11.09.2020 - 17:27 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Kommentar zu Moria: Seehofer, spiel den Drehhofer

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Bundesinnenminister Seehofer will 100 bis 150 Jugendliche aus Moria nach Deutschland kommen lassen. Er sollte seine Meinung ändern, schreibt Elisabeth Saller in ihrem Kommentar.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (Mitte, CSU) möchte maximal 150 Jugendliche aus Moria nach Deutschland holen.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil
Kommentar

Bundesinnenminister Horst Seehofer will maximal 150 Jugendliche von Moria nach Deutschland holen. Das stelle für ihn ein "Beispiel praktizierter Nächstenliebe" dar, sagte er. Da liegt der CSU-Politiker aber falsch.

Bei der Nächstenliebe geht es auch darum, uneigennützig zu helfen, etwa wenn jemand in Notlage ist. Seit Tagen befinden sich 12 000 Menschen auf Lesbos in einer solchen. Viele Städte und Gemeinden haben ihre Unterstützung angeboten, wollen Bewohner des zerstörten Lagers aufnehmen. Weit mehr als 150 Plätze könnten gemeinsam gefunden werden. Wenn ganz Europa zusammenhilft, bestimmt für alle 12 000 Geflüchteten.

Wieder zeigt sich, wie schlecht es ist, dass die Europäische Union nicht längst ihre Asyl- und Migrationsregeln reformiert hat. Probleme in Moria gab es immer wieder: Überfüllung, elende Lebensbedingungen, Corona. Längst hätte man die Lage dort deutlich verbessern müssen. Nun endet es im Chaos.

Seehofer sollte also noch einmal Drehhofer spielen, die Rolle, die er oft und gut beherrschte. Und einen echten Akt von Nächstenliebe zeigen.

Ein weiterer Kommentar zum Brand im Flüchtlingslager Moria

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