Deutschland und die Welt
02.03.2022 - 10:45 Uhr

Woelki: Habe Papst meinen Amtsverzicht angeboten

Überraschung in Köln: Kardinal Woelki ist am Mittwoch zwar wie angekündigt in sein Amt als Erzbischof zurückgekehrt, doch offenbar nur auf Probe. Er hat dem Papst seinen Rücktritt angeboten.

Rainer Maria Woelki, Kardinal der römisch-katholischen Kirche, Erzbischof von Köln, hält einen Gottesdienst im Dom ab. Archivbild: Andreas Arnold/dpa
Rainer Maria Woelki, Kardinal der römisch-katholischen Kirche, Erzbischof von Köln, hält einen Gottesdienst im Dom ab.

Kardinal Rainer Maria Woelki hat Papst Franziskus seinen Amtsverzicht angeboten. Der Papst werde zu gegebener Zeit darüber entscheiden, teilte das Erzbistum Köln am Mittwoch mit. Zunächst habe der Papst Woelki angewiesen, seinen Dienst als Erzbischof von Köln wie geplant am Mittwoch wieder aufzunehmen.

In einem Brief an die Gläubigen des Erzbistums warb Woelki gleichsam um eine zweite Chance. Er bat die Kirchenmitglieder um Offenheit und plädierte für einen Neuanfang. "Dafür möchte ich in den kommenden Wochen und Monaten die Begegnung mit möglichst vielen von Ihnen suchen", schrieb Woelki. Gleichzeitig bedauerte er die schwierige Situation im Erzbistum: "Es tut mir leid, dass diese Zeit für viele Menschen in unserer Kirche eine so belastete Zeit ist."

Als Grund für die fünfmonatige Auszeit, die er ab Oktober genommen hatte, nannte Woelki eine Art Burn-out: "Tatsächlich war für mich im Oktober letzten Jahres ein Maß an körperlicher und mentaler Erschöpfung erreicht, das eine Auszeit notwendig machte. Es wird nicht wenige unter Ihnen geben, die um die Notwendigkeit einer solchen Zeit wissen, weil Sie selbst oder Ihnen nahestehende Menschen schon einmal die Erfahrung einer solch langfristigen Überbeanspruchung gemacht haben."

Woelki hatte die Auszeit angetreten, nachdem ihm Papst Franziskus "große Fehler" vor allem in seiner Kommunikation bescheinigt hatte. Das Erzbistum Köln befindet sich in einer Krise, seit Woelki 2020 entschieden hatte, ein Gutachten über den Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Fällen von sexuellem Kindesmissbrauch zunächst nicht zu veröffentlichen. Er führte rechtliche Gründe dafür an und gab ein neues Gutachten in Auftrag. Im Zuge dieser Entscheidung kam es zu einer immer stärkeren Entfremdung zwischen dem Kardinal und den wichtigsten Gremien des Erzbistums.

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