Deutschland und die Welt
09.09.2020 - 18:29 Uhr
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Kommentar zu Moria: Das Resultat der größtmöglichen Gleichgültigkeit

Das zerstörte Flüchtlingscamp in Moria ist das Symbol für das Versagen der europäischen Migrationspolitik. Will die EU ihre Glaubwürdigkeit als moralische Macht nicht endgültig verlieren, muss sie handeln. Ein Kommentar von Julian Trager.

Kommentar von Julian Trager
Eine Frau mit Mund- und Kopfbedeckung geht vor einer große Rauchwolke über dem Flüchtlingslager Moria weg. Das Flüchtlingslager ist durch einen Großbrand in der Nacht nahezu vollständig zerstört worden. Bild: Petros Giannakouris/dpa
Eine Frau mit Mund- und Kopfbedeckung geht vor einer große Rauchwolke über dem Flüchtlingslager Moria weg. Das Flüchtlingslager ist durch einen Großbrand in der Nacht nahezu vollständig zerstört worden.

Das Flüchtlingslager in Moria war für die EU schon lange ein Ort der Schande, jetzt ist es endgültig das Symbol für ihr Versagen in der Flüchtlingspolitik. Das zerstörte Camp ist das Resultat der größtmöglichen Gleichgültigkeit.

Jahrelang haben die EU-Länder ihren Partner Griechenland - genauso wie Italien - im Stich gelassen. Sie haben zugeschaut, wie Tausende Menschen im Elend leben. In kleinen Containern, in windigen Zelten, im Dreck, im Gestank. 12 600 Menschen auf einer Fläche, die nicht mal für 3000 Leute gedacht war. Das Lager in Moria war ein Ort der Verzweiflung, ohne Hoffnung. Jetzt haben die Menschen dort nicht einmal mehr ein Dach über dem Kopf.

Will sich die EU in Zukunft guten Gewissens im Spiegel anschauen, darf sie so etwas nie wieder zulassen. Um nicht jede Glaubwürdigkeit als moralische Macht mit humanitären Werten zu verlieren, müssen sich die EU-Länder endlich auf das einigen, was schon längst überfällig ist: auf eine Verteilung der Flüchtlinge auf das europäische Festland. Für die 12 600 Menschen in Moria muss freilich sofort eine Lösung her. Eine saubere.

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