07.07.2019 - 22:33 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Deutsche Bank: Schluss mit dem Größenwahn

Investmentbanker haben die Deutsche Bank groß gemacht, sehr groß. Investmentbanker haben die Bank aber auch ausbluten lassen. Von daher ist der Radikalumbau von Christian Sewing ein richtiger Schritt. Ein Kommentar von Julian Trager.

Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.
von Julian Trager Kontakt Profil
Kommentar

Die Deutsche Bank zählte mal zu den größten Banken der Welt. Dank Investmentbankern, die nach immer mehr Größe strebten. Die Aktie war damals 100 Euro wert. Dann kam die Finanzkrise, dann die Führungskrise.

Heute ist die Bank ein Krankheitsfall, Intensivstation. Die Aktie kostet nur noch sieben Euro. Es gibt amerikanische Banken, die mehr Gewinn machen, als die Deutsche Bank an Umsatz generiert. Die Bank ist ausgeblutet. Seit 2010 hat sie unter anderem 23 Milliarden Euro an Boni ausgezahlt - vor allem an Investmentbanker, die aber zuletzt nur noch rote Zahlen schrieben. Von daher ist es richtig, wenn der Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing nun das Investmentbanking in seiner Bank zerschlagen will. Ballast abwerfen. Das bedeutet auch die Trennung von Investmentbankchef Garth Ritchie, der trotz schlechter Geschäfte der Topverdiener der Bank war. Aber: Er kann sich wohl auf eine Elf-Millionen-Euro-Abfindung freuen.

Davon können die Tausenden Mitarbeiter, die im Zuge des Sparprogramms ihren Job verlieren, nur träumen. Der Stellenabbau ist aber notwendig. Denn die Deutsche Bank gehört schon lange nicht mehr zu den größten Banken der Welt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

A. Schmigoner

Welche Verantwortung hat die Politik?

09.07.2019
A. Schmigoner

Joe Ackermann steht heute exemplarisch für die Gier der Deutschen Bank, unter 20 % Rendite wollte er nicht arbeiten und setzte bedingungslos auf die Börsengeschäfte. Die Investmentabteilung hat die Deutsche Bank aber nicht nur groß und reich gemacht, sie hat sie auch wieder arm gemacht. Inzwischen ist der Saldo bereits ins Minus gedreht. Die amerikanische Bankenaufsicht hat die Deutsche Bank als die gefährlichste Bank der Welt bezeichnet. Kaum ein Betrugsskandal, an dem die D-Bank nicht beteiligt war. Es gab aber auch Fehler der Politik! Die D-Bank wurde nicht unter den Rettungsschirm gezwungen, wie Obama es mit seinen Banken getan hat, die gerettet werden mussten. Stattdessen unterblieb der notwendige, klare Schnitt und die D-Bank zahlte weiter die weltweit höchsten Gehälter und Boni an die Zockerabteilung. Erst jetzt kommt die Notbremse und die Bad-Bank und mit ihr eine Bereinigung der Toxischen "Wertpapiere". 10 Jahre ging Vertrauen verloren. Dafür durfte Joe Ackermann seinen 60. Geburtstag im Kanzleramt feiern, -prima!

09.07.2019