07.04.2020 - 18:02 Uhr
MünchenOberpfalz

Deutschland muss sich bewegen, um in der Coronakrise Europa zu retten

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Im Zeitalter von Corona geht es darum Leben zu retten, aber auch die EU braucht Hilfe. Deutschland kann einiges dazu beitragen. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Hubschrauber der französischen Luftwaffe stehen auf dem Flugplatz Magdeburg und übergeben Ärzten Corona Patienten aus Frankreich, die im Uniklinikum behandelt werden.
von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

Da sind sie wieder, die altbekannten Stereotype der europäischen Debatte: die für ihre vermeintliche Sparsamkeit bekannten Nordländer und die allzu sorglos Schulden anhäufenden Südländer. Selbst inmitten der dramatischen Coronakrise können es etliche Politiker und Publizisten nicht lassen, mit den Fingern immer auf die anderen zu zeigen.

Es geht nicht darum, Schuldige zu finden. Es geht darum, Leben zu retten. Dass in Italien und Spanien die Krankenhäuser am Limit sind, hat auch mit der gesamteuropäischen Sparwut zu tun. Die Länder haben es sich nicht leisten können, mehr Kapazitäten vorzuhalten, als von den Effizienzbefürwortern vorgerechnet wurden. Anders hierzulande. Deutschland hat deutlich mehr Intensiv-Kapazitäten vorgehalten, als so mancher Thinktank als notwendig erachtet hatte. Zum Segen für die Patienten, was inzwischen auch Effizienzpropheten einräumen.

Europa hat in der Coronakrise bislang keine gute Figur abgeben. Auch Deutschland hat sich zunächst bei jenen eingereiht, die die Europäische Union kaltgestellt haben. Inzwischen ist die Bundesrepublik aufgewacht. Die gut 200 Corona-Patienten, die Deutschland aus Nachbarländern aufgenommen hat, sind eine wichtige Hilfe - und ein Zeichen, dass Berlin europäische Solidarität etwas Wert ist.

Der Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus, das Ringen um die Leben der an Covid-19 erkrankten Menschen wühlt alle auf. Die Bilder und die Berichte aus Italien und Spanien lassen auch hierzulande niemanden kalt. Wie muss es erst den Menschen in den betroffenen Ländern gehen? Zu all dem quält Italiener und Spanier die berechtigte Sorgen, wie die finanziellen Lasten geschultert werden sollen. Deshalb braucht es ein klares Zeichen: Deutschland hilft den Schwächeren. Zu viele im Süden glauben, Europa leiste keine Hilfe. Sollte sich dieser Eindruck verfestigen, stirbt die EU.

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