03.08.2018 - 16:09 Uhr
Dießfurt bei PressathOberpfalz

Müll nicht länger auf Tauchstation

Ein Aufräumtrupp durchforstet am Samstag nicht nur Büsche und Kies am Dießfurter Freizeitsee nach Müll. Besondere Helfer nehmen sich noch einen ganz anderen Bereich vor.

Taucher in voller Montur sind am Samstag auch wieder am Freizeitsee Dießfurt zu sehen. Die Wasserwacht Eschenbach hilft bei der Aufräumaktion mit.
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Wie viel Gerümpel und Plastikreste sich am Grund des Sees befinden, ist ungewiss. Rettungstaucher der Wasserwacht Eschenbach wollen aber zumindest einen Teil davon nach oben holen. Sie helfen Enzo Löchel am Samstag ab 17 Uhr bei seiner Aufräumaktion am Dießfurter Freizeitsee. Ein so gut wie müllfreies Paradies ist das Ziel. Und dazu gehört auch das Wasser.

In voller Montur – also Tauchanzug, Flossen, Maske, Tauchjacket, Pressluftregler, Atemregler – gehen die drei Rettungstaucher ins Wasser. Zwei weitere Einsatzkräfte der Ortsgruppe unterstützen die Kameraden vom Land aus, erzählt Vorsitzender Josef Ott. Zunächst wollen die Taucher sich aber ein Bild von der Lage machen und mit Löchel absprechen, welcher Bereich an diesem Tag abgesucht werden soll – denn den kompletten See zu durchforsten ist in ein paar Stunden nicht möglich. Das Tauchteam prüft auch erst die Gewässerbedingungen, wie Strömung, Wassertiefe, Treibgut, sowie die Wetterlage, um letztendlich eine Gefahr für sich selbst ausschließen zu können. Wenn alles passt, legen die Männer los. „Es werden bis zu zwei Taucher zeitgleich ins Wasser gehen. Diese werden vom Ufer aus durch einen Leinenführer gesichert. Zusätzlich wird ein Reservetaucher bereit gehalten, welcher im Notfall schnell eingreifen kann“, sagt Ott.

Mit Hilfe der Sicherungsleine kann sich der Taucher im trüben Wasser, in dem er oft nicht einmal die Hand vor Augen sieht, zum Ufer hin orientieren, aber auch mit der Einsatzkraft an Land kommunizieren: „Einmal an der Leine ziehen heißt: Notfall. Fünfmal ziehen heißt: alles okay“, berichtet der Haselbrunner. „Die Zugzeichen funktionieren in beide Richtungen.“ Zieht zum Beispiel der Leinenführer fünfmal an der Leine – er stellt damit die Frage, ob alles okay ist –, antwortet der Taucher ebenfalls mit fünf Zügen an der Leine, was Ja bedeutet. Dabei muss die Leine immer straff gehalten werden, um den Kontakt beibehalten zu können.

Der Mann am Ufer kann dem Taucher mit Hilfe der Schnur auch die Richtung vorgeben, in die er schwimmen soll: Zweimal ziehen heißt nach links tauchen, dreimal ziehen nach rechts tauchen, gibt Ott Einblicke in das Tauch-Einmaleins. „Wie ein Pendel wird der Taucher so gesteuert.“ Wo sich der Rettungstaucher gerade befindet, sieht der Leinenführer an den aufsteigenden Luftblasen.

Bei der Suche nach Müll könnten die Taucher am Samstag im Freizeitsee Einiges zutage fördern. Die Taucher rechnen vor allem mit Flaschen, Getränkekisten, Grills, Fahrrädern, Leinen oder Zelten – alles rücksichtslos ins Wasser geworfen. Müll wie dieser ist laut Ott typisch für Seen, in denen gebadet werden darf. „Aber auch Sonnenbrillen oder Uhren fallen schon einmal ins Wasser.“ Das passiere dann aber eher unabsichtlich. Die „Fundstücke“ im Wasser sammeln die Taucher in einem Netzbeutel und geben sie den Kollegen am Ufer zur Entsorgung. „Für uns fällt die Beteiligung an der Aktion unter unsere satzungsgemäße Aufgabe des Natur- und Gewässerschutzes. Auch unabhängig von der Aktion vom Samstag sind wir künftig in diesem Bereich tätig“, sagt Ott und freut sich schon auf die Aktion am Freizeitsee.

Durch die gelbe Leine sind Taucher und Leinenführer, der vom Ufer aus aufpasst, miteinander verbunden.
Aufräumaktion:

Wer noch spontan bei der Aufräumaktion von Enzo Löchel mitmachen möchte, kann am Samstag ab 17 Uhr zum Parkplatz am Freizeitsee Dießfurt kommen. Müllsäcke und Müllgreifer dürfen gerne mitgebracht werden. (spi)

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