21.10.2020 - 18:36 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Gleichberechtigung in der Werbung: Nichts ist unmöglich

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Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso. In diesem Werbespruch sind große und kleine Naschkatzen gleichberechtigt. Doch oft zeigt Werbung Stereotypen - und ist weit weg von modernen Rollenbildern. Ein Kommentar von Elisabeth Saller.

Eine Frau geht am Schaufenster eines Modegeschäfts vorbei, auf dem steht "30 Prozent auf alle Artikel" sowie "Kleider statt Klopapier". Werbung spielt oft mit Klischees.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil
Kommentar

Gute Werbung geht ins Ohr, bleibt im Kopf. Doch bei 90 Prozent der Frauen kommt die Werbung dort nicht an. Sie fühlen sich nicht angesprochen, wie jetzt veröffentlicht wurde. Werbefirmen müssen genau darauf achten, was sie darstellen, welche Rollenbilder sie zeigen. Und einen Beitrag zur Gleichberechtigung leisten.

Calla Pizza macht Werbung mit knapp bekleideten Damen. "Wie rammst du ihn rein?", steht auf einer Anzeige eines Handwerkerbetriebs. Zu sehen ist eine Frau in Unterwäsche. Angepriesen werden Zaunpfosten. Sexistische Werbung aus den vergangenen zwei Jahren.

Beispiele, in denen Frauen auf ein Sexobjekt reduziert werden, gibt es nicht nur in der bunten Fernsehwelt, sondern auch in der Region. Cham liegt nach Aussage des Landratsamts "am Arsch der Welt". Der Landkreis bebildert dies in einem Youtube-Video mit "dem schönsten Arsch", der einer Volleyballerin gehört.

Frauen werden in Clips und auf Plakaten noch allzu oft als dekoratives, passives Beiwerk präsentiert. Das kommt bei den Betrachterinnen nicht mehr gut an: Bei einer Umfrage des Portals Marktforschung waren Dreiviertel der befragten Konsumentinnen unzufrieden mit der Geschlechterdarstellung. Dabei erzielt Werbung mit starken weiblichen Charakteren eine höhere Wirkung - geschlechterübergreifend, wie das Portal herausgefunden hat. Ein Nebeneffekt: Solche Figuren können Vorbilder für die Kundinnen sein.

Viele Marketingagenturen haben dieses Potenzial noch nicht erkannt. Die Entscheidung, welche Kampagne geführt wird, trifft der Chef - meistens ein Mann. Gäbe es mehr weibliche Führungskräfte, gäbe es Werbung, die ohne Stereotypen auskommt. Cham würde dann auf den Po komplett verzichten.

Ein Artikel zu Cham und dem "schönsten Arsch"

Cham in der Oberpfalz

Ein Artikel über die Wirkung von Werbung

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