08.02.2021 - 11:17 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Faktencheck: Kein "Land unter" im Universitätsklinikum Mannheim

Legt die Corona-Impfung den Betrieb auf der Kinderstation des Universitätsklinikum Mannheim lahm? Die Klinik weist die Behauptungen einer "Bald-Schwägerin" zurück.

Legt die Corona-Impfung den Betrieb auf der Kinderstation des Universitätsklinikum Mannheim lahm? Die Klinik weist die Behauptungen einer "Bald-Schwägerin" zurück.
von Agentur DPAProfil

Seit Beginn der weltweiten Impfkampagne gegen Sars-CoV-2 werden im Internet viele Behauptungen über Impfungen verbreitet. So heißt es in einem Facebook-Post, bei Mitarbeitern der Kinderstation des Universitätsklinikum Mannheim habe es heftige Nebenwirkungen gegeben, nachdem sie geimpft wurden. Gemeint ist offenbar die Impfung gegen Covid-19. Von den insgesamt 80 Beschäftigten hätten diejenigen 75, die die erste Impfdosis erhielten, über Nebenwirkungen geklagt. Alle 30, die auch schon die zweite Dosis erhalten hätten, litten demnach unter teils heftigen Nebenwirkungen und seien krankgeschrieben. Auf der Station sei "Land unter". Die Informationen sollen auf eine "Bald-Schwägerin" zurückgehen.

BEWERTUNG:

Das Universitätsklinikum hat die Behauptungen zurückgewiesen. Es habe keine schwerwiegenden Impfreaktionen gegeben. Der Betrieb laufe völlig normal.

FAKTEN:

Das Universitätsklinikum hat auf Facebook und auf seiner Homepage ähnlich lautende Stellungnahmen veröffentlicht, in denen die Behauptungen als falsch zurückgewiesen werden. Es seien weit über 100 Mitarbeiter des Kinderzentrums geimpft worden. "Unerwartete Nebenwirkungen sind bei allen bisher am Universitätsklinikum durchgeführten Impfungen nicht aufgetreten, insbesondere keine schwerwiegenden Impfreaktionen", heißt es in der Stellungnahme auf der Homepage. Nach Angaben eines Kliniksprechers sind bei wenigen Mitarbeitern, die die zweite Impfdosis erhielten, vorübergehende Impfreaktionen aufgetreten, zum Beispiel Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit oder Fieber.

Betrieb im Kinderzentrum völlig normal

Die Zahl der Krankgeschriebenen - ob geimpft oder nicht - ist laut der Klinik auf normalem Niveau. Der Betrieb im Kinderzentrum laufe völlig normal. Dieses bestehe aus der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, der Kinderchirurgischen Klinik und der Klinik für Neonatologie - "die" Kinderstation gebe es also nicht, teilte der Kliniksprecher mit. Bisher sei nur der Impfstoff von Biontech/Pfizer verwendet worden. Sobald weitere Impfstoffdosen zur Verfügung gestellt würden, werde man wie geplant weiter Mitarbeitern ein Impfangebot machen.

Begleiterscheinungen bei Impfungen üblich

Begleiterscheinungen wie vorübergehende Müdigkeit, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen oder Schmerzen an der Einstichstelle sind bei Impfungen üblich - so auch bei der mit dem Biontech/Pfizer-Impfstoff. Bei der zweiten Impfdosis treten diese Begleiterscheinungen öfter auf als bei der ersten. Im ersten Monat seit Beginn der Impfungen (27. Dezember 2020 bis 24. Januar 2021) traten nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) bezogen auf die Gesamtzahl bei weniger als einem Promille der Impfungen schwerwiegende Nebenwirkungen auf.

Stellungnahme der Uniklinik auf der Homepage:

Bericht über die Nebenwirkungen nach einem Monat Impfungen im "Handelsblatt"

Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts nach einem Monat Impfungen

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