel in München noch die Öko-Partei erstmals Direktmandate gewinnen konnte, sieht die INSA-Umfrage in den Städten nun überall die SPD vorne – in vier der sieben Bereich sogar deutlich,

Das Tief der CSU bei den Direktmandaten hat auch Einfluss auf die künftige Größe des Bundestags. Je mehr Direktmandate die CSU holt, desto mehr Überhangmandate entfallen auf die CSU – was dann wieder Ausgleichsmandate für die anderen Parteien im Bundestag bedeutet. Experten rechnen derzeit damit, dass im neuen Bundestag bis zu 1000 Abgeordnete sitzen werden. Diese Zahl würde sinken, wenn auch die Zahl der Direktmandate der CSU zurückgeht. Wenn der Anteil der Direktmandate dem Anteil der Zweitstimmen entspricht, würden keine Überhang- und Ausgleichsmandate mehr anfallen.

Info:

Florian Post vor Sieg im Wahlkreis

Ein Oberpfälzer SPD-Abgeordneter scheint besonders von der CSU-Schwäche zu profitieren: Florian Post ist laut INSA auf dem besten Weg, den Wahlkreis München Nord direkt zu holen. Post ist in Leuchtenberg (Kreis Neustadt/WN) aufgewachsen, sitzt aber seit 2013 für die SPD München Nord im Bundestag.

Sein Wiedereinzug wäre pikant, weil Post nach internen Querelen keinen guten Listenplatz erhielt. Im Wahlkreis wirbt er weiter um Stimmen – teils gegen SPD-Positionen.

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Weiden in der Oberpfalz22.08.2021
 
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