20.07.2020 - 10:21 Uhr
Dießfurt bei PressathOberpfalz

Dießfurter Freizeitsee: Amerikaner und Pressather sammeln Müll auf

Der Müllflut am Dießfurter Freizeitsee ist nur schwer beizukommen. Das wurmt jeden verständigen Zeitgenossen. Jetzt setzen Amerikaner und Deutsche ein Zeichen. Gemeinsam räumen sie rund um das Erholungsgebiet auf.

Der Dießfurter Freizeitsee liegt sowohl Amerikanern als auch Pressathern am Herzen. Gemeinsam machen sie sich deshalb daran, das Gelände rund um das Gewässer von Müll zu befreien.
von Robert DotzauerProfil

„Du glaubst gar nicht, was wir alles gefunden haben“, hieß es am Samstagabend zum Ende einer zweistündigen Rama-dama-Aktion am Dießfurter Freizeitsee. Schon lange klagen die Bayerischen Staatsforsten, die Kommunen und viele Erholungssuchende über die Dinge, die verantwortungslose Mitbürger in der freien Natur entsorgen und vor sowie in der der Seenlandschaft hinterlassen.

Diese Entwicklung bewegt auch die US Army. Mehr als die Hälfte der Nutzer sind Amerikaner, so vorsichtige Schätzungen. Schon aus diesem Grund ist den US-Streitkräften die Ufervermüllung keinesfalls gleichgültig. Unbürokratisch und rasch reagierte das 589th Brigade Support Batallion, eine Pateneinheit der Stadt Pressath, mit dem Angebot, gemeinsam mit den deutschen Freunden ein „clean up“ oder auf Hochdeutsch ein Großreinemachen auf dem Gelände des „Anstoßes“ durchzuführen.

Gesagt, getan. Dem gemeinsamen Aufruf zum freiwilligen Großeinsatz am Freizeitsee folgten rund 50 Aktivisten. Mit einem "Pack ma's a" begrüßte Pressaths Bürgermeister Bernhard Stangl vor allem viele junge Pressather, unter anderem Mitglieder der Jugendfeuerwehr und des SPD-Ortsvereins, einige Stadträte und viele Privatpersonen, während Initiator Captain Victor A. Colón Ramirez von der US-Pateneinheit der Stadt eine starkes Team aus seiner Truppe vorstellte. Zur besonderen Freude aller Teilnehmer ließ es sich auch Brigadekommandeur Colonel Seth Knazovich nicht nehmen, gemeinsam mit dem Öffentlichkeitsbeauftragten des 7th Army Training Command André N. Potzler am Großputz teilzunehmen.

Müll am Freizeitsee Dießfurt

Dießfurt bei Pressath

Schöne Landschaft wahren

Für Bürgermeister Stangl war es ein überaus positives Signal der Amerikaner, die Anliegerkommunen bei der Sauberhaltung des Freizeitgeländes zu unterstützen. Gleichzeitig verwies Stangl darauf, das es nicht das Ziel sein könne, am Dießfurter Freizeitsee eine zweite Müllabfuhr einzuführen. Viel mehr wolle man nachhaltig das Bewusstsein und somit den Umgang mit Müll verändern. Die Rama-dama-Aktion diene deshalb eher als strategische Maßnahme, um darauf hinzuweisen, dass es Handlungsbedarf gebe, die schöne Seenlanschaft nicht zu verunstalten.

Der Bürgermeister verwies zudem auf die Unterstützung der Bayerischen Staatsforsten und des Fischereivereins und empfahl, die Gelegenheit zu nutzen, sich noch besser kennen zu lernen und Freundschaften zu knüpfen. Freundschaftsdienste leistete auch Gerald Morgenstern. Als Vertreter der CSU-Kreistagsfraktion gehörte auch der Grafenwöhrer zu den eifrigen Abfallsammlern. Mit Blick auf künftige Nutzungsmöglichkeiten des Natur- und Freizeitareals plädierte Morgenstern unter dem Dach des Landkreises und des ILE-Kooperationsraumes Vierstädtedreieck für einen sanften Tourismus, ökologisch und nachhaltig. Dazu bedürfe es allerdings auch des guten Willens des Freistaates als Eigentümer des Geländes.

Zum Schluss gemeinsam feiern

Für Staunen sorgte die folgende Sammelaktion. Mit Handschuhen und blauen Müllsäcken ausgestattet, überraschte die jugendlichen und erwachsenen Teilnehmer das Sammelsurium an Abfall. Dazu zählte vor allem der typische Freizeitmüll, Flaschen und Getränkedosen, Pizzakartons Zigarettenkippen, Papier-Taschentücher und vieles mehr. Breit gefächert war die Palette der „Fundsachen“ einschließlich Liegestühlen und einem Partyzelt. Zur zentralen Sammelstation wurde ein Kleintransporter der Stadt Pressath. Nach getaner Arbeit hieß es dann, in gemütlicher Runde die Partnerschaft zu pflegen. Die Getränke spendierte die US-Seite, während Pressaths Bürgermeister zur Grillparty einlud.

Zupacken heißt es für Captain Victor A. Colón Ramirez (links), Pressaths Bürgermeister Bernhard Stangl (Zweiter von links) und Kreisrat Gerald Morgenstern (rechts) gleich beim ersten "Müll-Brennpunkt" am Dießfurter Freizeitsee.
Auch viele junge Leute halten nach Unrat Ausschau.
Mit gutem Beispiel geht Brigadekommandeur Colonel Seth Knazovich (rechts) als Müllsammler voran. Mit im Bild ist Bürgermeister Bernhard Stangl.

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